Stefan Effenberg
Stefan Effenberg bestritt zwischen 1991 und 1998 35 Länderspiele © getty

Effenberg ist angeblich Trainerkandidat auf Schalke, es gab offenbar Gespräche. Der Kader wird wohl kräftig durchgemischt.

Von Martin Hoffmann

München - Der Überblick ist schwer zu behalten über den ganzen Wust an Personalnachrichten.

Vier Spieler - Ibrahim Afellay, Edu, Raffael, Christoph Metzelder - sollen definitiv weg aus Schalke.

Fünf Neue - Adam Szalai, Sebastian Jung, Heung-Min Son, Felipe Santana, Rahman Baba - dafür auf der Wunschliste stehen ( 671744 DIASHOW: Der Bundesliga-Transfermarkt ).

Sieben weitere - Chinedu Obasi, Ciprian Marica, Teemu Pukki, Atsuto Uchida, Tranquillo Barnetta, Ralf Fährmann und Lars Unnerstall - sollen Wackelkandidaten sein. Dazu soll der FC Bayern wieder an Benedikt Höwedes dran sein.

Ob es zur Beruhigung beiträgt?

Auf der Suche nach sich selbst

Wie viel auch immer dran ist an dem Bericht der "Sport Bild", er bestätigt den Eindruck eines Vereins, der in der sich immer mehr verschlimmernden Krise verzweifelt nach sich selbst sucht (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Und auch die spektakulärste Meldung des Magazins passt in dieses Bild: Demnach sollen die Knappen Gespräche mit Stefan Effenberg geführt haben, über ein mögliches Engagement als Trainer.

Es wäre die denkbar radikalste Lösung der königsblauen Trainerfrage.

"Intensiver Austausch"

Einen "ersten intensiven Austausch" soll es nach der Entlassung von Huub Stevens gegeben haben.

Der ehemalige Bayern-Kapitän stehe mit Blick auf die kommende Saison weiter auf der Liste, wenn auch als Außenseiter.

Ausgeschlossen werden sollte die Effe-Lösung aber nicht, war Schalke in der Ära Clemens Tönnies doch immer wieder für Überraschungen gut.

Schalker Faible für das Bayern-Gen

So hatte Tönnies einst auch mit Oliver Kahn keine Berührungsängste: 2009 wollte Tönnies Bayerns Torwart-Legende auf den Manager-Posten hieven.

Es gab weit fortgeschrittene Verhandlungen, es war am Ende Kahn, der wegen anderweitiger Verpflichtung absagte, während Tönnies bedauerte: "Er wäre sicher ein großer Gewinn für Schalke gewesen."

Ein gewisses Faible des mächtigen Aufsichtsratschefs für Männer mit dem mythischen Bayern-Gen ist also verbrieft.

Auch Effenberg soll seine Schalker Gesprächspartner durch sein Auftreten und seine - klar - "Siegermentalität" beeindruckt haben. Letztlich habe man dem Klub dann aber doch keinem Branchenneuling, dessen Trainerschein noch kein Jahr alt ist, anvertrauen wollen.

Effenberg sagt nichts

Effenberg als Trainer wäre auch ein Wagnis gewesen: Denn so groß die Zahl der Fans Effenbergs ist, so groß ist auch die Zahl der Skeptiker und Spötter, die in ihm ein größeres Talent für griffige Sprüche als für substanzielle Trainerarbeit vermuten.

Wieder andere halten das für ein Klischee: So bot der ebenso siegermentalitätsfreudige Matthias Sammer, als er noch DFB-Sportdirektor war, Effenberg im vergangenen Jahr den Job als U-19-Nationaltrainer an.

Auch als Assistent für den künftigen Bayern-Coach Pep Guardiola ist Effenberg im Gespräch, ein Thema, zu dem sich Effenberg ebenso bedeckt hält wie zu den jetzigen Meldungen.

Chancen für Di Matteo und Büskens sinken

Während der "Tiger" schweigt, arbeitet der Lauf der Dinge womöglich für ihn.

Andere Konstellationen verlieren ebenso an Wahrscheinlichkeit: Für Kandidaten wie den bei Champions-League-Gewinner Chelsea entlassenen Roberto Di Matteo, den Schalke angeblich ebenso kontaktiert hat, wird der Klub durch seinen sportlichen Tiefflug immer weniger attraktiv.

Ur-Schalker Mike Büskens verliert zur gleichen Zeit durch den Tiefflug seiner Fürther an Attraktivität für Schalke.

Wenig Hoffnung für Keller

Andere Kandidaten wie Armin Veh und Lucien Favre müssten erstmal von ihrem aktuellen Klub losgeeist werden.

Und dem vom Pech verfolgten Jens Keller, dem Anti-Effenberg, den Manager Horst Heldt an seiner Stelle installiert hat, trauen nur noch die größten Optimisten zu, sich für eine Weiterbeschäftigung über das Saisonende zu empfehlen.

Wenn er es überhaupt erreicht.

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