Kam 2009 für 30 Millionen Euro aus Stuttgart: Bayerns Mario Gomez © getty

Die Gerüchte um die Lewandowski-Verpflichtung hinterlassen Spuren beim Bayern-Stürmer. Er vermisst die Unterstützung der Bosse.

Vom FC Bayern berichten Tom Vaagtund Christian Ortlepp

München - Nach den Spekulationen um die mögliche Verpflichtung des Dortmunder Torjägers Robert Lewandowski hat sich Bayern Münchens Stürmer Mario Gomez bei SPORT1 über fehlende Rückendeckung aus dem Vorstand des deutschen Rekordmeisters beklagt.

"Ich mache meine Arbeit. Irgendwann wird uns der Verein schon sagen, wie er plant", sagte der 27-Jährige nach dem 4:0 der Bayern gegen Schalke 04 (Bericht).

Und ergänzte: "Ein Bekenntnis sieht im Moment - für die Stürmer, die da sind - anders aus."

Lob aber für Heynckes

Seinen Trainer Jupp Heynckes nahm Gomez von der Kritik ausdrücklich aus.

"Der Trainer hat Mut und einen Arsch in der Hose. Ich weiß nicht, wie viele mir den Einsatz gegen Schalke gegeben hätten. Dafür bin ich ihm sehr dankbar", betonte der Nationalstürmer. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Gomez stand nach dem Länderspiel unter der Woche in Frankreich in der Kritik - trotzdem brachte Heynckes den Angreifer gegen die Schalker erstmals in der Rückrunde von Beginn an.

Der Angreifer zahlte das Vertrauen mit dem Treffer zum 4:0 zurück.

Kein Kommentar zu Lewandowski

"Mario war verunsichert. Das Tor hat ihm gut getan. Er ist ein wichtiger Spieler für uns", sagte Heynckes.

Ähnlich äußerte sich dann auch Karl-Heinz Rummenigge: "Ich bin glücklich, dass Mario das Tor gemacht hat. Wir brauchen ihn."

Über eine etwaige Verpflichtung von Lewandowski wollte Bayerns Vorstandsboss hingegen keine Angaben machen: "Wir gehen damit ganz entspannt um und werden das nicht kommentieren. Für uns ist entscheidend, was momentan auf dem Platz stattfindet."

Auch Matthäus redet mit

Zuletzt indes hatten sich die Anzeichen verdichtetet, dass die Bayern und der noch bis 2014 an den BVB gebundene Lewandowski eine Einigung für einen Vertrag ab der kommenden Saison erzielt haben.

Nun nährte auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus dieses Gerücht.

"Ich habe gehört, dass sich Lewandowski einig ist mit dem FC Bayern, beziehungsweise das Management von Lewandowski", sagte der Sky-Experte: "Er ist ein Spieler, der, glaube ich, mehr ins System von Pep Guardiola passt als Gomez."

Hoeneß spottet über Matthäus-Aussagen

"Ich denke, Lothar hat sich in den vergangenen Monaten immer sehr mit Frauen beschäftigt. Jetzt diskutiert er plötzlich über neue Spieler beim FC Bayern. Scheinbar hat er sein Jagdfeld verändert", spottete Bayerns Präsident Uli Hoeneß im Volkswagen Doppelpass über Matthäus' Aussagen.

Der 61-Jährige wollten die Spekulationen um Leandowski aber auch nicht dementieren.

"Das sind Gerüchte. Wir haben vor einiger Zeit beschlossen, über diese Dinge gar keine Kommentare mehr abzugeben. Warum sollten wir Dinge dementieren, die uns derzeit nichts angehen", sagte Hoeneß.

Magath rechnet mit Gomez-Wechsel

Bayerns Ex-Trainer Felix Magath erwartet derweil, dass Gomez die Konsequenzen aus dem derzeitigen Wirbel zieht und den Verein im Sommer verlässt.

"Ich kann mir vorstellen, dass Mario Gomez mit seiner Rolle bei Bayern nicht so zufrieden und glücklich ist - und dann wäre als Konsequenz ein Wechsel das Richtige", sagte der LIGA-total!-Experte am Samstag.

Und fügte an: "Die Wahrscheinlichkeit ist schon groß, dass er den Verein im Sommer verlässt."

Gomez kämpferisch

Gomez selbst will davon nichts wissen und gibt sich kämpferisch: "Ich sehe mich noch nicht weg, Egal, wer kommt - ich habe vor niemandem Angst. Ich bin gern in München. Wenn das nicht mehr der Fall sein soll, muss man mir das sagen."

Neben Gomez haben die Bayern noch die Mittelstürmer Mario Mandzukic und Claudio Pizarro unter Vertrag.

Während der in der laufenden Saison bereits 14-mal erfolgreiche Mandzukic gemeinsam mit Lewandowski und Stefan Kießling (Bayer Leverkusen) die Torjägerliste der Bundesliga anführt, spielte Pizarro zuletzt nur eine Nebenrolle im Bayern-Kader.

Der Kontrakt des Peruaners läuft zum Saionende aus.

Einen weiteren Fürsprecher hat Gomez in DFB-Sportdirektor Robin Dutt. Hätte der Nationalspieler häufiger gespielt, würde er eine ähnliche Torquote wie Mandzukic aufweisen, sagte der 48-Jährige im Volkswagen Doppelpass: "Ich bin fest davon überzeugt, dass Mario wieder zurückkommen wird."

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