Philipp Lahm (r.) ist auch Kapitän der deutschen Nationalmannschaft © imago

Bayern-Kapitän Philipp Lahm lobt nach dem 3:0 in Mainz die Steigerung des Tabellenführers und spricht Bankdrücker Robben Mut zu.

Aus Mainz berichtet Martin Volkmar

Mainz/München - Neun Punkte aus drei Spielen, null Gegentore, auswärts weiter ungeschlagen - der FC Bayern zieht nach dem souveränen 3:0 bei Mainz 05 (Bericht) weiter einsam seine Kreise an der Tabellenspitze.

Angesichts des Riesenvorsprungs auf die Verfolger scheint die 22. Meisterschaft für den Rekordmeister schon nach dem 20. Spieltag entschieden (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Im Interview spricht Kapitän Philipp Lahm über die Leistung in Mainz, die Stärken der Münchner in Defensive und Offensive und Bankdrücker Arjen Robben.

Frage: Herr Lahm, wie bewerten Sie die Partie?

Philipp Lahm: Erst mal waren wir gut vorbereitet und wussten, was auf uns zukommt: Dass der Gegner aggressiv und teilweise auch hart spielt. Das haben wir angenommen. Und wir haben uns genug Selbstbewusstsein in den letzten Wochen geholt, um zu wissen, dass wir irgendwann unsere Chancen bekommen. Die müssen wir nutzen, und das haben wir in der ersten Halbzeit getan. Nach der Pause haben wir zweimal nachgelegt und damit war die Sache gegessen ( 670001 DIASHOW: Der 20. Spieltag ).

Frage: Was freut Sie mehr: Dass die Mannschaft hinten so gut steht oder dass sie vorne so effizient ist?

Lahm: Sicher unsere Defensivleistung, wobei wir gegen Mainz bei Standardsituationen etwas zu viel zugelassen haben. Es ist für einen Verteidiger immer schön, zu null zu spielen. Daran wollten wir in dieser Saison arbeiten. Das haben wir bisher sehr gut geschafft, auch wenn wir noch nicht am Ende sind.

Frage: Und in der Offensive?

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Lahm: Dass wir vorne immer die Chancen bekommen, haben wir ja gegen Mainz gesehen. Alle Treffer waren sehr, sehr schön herausgespielt. Nach vorne geht bei uns immer was.

Frage: Thomas Müller ist bis zum 1:0 nicht viel gelungen, dann war er eiskalt zur Stelle.

Lahm: Man weiß nie, was bei seinen Aktionen herauskommt. Aber man muss sich nur seine Statistiken in dieser Saison anschauen. Es ist sensationell, wie viele Tore er schon gemacht und wie viele er vorbereitet hat. Er ist ein absoluter Topspieler, der auch mal eine halbe Stunde aus dem Spiel sein kann. Aber er macht sich keinen Kopf und plötzlich ist er da.

Frage: Auch Mario Mandzukic war lange kaum zu sehen und hat dann zweimal zugeschlagen.

Lahm: Er gewinnt auch das Kopfballduell vor dem 1:0. Er hat sich super bei uns entwickelt. Wie er sich bewegt, wie er vorne die Bälle hält, wie er den Gegner anläuft und wie er die Tore macht - das ist Klasse. Aber wir wissen auch, dass wir noch zwei weitere Top-Stürmer haben. Es bleibt also interessant bei uns.

Frage: Bis jetzt läuft mit neun Punkten alles nach Plan, oder?

Lahm: Perfekt bis jetzt. Gegen Greuther Fürth war es eine Pflichtaufgabe, zu Hause zu gewinnen. Dann wussten wir, dass Stuttgart und Mainz schwierige Auswärtsspiele sind, wo wir uns in den letzten Jahren nicht immer leicht getan haben. Aber wir haben beide gewonnen, jetzt kommt wieder ein Heimspiel. Also wir sind im Soll.

Frage: Hilft es, dass die Mannschaft jetzt in einer Stammformation spielt?

Lahm: Wir haben jetzt drei Spiele in der Rückrunde jeweils nur am Wochenende gehabt, so dass wir uns unter der Woche erholen konnten. Das ändert sich jetzt alles, wenn die englischen Wochen anfangen. Von daher ist das alles nur eine Momentaufnahme.

Frage: Wie sehen Sie als Kapitän die Situation der Reservisten wie Robben und Gomez?

Lahm: Wir sind ein Top-Verein und da wird es immer Härtefälle geben. Aber wie gesagt: Das ist nur eine Momentaufnahme. Jetzt spielt diese Mannschaft und wenn sie Siege einfährt, ist es schwer, etwas zu ändern. Wichtig ist, dass alle im Training sich einsetzen. Arjen spielt gerne Fußball, das sieht man in jedem Training. Es ist eine Frage der Zeit, bis er uns wieder auf dem Platz hilft.

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