Nils Petersen (M.) erzielte gegen Hannover seine Saisontore acht und neun © getty

Mit zwei späten Treffern macht Nils Petersen den Bremer Sieg gegen Hannover perfekt. Zuvor lässt Werder etliche Chancen aus.

Bremen - Mit zwei späten Treffern hat Nils Petersen Werder Bremen zum Befreiungsschlag verholfen.

Die Leihgabe von Bayern München erzielte in der 85. und 88. Minute die Tore zum 2:0 (0:0) im Nordderby gegen Hannover 96.

Nach nur einem Punkt aus vier Spielen verbesserten sich die Hanseaten mit dem Dreier vom zwölften auf den elften Platz und liegen nur noch einen Punkt hinter Hannover (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Für die überlegenen Grün-Weißen war es vor 41.600 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion gegen den Europa-League-Teilnehmer ein hochverdienter Sieg.

96 kassierte die fünfte Auswärtsniederlage in Folge.

Schaaf und Petersen erleichtert

"Es gibt keine Diskussion, dass dieser Sieg absolut verdient ist. Wir haben viele Dinge besser gemacht, wir haben nie nachgelassen. Es wäre furchtbar gewesen, wenn wir die Tore nicht gemacht hätten", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf.

Und auch Doppeltorschütze Petersen wirkte bei LIGA total! erleichtert: "Das war eine reife Leistung unserer Mannschaft. Wir wissen, dass wir noch lange nicht am Ende sind. Aber wir sind auf einem guten Weg, haben heute ein richtig gutes Spiel abgeliefert und seit langem mal wieder zu null gespielt."

Slomka hadert mit Chancenverwertung

Hannovers Kapitän Jan Schlaudraff gab zu: "Die Bremer haben hochverdient gewonnen. Wir hatten zu wenig entgegenzusetzen. In der zweiten Halbzeit haben wir nur noch hintendrin gestanden."

96-Coach Mirko Slomka hingegen haderte bei LIGA total! mit der aktuellen Auswärtsschwäche seiner Elf: "Ich denke, wir hatten in der ersten Halbzeit durchaus die eine oder andere Möglichkeit, uns zu befreien und einen Konter zu setzen. Gleich zweimal haben wir uns selbst den Ball vom Fuß genommen. Wir machen auswärts zur Zeit einfach das Tor nicht."

Latten-Kracher nach zwei Minuten

Die Platzherren hätten schon in der zweiten Minute in Führung gehen können.

Ein Kopfball von Innenverteidiger Assani Lukimya landete auf der Oberkante der Latte, 96-Torhüter Ron-Robert Zieler hätte keine Abwehrmöglichkeit gehabt.

Acht Minuten später rettete der Keeper in höchster Not bei einem halbhohen Schuss von Zlatko Junuzovic ( 670001 DIASHOW: Der 20. Spieltag ).

Die stark ersatzgeschwächten Gäste standen in dieser Phase sehr tief und konnten sich kaum aus der Umklammerung der Gastgeber befreien.

Werder macht das Spiel

Es dauerte mehr als eine Viertelstunde, ehe erstmals auch das Bremer Tor in Gefahr geriet.

Mame Diouf in der 17. Minute profitierte von einem Fehlpass von Mehmet Ekici, fand aber in Werder-Torwart Sebastian Mielitz seinen Meister.

Doch die Grün-Weißen hatten weiterhin mehr vom Spiel, in der 22. Minute musste Zieler erneut gegen den freistehenden Petersen klären.

Trotz strömenden Regens hielt es Gästetrainer Slomka nun nicht mehr auf der überdachten Bank, der Coach verfolgte ohne Wetterschutz die Aktionen seiner Mannschaft.

Petersen sorgt für späte Erlösung

Nach dem Seitenwechsel dominierte das Team von Coach Thomas Schaaf weiter, die Kombinationen allerdings liefen nicht mehr so flüssig.

Dennoch hatte Lukimya in der 55. Minute die Führung auf dem Fuß, schoss aber zu hoch.

In der 69. Minute vergab Ekici freistehend.

Nach einem Kopfball von Sokratis rettete Manuel Schmiedebach auf der Linie für den geschlagenen Nationaltorwart Zieler (76.).

Dann kam der große Auftritt von Petersen: Zunächst verwertete er eine Vorarbeit von Eljero Elia, dann traf er aus 14 Meter mit einer Direktabnahme.

Jubiläum für Sokratis

Der sehr agile Mannschaftskapitän Aaron Hunt und der kampfstarke Sokratis in seinem 50. Bundesliga-Spiel waren die stärksten Bremer Akteure.

Neben Schlussmann Zieler verdiente sich bei den Gästen Ex-Nationalspieler Jan Schlaudraff eine gute Note.

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