Manuel Neuer (l.) und Dante spielen erst seit dieser Saison zusammen bei den Bayern © imago

Die Abwehr des FC Bayern befindet sich auf Rekordkurs. Neuer und Dante erklären bei SPORT1 die Stabilität des FCB.

Von Christian Stüwe und Martin Volkmar

München - Es ist eine relativ einfache Rechenaufgabe.

Teilt man die bisher sieben Gegentore des FC Bayern München durch die absolvierten 20 Partien und multipliziert das Ergebnis mit 34 lautet das Ergebnis 11,9.

Die Hochrechnung prognostiziert dem Rekordmeister am Ende der Saison also ziemlich genau zwölf Gegentreffer.

Da Fußball ja bekanntlich nach wie vor keine Mathematik ist, wird das Endergebnis vermutlich etwas mehr oder weniger von der Prognose abweichen.

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird die Abwehr des FC Bayern aber den eigenen Bundesligarekord aus der Saison 2007/08 mit 21 Gegentoren unterbieten (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Priorität hat Erfolg der Mannschaft"

"Wenn wir den Rekord verbessern, ist das schön", sagte Torwart Manuel Neuer im Gespräch mit SPORT1: "Aber Priorität hat der Erfolg der Mannschaft und die Deutsche Meisterschaft. Und da stehen wir ganz oben."

Dass die Bayern an der Tabellenspitze einsam ihre Kreise ziehen, ist zu einem großen Teil der Stabilität in der Defensive zu verdanken.

"Die Null muss stehen"

Die Mannschaft wisse, wie wichtig es sei, dass die Null stehe, sagte Neuer. "Wir haben gelernt, vorne früh zu stören und kompakt zu stehen. Das ist für uns im Moment das A und O", erklärte der Nationaltorwart.

Mit Mario Mandzukic ist bei den Bayern derzeit ein Stürmer gesetzt, der nicht nur mit 14 Treffern die Torjägerliste anführt, sondern auch viel läuft und defensiv mitarbeitet.

Bestes Indiz dafür ist die Foulstatistik des 26 Jahre alten Kroaten. Der Angreifer wurde 26-mal gefoult, 34 Fouls wurden gegen den Stürmer gepfiffen.

Lob für "Mandzu"

"Es läuft gut in der Abwehr und darüber bin ich sehr, sehr froh", sagte Innenverteidiger Dante zu SPORT1: "Aber unsere ganze Defensive fängt schon im Sturm bei Mandzu an, der unheimlich viel für uns läuft und viel nach hinten arbeitet. Der Druck auf den Gegner ist immer der Anfang der Verteidigung."

Doch auch Dante selbst hat großen Anteil an der Stabilität der Bayern.

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Vor der Saison kam der Verteidiger von Borussia Mönchengladbach nach München, nicht wenige zweifelten daran, ob sich der Brasilianer würde durchsetzen können.

Doch Dante entwickelte sich von Anfang an zum festen Bestandteil der Viererkette und ist mittlerweile Abwehrchef des FC Bayern.

Dante jetzt Nationalspieler

Am Mittwochabend gab der 29 Jahre alte Verteidiger sogar sein Debüt in Brasiliens Nationalelf. Trotz der Niederlage der Selecao in England erhielt Dante Lob von höchster Stelle.

"Ich bin sehr zufrieden. Wir haben einen starken Verteidiger für die Zukunft gesehen", sagte Brasiliens Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari.

Gegen Englands Stürmer Wayne Rooney lieferte Dante eine solide Vorstellung ab und gewann vor allem in der Luft die meisten Duelle.

Die Pleite im Wembley-Stadion konnte Dante nicht verhindern. Vielleicht auch, weil er von seinen Vorderleuten nicht die Unterstützung wie beim FC Bayern erhielt.

Kompaktheit als Schlüssel zum Erfolg

"Am Ende müssen wir die Zweikämpfe gewinnen und die Flanken weghauen", sagte Dante: "Aber wenn man als Mannschaft kompakt steht, ist das viel einfacher."

Vor der Innenverteidigung verfügt der FC Bayern im defensiven Mittelfeld mit Bastian Schweinsteiger, Javier Martinez und Luiz Gustavo über zweikampfstarke Spieler, auf den Flügeln lassen Kapitän Philipp Lahm und David Alaba wenig zu.

Selbst Franck Ribery wurde in dieser Spielzeit schon mehrfach dabei beobachtet, wie er am eigenen Strafraum Flanken unterband.

Keeper Neuer ist seit mittlerweile 340 Minuten ohne Gegentor.

"Darüber rede ich nicht gerne", sagte Neuer: "Es ist oft so, dass man dann Gegentore beschreit."

Neuer rechnet mit Problemen

Bei aller Kompaktheit rechnet Neuer nämlich durchaus damit, dass sich die Bayern-Defensive auch nochmal etwas wackliger präsentieren könnte.

"Wir haben in der Hinserie der letzten Saison auch sehr gut verteidigt und wenig Gegentore kassiert", erklärte der Torwart: "Aber das über die ganze Saison zu schaffen, ist schwierig. Da werden wir sicher nochmal Probleme bekommen."

Dann gelte es nach Gegentoren "cool zu bleiben" und weiterzumachen wie bisher, sagte Neuer.

Denn auch wenn die Bayern es nicht zugeben, die Unterbietung des eigenen Rekords ist sicher ein Ansporn.

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