Christian Streich war viele Jahre erfolgreicher Jugendtrainer beim SC Freiburg © getty

Freiburg landet einen Arbeitssieg gegen Düsseldorf und springt auf Platz fünf. Aber Trainer Streich will von Europa nix wissen.

Freiburg - Nach dem ersten Sieg des Jahres darf der SC Freiburg mehr denn je von Europa träumen - wenn da nicht Christian Streich wäre. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Wenn wir noch ein Jahr Bundesliga spielen dürfen, freuen wir uns, alles andere ist Spinnerei", sagte der Trainer des SC Freiburg nach dem hart erkämpften 1:0-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf und dem Sprung auf Platz fünf. (BERICHT)

Von der Europa League will Streich trotzdem nichts wissen: "Ich beschäftige mich nicht damit. Das interessiert mich nicht." ( 673577 DIASHOW: Der 21. Spieltag )

Auch Streichs Spieler blieben nach dem Zittersieg gegen den Aufsteiger zurückhaltend.

Krmas: Ziel Klassenerhalt

"Der Dreier war sehr wichtig. Wir mussten drei Spiele in der Rückrunde auf einen Sieg warten. Das gibt jetzt Selbstvertrauen", sagte Pavel Krmas, in der 87. Minute der Schütze des goldenen Tores. Den Tabellenplatz wollte der Tscheche nicht überbewerten: "Unser Ziel bleibt der Klassenerhalt."

Bescheidene Ziele, die den Freiburgern bei 31 Punkten so langsam niemand mehr abnimmt. Prominente Namen befinden sich hinter dem SCF in der Tabelle, darunter in Mannschaften wie dem Hamburger SV, Borussia Mönchengladbach oder Schalke 04 auch deutlich finanzstärkere und renommiertere Klubs.

Defensive als Erfolgsgarant

Doch Christian Streichs Garant für den Erfolg in dieser Spielzeit ist die starke Defensive, die er der Mannschaft antrainiert hat.

Denn 20 Gegentore nach 21 Spieltagen sind eine bärenstarke Quote, die nur vom Branchenprimus aus München unterboten wird. Denn in der Offensive bot der SC im Spiel gegen defensive Gäste wenig Erhellendes, auch wenn das Bemühen durchaus vorhanden war.

Fortunen sind bedient

Die Düsseldorfer verpassten es hingegen, ihren Vorsprung auf den Relegationsrang auszubauen - und waren entsprechend bedient. "Das Schlimme ist, dass wir gute Chancen hatten, selbst zu gewinnen. Da muss man einfach mal das Tor machen und sagen: Danke, 1:0", sagte Kapitän Andreas Lambertz, der in der 80. Minute selbst die große Chance zur Führung vergeben hatte.

"Wir haben in der zweiten Halbzeit immer mehr Zugriff auf das Spiel bekommen und selber gute Chancen. Dann kriegen wir so ein Tor, das ist extrem ärgerlich. So ein Tor darf nicht fallen", sagte Trainer Norbert Meier und kritisierte damit auch Schlussmann Fabian Giefer, der beim Gegentreffer nach einem Eckstoß nicht gut aussah.

Sperren für Lambertz und Bodzek

Fast also hätte es mit dem Minimalistenprinzip funktioniert, das der Fortuna schon des Öfteren die Punkte bescherte in der laufenden Spielzeit.

Doch so reisen die Rheinländer nicht nur punktlos nach Hause, sondern müssen auch die jeweils 5. Gelbe Karte für Kapitän Lambertz und Adam Bodzek verkraften, die damit im wichtigen Duell mit Greuther Fürth am kommenden Wochenende ausfallen.

Die Lust auf den Karneval im Rheinland ist nach dem Spiel sicherlich dahin.

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