Sportvorstand Matthias Sammer nimmt bei SPORT1 zu Bayerns künftigem Trainer Guardiola und Arjen Robbens Situation Stellung.

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Von Christian Ortlepp

München - Nach der Verpflichtung von Star-Trainer Pep Guardiola spricht Matthias Sammer bei SPORT1 erstmals ausführlich über Gegenwart und Zukunft des deutschen Rekordmeisters und seine eigene Rolle.

Der Sportvorstand des FC Bayern ruft zudem die Münchner Profis trotz zwölf Punkten Vorsprung auf Erzrivale Borussia Dortmund weiterhin zu höchster Konzentration auf.

Die derzeitige Dominanz der Bayern sei "nicht mehr als eine Momentaufnahme", warnt Sammer: "In den verschiedenen Wettbewerben gilt es, mit aller Konsequenz weiterzuarbeiten."

Im Bezug auf Guardiola verweist der ehemalige DFB-Sportdirektor vor allem auf die kommende Saison: "Es ist nicht verwunderlich, dass Guardiola irgendwann bei uns arbeiten wird."

Den Wirbel um die Reservistenrolle von Arjen Robben will Sammer indes nicht überbewerten.

Im SPORT1-Interview spricht der 45-Jährige zudem über die Suche nach Perfektion und den Konkurrenzkampf zwischen FCB-Keeper Manuel Neuer und HSV-Torhüter Rene Adler im Nationalteam.

Matthias Sammer über...

die zwölf Punkte Vorsprung auf den BVB:

"Wir müssen - wie Jupp Heynckes immer sagt - unbeirrbar konzentriert und entsprechend unseres Anspruchs den Weg weitergehen. Auf uns warten noch schwierige Aufgaben: Unsere volle Konzentration gilt dem Spiel gegen Schalke. Wahrscheinlich wird in dieser Woche nicht viel über das Spiel gesprochen, sondern mehr über Rekorde: Ich weiß, dass Schalke eine sehr gute Mannschaft hat und wir diese Mannschaft sehr ernst nehmen müssen!"

den Wunsch nach einem lächelnden Sportvorstand:

"Was sich die Mannschaft wünscht, ist erst mal wurscht! Es geht nicht um mich, es geht beim FC Bayern immer um Leistung, es geht darum, zum richtigen Zeitpunkt Analysen zu erstellen, um dann im Positiven mit dem gewissen Hype umzugehen, nicht die Realität zu vergessen.

über den Coup "Pep Guardiola":

"Wenn Sie wissen, wie sich solche Sachen entwickeln, dann können Sie es vielleicht nachvollziehen und dementsprechend ist das nicht verwunderlich, dass Guardiola irgendwann bei uns arbeiten wird."

seine Maxime:

"Ganz simpel gesagt sollten wir uns an der Leistung orientieren - die muss im Mittelpunkt stehen. Wir sind noch weit entfernt, mit Freude in Champagner zu baden - dazu ist einfach noch nicht der Zeitpunkt. Sie werden mich aber anders erleben, wenn wir etwa gewinnen - oder wenn wir nichts gewinnen."

die Suche nach Perfektion:

"Wir waren in der Vergangenheit schon mal in gewissen Gefilden, wo wir wieder hinmöchten. Alles was jetzt ist, muss nicht schlecht sein, liest sich auch ganz gut, aber es ist nicht mehr als eine Momentaufnahme. In den verschiedenen Wettbewerben gilt es, mit aller Konsequenz weiterzuarbeiten."

große Spiele:

"Wenn die Titel vergeben werden, musst du im richtigen Moment die Topform haben. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt wichtig. In den Armen liegen können sich andere, nicht wir."

Arjen Robben:

"Natürlich können wir uns in den Spieler hineinversetzen. Ich habe Verständnis für ihn, weil er ein sehr ehrgeiziger Spieler ist und immer spielen möchte. Dass er mal schneller in der Kabine ist oder im Bus, ist für uns kein Problem. Es würde nur zum Problem werden, wenn er sich in Kommentaren so darstellen würde, dass er als Person wichtiger wäre als die Mannschaft. Das muss man fairerweise sagen: Das ist bisher nicht von ihm gekommen."

Robbens Motivation:

Arjen muss nur wissen, dass bei Bayern immer die Mannschaft und das Wappen im Mittelpunkt stehen und sich Einzelne dem auch unterwerfen müssen. Ich erlebe ihn zwar nicht glücklich zurzeit, aber sehr motiviert."

eine Verlängerung mit Holger Badstuber:

"Wir sind in Gesprächen und auch ziemlich weit. Ich habe positive Signale bekommen. Es ist aber noch zu früh, es zu verkünden. Holger ist für den FC Bayern ein sehr wichtiger Spieler - er passt sportlich und charakterlich sehr gut in den Verein."

mögliche Neuzugänge in der nächsten Saison:

"Es ist unsere Aufgabe, dass die Entwicklung des deutschen Fußballs und die Nachhaltigkeit erkennbar ist. Die Ausbildung der deutschen Nachwuchsspieler ist auf einem hohen Niveau - deswegen sind diese Spieler sehr interessant für uns, weil sie uns bekannt sind."

das DFB-Länderspiel gegen Frankreich:

"Es ist ein Spiel zweier großer Mannschaften. Es ist Prestige. Aber ich würde verneinen, dass es ein so wichtiges Spiel ist ? jetzt zwischen Bundesligastart und entscheidender Phase in der Champions League. Sachlich betrachtet hoffen wir alle, dass die Spieler gesund durchkommen."

über Rene Adler:

"Er ist ein sehr guter Torhüter. Was mir natürlich sehr, sehr gut gefallen hat, ist die Sachlichkeit in seinen Aussagen. Er hat eine schwere Zeit durchgemacht mit seinen Verletzungen und dadurch auch ein großes Turnier verpasst. man spürt einfach, dass er geerdet ist ? er ist sehr bescheiden, sehr demütig in seinen Aussagen und das imponiert.

Er ist eine große Persönlichkeit, hat allerdings das Pech, dass ihm eine noch größere Persönlichkeit und ein noch besserer Torhüter vor der Nase steht - nämlich Manuel Neuer!"

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