Christian Heidel ist seit 1991 Manager beim 1. FSV Mainz 05
Christian Heidel ist bereits seit 1991 für den FSV Mainz 05 tätig © getty

Der Mainzer Manager Christian Heidel weist den Bankdrücker auf eine verpasste Chance hin. Szalais Fehlen bedauert er.

Von Matthias Becker und Piers Harig

München - Auf diese Idee wäre Arjen Robben wohl gar nicht gekommen.

"Er hätte in der Winterpause gerne zu uns kommen können. Bei uns hätte er von Anfang an gespielt, da bin ich mir ziemlich sicher", flachst der Mainzer Manager Christian Heidel bei SPORT1 und kommentiert so die Diskussion um den niederländischen Nationalspieler, dem seine derzeitige Reservistenrolle beim FC Bayern so gar nicht schmecken mag.

Zugleich betont Heidel vor dem Duell mit den Münchnern aber auch: "Diese Diskussion gibt es jedes Jahr. Beim FC Bayern sitzen nunmal Spieler der europäischen Spitzenklasse, teilweise sogar Weltklasse, auf der Bank. Denn sie haben 20 Stück davon."

Großer Respekt vor Arbeit der Bayern

Neidisch wird Heidel aufgrund der Tatsache, dass die finanziellen Möglichkeiten in Mainz nicht ganz so groß wie beim Rekordmeister sind, jedenfalls nicht.

"Wenn ich 280 Millionen rumfliegen hätte, würde ich auch Wege finden, die irgendwie unter das Volk zu bringen", sagt er zwar, fügt aber schnell hinzu: "Ich habe den allergrößten Respekt vor Bayern München, denn im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Klubs, ist jeder Euro, den der FC Bayern ausgibt, schwer verdient."

Schwer verdienen oder bestenfalls gar nicht erst mitnehmen sollen sich die Bayern nach Ansicht von Heidel auch die anvisierten Punkte beim Spiel in Mainz (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Bei SPORT1 spricht er über die Chancen der 05er, den FCB erneut zu ärgern, das Fehlen von Torjäger Adam Szalai und den neuen Bayern-Trainer Pep Guardiola.

SPORT1: Herr Heidel, wir schreiben den 20. Spieltag und das Gastspiel der Bayern in Mainz geht als veritables Topspiel des Fünften gegen den Ersten durch. Hätten Sie damit vor der Saison gerechnet?

Christian Heidel: Soweit denke ich vor Saisonbeginn in der Regel nicht. Für uns bleibt weiterhin jedes Bundesligaspiel ein Topspiel, aus dem die Begegnung gegen den FC Bayern immer herausragt.

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SPORT1: Ganz in Ihrer Nähe, bei Eintracht Frankfurt, spricht Vorstandsboss Heribert Bruchhagen inzwischen offen vom Ziel Europa. Korrigieren Sie das Saisonziel in Mainz mit nun 30 Punkten auch schon nach oben?

Heidel: Wir würden das Saisonziel korrigieren, wenn uns dies mehr Punkte garantieren würde. Da dies aber oftmals sogar den gegenteiligen Effekt bewirkt, beschäftigen wir uns nur mit dem nächsten Spiel und nicht mit dessen Folgen auf die Tabelle.

SPORT1: Die Bayern hatten gegen Mainz immer wieder große Probleme. Sehen Sie auch diesmal wieder eine Chance, den Rekordmeister zu ärgern, vielleicht sogar zu schlagen?

Heidel: Mir ist jetzt keine Mannschaft bekannt, die uns zum Lieblingsgegner auserkoren hat, ich glaube auch nicht die Bayern. Die vielen guten Spiele gegen den FC Bayern aus der Vergangenheit nutzen uns am Samstag aber gar nichts. Auch die Bayern sind schlagbar, allerdings ist das in der laufenden Saison vielleicht so schwer wie noch nie. Aber wir werden es trotzdem versuchen.

SPORT1: Der beste Torschütze, Adam Szalai, fehlt wegen einer zu Unrecht erhaltenen Gelben Karte. Ist sein Ausfall überhaupt zu kompensieren?

Heidel: Das ist wirklich eine schlimme Geschichte. Adam wird gefoult und ihm wird kein Elfmeter gegeben, sondern das Bayern-Spiel geklaut. Adam ist nicht zu ersetzen aber wir werden versuchen, sein Fehlen im Kollektiv zu kompensieren.

SPORT1: Im Sommer übernimmt Pep Guardiola die Bayern. Hand aufs Herz, was freut Sie mehr: Dass so ein Top-Coach die Bundesliga bereichert? Oder dass die Gerüchte über ein mögliches Interesse der Münchner an Thomas Tuchel jetzt ein Ende haben?

Heidel: Ich finde es überragend, dass ein FC Bayern München den begehrtesten Trainer der Welt verpflichten kann und nicht irgendein Investor in England oder Frankreich. Das ist auch toll für die Bundesliga und den Fußball allgemein in Deutschland. Ich habe es mir wirklich abgewöhnt mir Gedanken über Gerüchte zu machen. Pure Zeitverschwendung.

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