Jerome Boateng (l.) wechselte 2011 von Manchester City zum FC Bayern © imago

Heynckes will den Gomez und Boateng in Mainz wohl auf der Bank lassen - legt die beiden aber dafür dem Bundestrainer ans Herz.

Von Mathias Frohnapfel und Christian Ortlepp

München - "Harte Wettkämpfe", wie er es nennt, kann Jupp Heynckes derzeit nicht allen seinen Spielern bieten.

Der Bayern-Trainer setzt seit dem Rückrundenstart aktuell auf eine Formation, diese Truppe soll sich einspielen und zahlte bisher das Vertrauen mit zwei Siegen gegen Fürth und Stuttgart und 4:0-Toren zurück.

Allerdings: die Hochkaräter Mario Gomez, Jerome Boateng und Arjen Robben sitzen im Moment nur auf der Bank, Luiz Gustavo schaut gar von der Tribüne aus zu.

Das dürfte auch in Mainz (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) so sein, weshalb Heynckes vorsorglich am Donnerstag dem Bundestrainer einen Tipp gab.

"Ich habe mit Jogi Löw telefoniert, natürlich haben wir über unsere Spieler gesprochen. Etwa für Mario Gomez wäre es gut, in Paris Spielpraxis zu bekommen", sagte Heynckes (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

87 Minuten Warmlaufen

Physisch seien schließlich auch die aktuellen Ersatzleute in besten Zustand, lobte der Bayern-Coach. Das beste Warmlaufen - bei Gomez waren es 87 Minuten in Stuttgart - ersetzt eben nicht eine einzige Minute auf dem Feld.

"Ich begrüße es natürlich, wenn die Spieler, die im Moment nicht spielen, bei ihren Nationalmannschaften spielen."

Dieser Hinweis nützt Arjen Robben nicht, für das Testspiel der Niederlande gegen Italien hat ihn Louis van Gaal nicht berufen. Dabei brennt der Niederländer auf Spielpraxis, warb zuletzt in Interviews für sich und machte auch schon seinen Frust sichtbar.

Nach dem Training am Montag beförderte er laut "Bild" einen Ball an ein Fenster der Geschäftsstelle und soll zu Co-Trainer Peter Hermann gesagt haben: "Rede nicht mit mir".

Robben hält sich zurück

Zuletzt gab es von Robben etwas ruhigere Töne.

"Ich bin ein Profi", meinte Robben. Er trainiere hart und warte auf seine Chance.

Als ehemaliger Weltklasse-Spieler weiß Heynckes, wie sehr der Ehrgeiz in seinen zurückgesetzten Stars nagt, Grund zur Rotation sieht er aber nicht.

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"Das ist doch ganz klar, dass ein Spieler enttäuscht ist, unter Umständen frustriert ist", meinte er und zuckte entschuldigend mit den Schultern: "Da habe ich vollstes Verständnis für."

Mehr Entgegenkommen gibt es im Moment von Heynckes nicht.

Müller lobt Coach als Moderator

Aus Sicht von Thomas Müller moderiert Heynckes die schwierige Situation ohnehin gut, wie der Nationalspieler bei SPORT1 sagte.

"Da gibt es ganz andere Trainer in diesem Geschäft, die dir erste eine Stunde vor dem Spiel mitteilen, dass du nicht spielst - ohne Begründung, ohne alles. Das läuft bei uns relativ fair ab."

Shaqiri fehlt

Für das Spiel in Mainz hofft Heynckes wieder auf Müllers Torriecher, auch David Alaba wird trotz Oberschenkelproblemen zuvor dabei sein.

Dagegen wird Xherdan Shaqiri gegen Mainz sicher ausfallen.

Der Schweizer hatte sich im Training am Montag eine Kapselverletzung im rechten Sprunggelenk zugezogen.

Heynckes: Tuchel einer für Bayern

Von den Qualitäten des Gegners aus Rheinhessen zeigte sich Heynckes angetan, lobte vor der Partie gegen den Tabellenfünften dessen Coach überschwänglich.

"Ich habe die Erfahrung zu erkennen, das ist ein Guter", betonte Heynckes: "Thomas Tuchel ist prädestiniert, irgendwann den FC Bayern München zu trainieren."

Irgendwann nach der Ära Guardiola, versteht sich.

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