Kam 2011 aus Stuttgart nach Leverkusen: Torhüter Bernd Leno © imago

Vor dem Verfolgerduell gegen Borussua Dortmund spricht Bayer-Torhüter Bernd Leno über das Spitzenspiel und seine Entwicklung.

Von Mathias Frohnapfel

München - Von den Erfolgen seines Vorbildes Iker Casillas ist Bernd Leno zwar noch ein gutes Stück entfernt, sein großes Potenzial stellt der 20 Jahre alte Torhüter von Bayer Leverkusen jedoch Woche für Woche unter Beweis.

Auch im Verfolgerduell gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund (ab 17.15 Uhr, LIVE-TICKER) soll der Keeper wieder zum Rückhalt seines Teams werden. (DATENCENTER: Die Bundesliga)

"Freiwillig werden wir unseren zweiten Platz allerdings nicht räumen", kündigt Leno im SPORT1-Interview an. Zudem spricht er über Dortmunds geballte Offensivwucht, Leverkusens Trainerduo und seine Ambitionen in den DFB-Teams.

SPORT1: Herr Leno, als Ihr Vorbild gilt Iker Casillas. Gibt es einen Trick oder eine Angewohnheit, die Sie sich von ihm abgeschaut haben, um in einem Top-Spiel wie gegen Dortmund nie die Ruhe zu verlieren?

Bernd Leno: Genau das ist der Punkt: nicht die Ruhe zu verlieren. Iker Casillas macht das überragend, gerade in 1:1-Situationen. Ich versuche wie er, mein eigenes Spiel zu spielen und mich nicht von äußeren Einflüssen aus dem Konzept bringen zu lassen.

SPORT1: In der Hinrunde setzte es beim BVB eine 0:3-Pleite. Warum läuft es diesmal besser?

Leno: Wir haben in Dortmund sicherlich unser schlechtestes Saisonspiel gemacht. Das soll die Leistung des Gegners nicht schmälern, der BVB hat einfach eine super Truppe. Aber so leicht wie im Hinspiel werden wir es ihnen garantiert nicht noch einmal machen.

SPORT1: Wie stoppt man Dortmunds Angriffsmaschine mit Robert Lewandowski, Mario Götze und Marco Reus?

Leno: Wenn man sich nur auf die drei genannten Spieler fokussiert, dann hat man schon den ersten, entscheidenden Fehler gemacht. Wir müssen Dortmund als Mannschaft bekämpfen. Die sind viel mehr als Lewandowski, Götze und Reus.

SPORT1: Leverkusen hat einen Punkt mehr als Dortmund auf dem Konto. Viele Experten sehen am Ende dennoch die Borussia vorne. Was macht Sie zuversichtlich, dass Bayer Rang zwei bis zum 34. Spieltag verteidigen kann?

Leno: Wir haben eine sehr starke Hinrunde gespielt, die viele uns nicht zugetraut haben. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir unsere Leistungen bestätigen können. Wir stehen nicht zufällig so weit oben. Wenn wir von Verletzungen verschont bleiben, können wir ähnliche Leistungen auch in der Rückrunde bringen. Ob es dann am Ende reicht, um Dortmund hinter uns zu lassen, weiß ich nicht. Freiwillig werden wir unseren zweiten Platz allerdings nicht räumen.

SPORT1: Welche Rolle spielt bei der bisher starken Saison das Leverkusener Trainer-Duo?

Leno: Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski machen wirklich einen tollen Job. Es macht unheimlich Spaß, mit Ihnen und ihrem Trainerteam zu arbeiten. Das alles hat hohes Niveau. Sie haben uns richtig gut in die Spur gebracht.

SPORT1: Wie sehen Sie persönlich Ihren Rückrundenstart und was haben Sie sich vorgenommen?

Leno: Ich bin ganz zufrieden. Wir haben gegen Frankfurt gewonnen und gegen die starken Freiburger zu null gespielt. Das ist okay.

SPORT1: Viele Ihrer Leistungen werden ja von außen mittlerweile als quasi selbstverständlich eingeordnet. Empfinden Sie daher diese Saison als Nummer-1-Keeper schwieriger?

Leno: Nein. Beurteilungen von außen lasse ich gar nicht an mich heran. Wichtig ist für mich vor allem, was mein Torwarttrainer David Thiel sagt. Ansonsten mache ich einfach mein Ding. Schwieriger ist für mich nur, dass ich nicht mehr so oft geprüft werde, weil wir defensiv viel besser stehen als letzte Saison. Da muss man dann immer in den wenigen Momenten voll konzentriert da sein. Aber das ist ja ein sehr schönes Problem.

SPORT1: Mit der deutschen U-21-Auswahl spielen Sie im Sommer bei der EM in Israel. Ist das neben der Bundesliga die ideale Bühne, um sich für die Nationalelf anzubieten?

Leno: Ich freue mich unheimlich darauf, es ist mein erstes großes Turnier. Wir haben eine super Truppe, mit der es sehr viel Spaß macht, und wir haben uns sehr viel vorgenommen. Da denke ich nur an die U 21 und nicht an die A-Mannschaft.

SPORT1: Bundestrainer Joachim Löw ist ja auch immer wieder in Leverkusen zu Gast?

Leno: Ja, ab und zu soll er da sein. Wir haben in Leverkusen ja auch einige interessante Spieler.

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