Jupp Heynckes gewann 1998 mit Real Madrid die Champions League © getty

Vor dem Schalke-Spiel verblüfft der FCB-Coach mit früheren DFB-Angeboten. Heynckes warnt vor S04 und hat Verständnis für Robben.

Vom FC Bayern berichten Reinhard Franke und Christian Ortlepp

München - Jupp Heynckes ist immer für eine Überraschung gut.

Zunächst sprach der Bayern-Coach vor dem Heimspiel am Samstag gegen den FC Schalke 04 (ab 18 Uhr im LIVE-TICKER) über die Länderspieleinsätze seiner Spieler, dann verblüffte der 67-Jährige die anwesende Journalistenrunde. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

In der französischen Tageszeitung "L'Equipe" war zu lesen, dass Heynckes nach der WM 2014 gerne den Job des Bundestrainers als Nachfolger von Joachim Löw haben würde.

Ob er sich dazu äußern könne, wurde er gebeten.

Heynckes musste schmunzeln: "Ach wissen Sie, den Job habe ich in den letzten Jahren drei Mal angeboten bekommen."

Dann stellte Heynckes klar: "Ich habe keinerlei Ambitionen auf den Job."

Telefonat mit Beckenbauer 2000

Wann ihm der Bundestrainer-Posten konkret angeboten worden war, wollte der 67-Jährige nicht preisgeben. Er bestätigte nur indirekt, dass er nach seinem Ende als Trainer bei Benfica Lissabon im Jahr 2000 mit Franz Beckenbauer telefoniert habe.

Zu weiteren Spekulationen wollte er sich nicht äußern, verwies da lieber auf DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

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"Ich kann meine Frau beauftragen"

Auf Nachfrage eines Journalisten sagte Heynckes nur süffisant: "Ich kann ja auch meine Frau beauftragen nachzuschauen, sie hat einen Terminkalender."

Nach SPORT1-Informationen handelt es sich jedoch um die Jahre 1998 und 2004.

Doch anstatt weiter auf die Thematik einzugehen, lobte Heynckes lieber seine Spieler.

Lob für Müller und Ribery

"Thomas Müller war gegen die Franzosen sehr agil, sehr fleißig und hungrig. Er ist top fit, geht dahin, wo es weh tut - er ist einfach ein cleverer Fußballer, ein Vollstrecker."

Auch für Ribery hatte er warme Worte übrig: "Dass er ein sehr guter Spieler ist, wissen wir alle. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass er so spielt. Ribery versucht sich in jedem Training zu verbessern."

Bayerns Innenverteidiger Dante bekam von seinem Chef ein dickes Lob nach seinem ersten Länderspiel-Einsatz für Brasilien.

Heynckes schwärmt von Dante

"Dante hat sich das verdient", befand Heynckes. "Er ist ein wunderbarer Mensch und ein überragender Profi. Ich freue mich besonders für diesen Spieler. Wichtig ist, dass er das Niveau hält."

Heynckes geht davon aus, dass alle seine Spieler gesund zurückkommen: "Ich denke, dass die Spieler bis Samstag regenerieren können. Dann müssen sie im Vollbesitz ihrer Kräfte sein."

"Mir hat die Schalker Mannschaft gefallen"

Nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist aktuell der FC Schalke 04. Doch der Bayern-Coach warnt davor, Schalke zu unterschätzen.

"Ich habe die letzten zwei Schalker Spiele gesehen. Gegen Fürth haben sie nicht so schlecht gespielt, wie die Kommentare waren", erklärte Heynckes und fügte an: "Mir hat die Schalker Mannschaft gefallen. Die werden mit einer extremen Motivation nach München kommen."

Unterstützung für Jens Keller

Vor allem seinen jungen Kollegen Jens Keller nahm er in Schutz: "Man sollte ihn in Ruhe arbeiten lassen. Das ist ein junger Trainer, der in schwieriges Amt übernommen hat."

Auch Heynckes hat gerade eine schwierige Aufgabe zu lösen, da er einige unzufriedene Spieler im Kader hat.

Arjen Robben, Mario Gomez, Luiz Gustavo und Jerome Boateng kommen momentan nicht wie gewünscht zum Einsatz.

Robben hofft auf Einsätze

Im Klub derzeit nur Kurzarbeiter, genoss Robben beim 1:1 gegen Italien das Vertrauen von Bondscoach Louis van Gaal.

"Bei meinem Verein erhalte ich fast keine Spielzeit, eine unbefriedigende Situation. Deshalb war ich sehr glücklich, dass ich 45 Minuten spielen durfte, ein herrlicher niederländischer Abend für mich", sagte der 29-Jährige.

Nun spekuliert Robben auf Ähnliches in München.

"Ich reise nun zurück und hoffe, dass der Trainer dort mir genauso vertraut", erklärte der Tempodribbler.

Heynckes zeigte Verständnis. "Dass ein Spieler nicht zufrieden ist und an die Decke springt, ist doch klar", erklärte er.

Reden und vertrauen

"Reden", sei das Erfolgsrezept, um Reservisten bei Laune zu halten, erklärte Heynckes. Es sei wichtig, "dass die Spieler wissen, wo sie bei mir dran sind, dass sie zu mir vertrauen haben. Es gibt ja Gründe, warum sie nicht spielen."

Und weiter: "Man muss ehrlich und glaubwürdig sein und den Spielern sagen, was man für Ideen hat."

Dann lächelte er zufrieden.

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