Augsburg verpasste gegen Mainz den Sprung auf den Relegationsplatz © getty

Trotz Punkt gegen Mainz ist Augsburg nicht zufrieden. Mölders hadert. Platzverweis und Tor-Klau erzürnen Tuchel.

Augsburg - Einen wichtigen Punkt gegen den Abstieg gerettet, aber den Heimfluch wieder nicht besiegt:

Sascha Mölders konnte sich über sein Tor zum hart erkämpften 1:1 (0:1) gegen den FSV Mainz 05 (Bericht) nicht so recht freuen.

"Wir wollten drei Punkte holen, das ist uns leider nicht geglückt", sagte der Angreifer und machte ein langes Gesicht. ( 673577 DIASHOW: Der 21. Spieltag )

Damit war er in bester Gesellschaft: Das Unentschieden in einem hektischen Spiel mit vielen heftig umstrittenen Szenen war allen Beteiligten zu wenig.

Weinzierl verkauft Punkt als Erfolg

Selbst Augsburgs Trainer Markus Weinzierl sah enttäuscht aus, als er versuchte, den einen Zähler als Erfolg zu verkaufen.

"Wir haben 15 Punkte und Schlagdistanz zu den Hoffenheimern, die in zwei Wochen zu uns kommen. Und wir sind ungeschlagen in diesem Jahr, das gibt uns Selbstvertrauen", meinte der Coach.

Befreiungsschlag verpasst

Dennoch blieb ein fader Beigeschmack. Der FCA konnte eine Rote Karte gegen den Mainzer Shawn Parker und die daraus resultierende 45-minütige Überzahl nicht zum Sieg nutzen.

Das Team blieb im siebten Heimspiel in Folge ohne Dreier und verpasste den Sprung an Hoffenheim vorbei auf den Relegationsplatz. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir spielen eine komplette Halbzeit lang in Überzahl, da ist ein Punkt ärgerlich. Wir haben uns mehr versprochen. Wenn wir im Abstiegskampf bestehen wollen, müssen Heimsiege her", sagte Mittelfeldspieler Tobias Werner.

Philp droht wieder lange Pause

Sorgen bereitet den Augsburger dabei die erneute Verletzung von Abwehrspieler Ronny Philp. Der 24-jährige Rechtsverteidiger musste in der 43. Minute nach einem Foul von Junior Diaz mit Verdacht auf einen Außenbandriss im rechten Knie ausgewechselt werden.

Wegen einer Verletzung an derselben Stelle war Philp schon in der Hinrunde lange ausgefallen. "Es ist leider wieder das operierte Außenband. Er wird uns wieder lange fehlen, das ist wirklich bitter für den Jungen", sagte Weinzierl.

Am Montag soll eine Kernspintomographie eine genaue Diagnose bringen.

Junior Diaz hatte für sein hartes Einsteigen nur die Gelbe Karte gesehen und wenig später den Mainzer Führungstreffer durch Adam Szalai vorbereitet.

Tuchel wettert gegen Schiedsrichter

Auch die Mainzer waren restlos bedient, und Trainer Thomas Tuchel gab sich im Gegensatz zu Weinzierl keine Mühe, es zu verbergen.

"Die Rote Karte lässt das Spiel total kippen. Ich bin zu hundert Prozent der Auffassung, dass wir zu elft das Spiel gewonnen hätten", sagte der Coach und nahm Schiedsrichter Tobias Stieler und dessen Assistenten aufs Korn.

Es sei "unstrittig", dass die Szene zum Platzverweis "nur gefährliches Spiel und eine Gelbe Karte" war.

"Krasse Fehlentscheidung"

"Wir haben außerdem ein glaskares Tor erzielt. Der Assistent hat sich die Mühe gemacht, die Fahne zu heben in einer Szene, in der er niemals die Fahne hätte heben dürfen. Das war ein krasse Fehlentscheidung", sagte Tuchel.

Obwohl Mainz den Hamburger SV wieder überholte und weiter auf Rang fünf steht, grollte der Trainer: "Am Ende nehmen wir den Punkt mit, aber wie der entstanden ist, wird uns noch lange beschäftigen."

Statt vier Punkte beträgt der Mainzer Rückstand auf die Champions-League-Ränge nun sechs Zähler.

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