Gerald Asamoah wechselte im Januar 2012 vom FC Schalke zu Greuther Fürth © getty

Fürths Stürmer Gerald Asamoah spricht bei SPORT1 über den Überraschungssieg gegen S04 und verteidigt Trainer Mike Büskens.

Von Thorsten Langenbahn

Gelsenkirchen - Lachend stand Gerald Asamoah nach dem Spiel in der Mixed Zone.

Das fröhliche Asamoah-Grinsen, dass sie in Gelsenkirchen noch so gut kennen, wollte dem 34-Jährigen gar nicht mehr aus dem Gesicht weichen.

Der 2:1-Last-Minute-Sieg gegen seinen früheren Verein (Bericht), für den er elf Jahre lang aktiv war, war ein Befreiungsschlag für den Tabellenletzten.

Für Asamoah war es der erste Bundesliga-Sieg seit fast zwei Jahren, als er am 16. Februar 2011 mit St. Pauli 1:0 beim HSV gewinnen konnte.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Krönung für Asamoah: Bei seiner Auswechslung in der 84. Minute wurde der frühere königsblaue Publikumsliebling vom Gelsenkirchener Anhang mit viel Applaus vom Platz begleitet.

Im SPORT1-Interview spricht der 43-malige deutsche Nationalspieler über die emotionale Vorstellung auf Schalke, seine Null-Tore-Bilanz und die Unruhe bei seinem Ex-Klub.

SPORT1: Herr Asamoah, war das 2:1 gegen Schalke das erhoffte Lebenszeichen?

Gerald Asamoah: Es war ein Lebenszeichen, um zu zeigen, dass wir noch gewinnen können. Egal ob auf Schalke oder sonstwo. So ein Sieg zu holen, den keiner erwartet hat, und mit drei Punkten nach Hause zu fahren, das ist einfach super.

SPORT1: Ist die Freude über die drei Punkte deshalb umso größer?

Asamoah: Auf jeden Fall. Es ist ein geiles Gefühl. Keiner hat damit gerechnet, dass wir auf Schalke etwas mitnehmen. Sogar für uns Spieler war es schwer, daran zu glauben. Das Spiel zuvor gegen Mainz war unser Tiefpunkt. Wir haben uns einfach gesagt, dass es eigentlich nicht schlimmer werden kann.

SPORT1: Bei Ihrer Auswechslung hat das Schalker Publikum Sie mit Ovationen vom Platz begleitet. Was war das für ein Gefühl?

Asamoah: Das war unglaublich. Ich habe ja schon viel erlebt, aber das war einmalig. Das zeigt, dass die Fans auf Schalke mich nicht vergessen haben und immer noch honorieren, was ich hier geleistet habe.

SPORT1: Für Schalke ist die Niederlage ein weiterer herber Rückschlag. Wie beurteilen Sie die Situation bei Ihrem Ex-Klub?

Asamoah: Bei den hohen Erwartungen darf man eigentlich nicht gegen den Tabellenletzten verlieren. Ich weiß aus eigener Erfahrung, was jetzt auf Schalke los ist. Das gibt natürlich noch mehr Unruhe. Wichtig ist, dass Spieler, Fans und der ganze Verein zusammenhalten, damit die Mannschaft aus dieser Situation wieder rauskommt.

SPORT1: Hat die Trainerdiskussion um Mike Büskens in Fürth erstmal ein Ende?

Asamoah: Das hoffe ich. Die Diskussion war für mich einfach überflüssig. Ich weiß, dass er alles für diesen Verein tut. Er ist Tag und Nacht im Einsatz. Deswegen ist es schade, dass so ein Trainer infrage gestellt wird. Aber so ist das im Fußball. Ich freue mich daher auch sehr für den Trainer, dass wir auf Schalke gewonnen haben.

SPORT1: Wie viel Rückenwind gibt dieser zweite Saisonsieg für die weitere Rückrunde?

Asamoah: Damit ist jetzt vieles möglich. Wir wissen, dass wir gewinnen können. So ein Sieg bei einem Champions-League-Teilnehmer gibt nochmal einen Extraschub. Jetzt müssen wir einfach an uns glauben, um im nächsten Heimspiel gegen Wolfsburg die Punkte zu Hause zu behalten.

SPORT1: Sie standen in dieser Saison elfmal in der Startelf, aber haben noch keinen Treffer erzielt. Wie sehen Sie bisher Ihre persönliche Leistung?

Asamoah: Natürlich wird man als Stürmer immer an Toren gemessen, aber jeder der mich kennt, der weiß, dass ich nie ein Torjäger war. Deswegen mache ich mir da gar keinen Kopf. Wenn ich bei null Toren bleibe und wir in der Liga bleiben, dann würde ich das sofort unterschreiben.

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