Max Kruse (l.) wechselte vor der Saison vom FC St. Pauli zum SC Freiburg © imago

Gegen Düsseldorf droht den Breisgauern der Sturz nach unten. Streich motzt, Kruse appelliert an alte Tugenden. Ein Knipser fehlt.

Von Jakob Gajdzik

München - Wer Christian Streich kennt, der kann sich gut vorstellen, wie es unter der Woche in ihm gebrodelt hat.

Die jüngste 1:2-Niederlage bei 1899 Hoffenheim beendete die SC-Serie von sechs ungeschlagenen Pflichtspielen in Folge, war aber aus Sicht des SC Freiburg mehr als unnötig. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dessen extrovertierter Coach ist noch immer angefressen: "Wenn du solche Fehler machst, ist klar, dass du verlierst. Wir waren einfach nicht aufmerksam genug. Das ist sehr ärgerlich."

Doch gegen Fortuna Düsseldorf (So., ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) soll die Scharte ausgewetzt werden - und der erste Sieg 2013 eingefahren.

"Wir haben alles aufgearbeitet"

"Wir haben alles aufgearbeitet und wieder viel mehr Konzentration eingefordert", bilanziert Streich nach der zurückliegenden Trainingswoche.

Wichtig wäre der Sieg auch, um im Breisgau aufkommende Diskussionen im Keim zu ersticken. Denn: Einer sensationellen Hinrunde mit Platz fünf folgten aus den ersten drei Rückrundenspielen nur zwei Punkte und ein Treffer.

Abstand nach unten schmilzt

Durch diese schwache Ausbeute hat sich der Abstand zu Platz 15 auf fünf Punkte verkürzt - dem SC droht der Sturzflug.

Besonders im Kraichgau ließ der Sportclub trotz optischer Überlegenheit und Führung zu viele Nachlässigkeiten zu.

"Vielleicht sind wir ein bisschen unaufmerksam gewesen, haben gedacht, es läuft schon irgendwie", blickt auch Torschütze Max Kruse zurück und ergänzt, das Team habe "das nötige Zweikampfverhalten und die nötige Aggressivität vermissen lassen".

Appell von Kruse

Anstatt die Hoffenheimer Verunsicherung auszunutzen, brachte Freiburg den Gegner selbst zurück ins Spiel.

Kruse appelliert vor dem Düsseldorf-Spiel deshalb an die Tugenden, die die Breisgauer in der Hinrunde zu einer der Überraschungsteam werden ließen.

"Wir müssen uns wieder auf das konzentrieren, was wir auch in der ganzen Hinserie geschafft haben: aus einer kompakten Defensive den Weg nach vorne suchen", so der 24-Jährige.

Es fehlt ein Torjäger

Das gelang der jungen Mannschaft zwar in den ersten beiden Partien nach der Winterpause in Mainz und gegen Leverkusen.

Doch vorne fehlte ihnen die Kaltschnäuzigkeit - beide Spiele endeten torlos.

Einen Knipser haben sie in Freiburg nicht - das ist allerdings nichts Neues.

In welche Richtung geht es?

In der Hinserie hat es der Sportclub zumindest geschafft, dank hoher Laufbereitschaft, schnellen Umschaltspiels und eines effektiven Mittelfelds (22 von 25 Freiburger Toren) diesen Umstand auszugleichen.

Doch kurz nach dem Rückrundenstart steht die junge Freiburger Mannschaft plötzlich am Scheideweg.

Und die Frage lautet: Zieht sie aus der Negativphase Schlüsse, die in die Erfolgsserie zurückführen, oder wiegt die Last des frühen Saison-Erfolges immer schwerer für das Streich-Team?

"Bitter und sehr ärgerlich"

"Dass wir nicht die ganze Saison ohne weitere Niederlage überstehen würden, war klar", meint Kruse. "Aber wenn es dann so passiert wie in Hoffenheim, ist das natürlich schon bitter und sehr ärgerlich."

Gegen die Fortuna soll das Team den Lerneffekt bereits umsetzen. Ansonsten könnte es es im beschaulichen Breisgau bald rumoren.

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