Franz Beckenbauer spielte 1983 bei New York Cosmos
Seit 2009 Ehrenpräsident des FC Bayern: Franz Beckenbauer © getty

Franz Beckenbauer plant bereits die Meisterfeier. Doch nicht nur die Gegenwart der Bayern ist rosig. Es könnte noch besser werden.

Von Tom Vaagt

München - Sogar der Kaiser gibt bereits den Party-Planer.

"Man kann sich auf die Meisterfeier vorbereiten und sollte den Rathausbalkon schon mal reservieren", sagt Franz Beckenbauer. Bayern Münchens Ehrenpräsident ist sich sicher: Angesichts von 15 Punkten Vorsprung auf den ersten Verfolger kann nichts mehr schiefgehen.

Zu dominant treten die Münchener auf. Die Jagd nach statistischen Rekorden scheint für das bayerische Starensemble beinahe herausfordernder als so mancher Kick am Wochenende.

Kein Interesse an Rekordjagd

"Auf keinen Fall. Das wäre den Gegnern gegenüber respektlos", widerspricht Nationalspieler Bastian Schweinsteiger derartigen Thesen zwar entschieden.

Doch die permanente Unterforderung des Teams ist augenscheinlich.

Noch nie distanzierte ein Bundesliga-Tabellenführer die Rivalen nach 21 Spieltagen derart deutlich. Noch nie kassierte ein Klub zu diesem Zeitpunkt der Saison weniger Treffer (sieben) und wies eine bessere Tordifferenz (+48) als die aktuellen Bayern - die Reihe ließe sich fortsetzen.

Besser, weiter, Meister. Darauf wird es hinauslaufen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Hoeneß kann sich "nicht satt sehen"

"Also ich kann mich an Siegen von Bayern München nicht satt sehen", sagte Präsident Uli Hoeneß im Volkswagen Doppelpass und schickte ein süffisantes Lächeln an die Adressen der anderen Vereine.

[kaltura id="0_vhl73567" class="full_size" title="Kaiser empfiehlt Rathausbalkon reservieren "]

Der anderen Vereine! Nicht der Konkurrenten! So etwas haben die Bayern momentan nicht. Zumindest nicht national.

In gut einer Woche darf sich der FC Arsenal mit Lukas Podolski und Per Mertesacker an den Münchnern versuchen. "Ein absolutes Traumlos", hatte Podolski nach der Auslosung des Champions-League-Achtelfinals noch geschwärmt.

"Champions-League-Sieg möglich"

Doch dem Wahl-Londondern dürfte es dabei vor allem um das Wiedersehen mit dem ein oder anderen Kumpel gegangen sein.

Sportlich verbreitet der deutsche Rekordmeister auch international Angst und Schrecken.

"Die Bayern wollen in der Champions League nicht nur ins Finale, sondern den Wettbewerb auch mal wieder gewinnen. Die Aussichten stehen nicht schlecht", sagt Beckenbauer. Nach der Pleite im letztjährigen Finale der Königsklasse gegen den FC Chelsea soll es 2013 besser laufen.

Stillstand bedeutet Rückschritt

"Momentan sieht es gut aus. Die Mannschaft hat in der Rückrunde noch einmal zugelegt", sagt Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge.

Dabei gilt auch auf derart hohem Niveau: Stillstand bedeutet Rückschritt. Also plant man an der Säbener Straße bereits jetzt für die kommende Saison.

In Pep Guardiola verpflichtete man den weltweit wohl begehrtesten Trainer. In Dortmunds Torjäger Robert Lewandowski soll zudem der vielleicht beste Bundesliga-Stürmer zum Team stoßen. Zuletzt meldete auch noch der brasilianische Wunderknabe Neymar Interesse an einem Wechsel nach München an.

Breitner von Gegnern enttäuscht

Die Finanz- und Strahlkraft des FCB lässt selbst solch einen Megadeal nicht mehr komplett abwegig erscheinen. Der Rest der Bundesliga kämpft derweil um Anschluss - nicht nur aktuell, sondern auch auf Sicht.

"Eigentlich ist es traurig, dass die Gegner nur noch versuchen, nicht allzu hoch gegen uns zu verlieren zu verlieren", sagte Paul Breitner in der Pause des 4:0-Sieges gegen Schalke 04 (Bericht) am vergangenen Samstag.

Den Profis wird es egal sein. Am Freitag geht es zum VfL Wolfsburg. Ein weiterer kurzer Zwischenstopp auf dem Weg zum Rathausbalkon.

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