Mario Mandzukic (r.) kam vor der Saison vom VfL Wolfsburg zum FC Bayern © getty

Mainz spielt erst stark, aber Bayern ist eiskalt. Nach der Pause macht Mandzukic alles klar. Auch Gomez und Robben dürfen ran.

Aus Mainz berichtet Martin Volkmar

Mainz - Mit einem souveränen 3:0 (1:0)-Auswärtserfolg beim FSV Mainz 05 hat der FC Bayern einen weiteren großen Schritt auf dem vorgezeichneten Weg zur 22. Meisterschaft gemacht. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der Tabellenführer baute seinen Vorsprung auf die erst am Sonntag gegeneinander spielenden Verfolger Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund zumindest vorübergehend auf 14 bzw. 15 Punkte aus.

Damit bleiben die Münchner, die mit 51 Punkten und einer Tordifferenz von plus 44 nach 20 Spieltagen einen neuen Rekord aufstellten, in der Fremde nach ihrem neunten Sieg im zehnten Spiel weiter ungeschlagen.

Doppelpack von Mandzukic

Die Tore für das Team von Trainer Jupp Heynckes erzielten Thomas Müller (41.) mit seinem elften sowie Torjäger Mario Mandzukic (50., 57.) mit seinem 13. und 14. Saisontreffer.

Dabei zeigte der bisherige Tabellenfünfte aus Mainz vor 34.000 Zuschauern in der ausverkauften Coface-Arena eine couragierte und taktisch überzeugende Vorstellung, ehe der Rückstand kurz vor und die beiden schnellen Gegentore nach der Pause die Marschroute von Coach Thomas Tuchel über den Haufen warfen.( 670001 DIASHOW: Der 20. Spieltag )

Die auf vier Positionen gegenüber dem 3:0 in Fürth veränderten Gastgeber hatten den Rekordmeister bis dahin mit einer höchst disziplinierten Vorstellung kaum ins Spiel kommen lassen.

Neu-Bayer Kirchhoff in der Mainzer Startelf

Mit viel Einsatz und defensiver Geschlossenheit sorgte der FSV dafür, dass die Münchner zwar mehr Ballbesitz, aber bis zum 1:0 praktisch keine Torchance hatten. Auch ein Verdienst des Neu-Bayern Jan Kirchhoff, der als Vertreter des angeschlagenen Bo Svensson eine ordentliche Leistung als Innenverteidiger zeigte.

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Allerdings fehlte auch den Mainzern die Durchschlagskraft. Die beste Möglichkeit ergab sich in der 16. Minute: Erst wurde Shawn Parkers Schuss nach einem Konter in letzter Sekunde abgeblockt, dann köpfte Bastian Schweinsteiger die gefährlich von Kirchhoff verlängerte Ecke von Andreas Ivanschitz aus der Gefahrenzone.

Und nachdem Manuel Neuer, der inzwischen seit 340 Minuten ohne Gegentreffer ist, die nächste Ecke wegfaustete, schoss Parker aus der Distanz knapp vorbei (17.).

Kroos ebnet den Weg

Auf der Gegenseite kam der letzte Pass nicht an, die Bayern-Offensive stockte. Doch ausgerechnet Toni Kroos, der bis dahin einige Fehlpässe gespielt hatte, leitete nach 41 Minuten glänzend zum frei durchlaufenden Müller weiter, der Christian Wetklo ausspielte und ins leere Tor traf.

Für den Bayern-Torjäger war es der elfte Saisontreffer, für den Mainzer Keeper das erste Gegentor nach zuvor 242 Minuten.

Dabei blieb es bis zur Pause, doch statt der Mainzer Wende folgte nach dem Wechsel die schnelle Entscheidung zugunsten der Gäste. Schon in der 50. Minute erzielte Mandzukic nach Linksflanke von David Alaba das 2:0, sieben Minuten später erhöhte der Kroate mit seinem 14. Saisontor nach Rechtsflanke von Philipp Lahm per Kopf sogar auf 3:0.

Mainz ohne Glück im Abschluss

Trotzdem ließen die Rheinhessen nicht den Kopf hängen und hatten durch einen Schuss von Parker (65.), einen Kopfball von Radoslav Zabavnik (74.) und einen Freistoß von Ivanschitz (89.) die Chance zum Ehrentreffer, zielten aber jeweils knapp vorbei. Derweil verhinderte Wetklo mit einer Glanztat gegen Mandzukic (72.) das 0:4.

Ansonsten aber brachten die Bayern den 16. Sieg im 20. Saisonspiel locker nach Hause und sind in der Defensive mit nur sieben Gegentoren weiter auf Rekordkurs. Daher gibt es wenig Grund für Heynckes, seine erneut aufgebotene Stammelf zu ändern.

So reichte es für die Bankdrücker Arjen Robben und Mario Gomez gerade mal zu einem 15-minütigen Kurzeinsatz. Münchner Luxusprobleme.

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