SPORT1-Experte Thomas Strunz wettet auf den Transfer des BVB-Torjägers nach München und rät den Schalkern zu Gelassenheit.

Hallo Fußball-Freunde,

viel ist in den vergangenen Tagen über einen Wechsel von Robert Lewandowski nach München spekuliert worden. Ich glaube, dass er zu den Bayern geht. Wenn nicht, spende ich 500 Euro.

Für mich ist Lewandowski der Spieler, der in der Bundesliga am ehesten in das Spielsystem des künftigen Bayern-Trainers Pep Guardiola passt und diese zentrale Mittelstürmerposition spielen kann. Der andere Hintergrund ist natürlich auch, dass durch einen Wegkauf ein großes Loch bei den Dortmundern gerissen würde.

Dabei sind die Bayern in der Bundesliga ja jetzt schon das Maß aller Dinge. Wer noch daran denkt, dass in der Meisterschaft irgendwas passieren könnte, der ist ein Fantast.

Es ist gut für den deutschen Fußball, dass sich die Bayern jetzt auf die Champions League konzentrieren können. Sie können den Fokus verändern. Und ganz ehrlich: Es wäre doch schön, wenn eine deutsche Mannschaft mal wieder die Champions League gewinnen könnte.

Auch Schalke ist noch in der Königsklasse dabei. Von der Form der Bayern ist der Klub aber meilenweit entfernt.

Das hat man Samstag noch einmal deutlich bestätigt bekommen. Dennoch sind die Schalker Verantwortlichen in der aktuellen Situation gut beraten, nicht in Aktionismus zu verfallen.

Das Problem, dass die Mannschaft jetzt hat, ist ja nicht unter Jens Keller entstanden.

Wo ist die Struktur, die diese Mannschaft auszeichnen soll? Wo sind die Führungsspieler, die auch ein Huub Stevens nicht ausgebildet hat? Wo ist die Hierarchie, an der sich auch junge Spieler wie Draxler orientieren können?

Das alles auf Jens Keller zu schieben, ist aus meiner Sicht viel zu kurz gegriffen. Wenn die öffentliche Meinung bei einem Verein wie Schalke 04 direkt von Beginn an gegen den Trainer ist, ist es ein wunderbares Alibi für andere, sich dahinter zu verstecken.

Ich glaube persönlich, dass der größte Fehler war, erkannt zu haben, dass es mit Huub Stevens nicht weiter geht und man dann zu spät reagiert hat. Was man aus dem Schalker Umfeld hört, war man früh unzufrieden mit der Arbeitsweise und der perspektivischen Ausrichtung. Also muss man reagieren.

Bei Schalke geht es gerade nur darum, wie man am Wochenende drei Punkte holt. Man vergisst die langfristige Planung. Wo will Schalke in ein, zwei Jahren stehen? Deswegen ist die zukünftige strategische Ausrichtung des Klubs für mich das entscheidende Thema.

Bis demnächst,

Euer Thomas Strunz

Ex-Nationalspieler Thomas Strunz wechselt sich in dieser Saison als Experte im Volkswagen Doppelpass und bei der sonntäglichen SPORT1-Kolumne mit Thomas Helmer und Mario Basler ab.

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