Bastian Schweinsteiger erzielte in der laufenden Bundesliga-Saison vier Tore © getty

Bayerns Schweinsteiger sehnt die englischen Wochen herbei - auch weil er sich davon die Beruhigung gereizter Debatten verspricht.

Von Julian Buhl

München - Noch bis Mitte Februar wird der FC Bayern verschont von den Strapazen der englischen Wochen.

Man sollte meinen, dass die Spieler des Rekordmeisters da froh sind über die verminderte Belastung.

Bastian Schweinsteiger ist es aber nicht wirklich.

"Man weiß fast schon nicht, was man unter der Woche die ganze Zeit machen soll", merkt Bayerns Vize-Kapitän vor dem Auswärtsspiel bei Mainz 05 am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) an (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Achtelfinal-Knaller gegen Arsenal

Schweinsteiger sehnt die englischen Wochen, beginnend mit dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League beim FC Arsenal am 19. Februar, herbei.

Und das nicht nur aufgrund fehlender Ideen in Sachen Freizeitgestaltung, sondern auch weil er sich davon eine Beruhigung der aktuellen Debatten erhofft.

Es werde dann nämlich "öfter zu Wechseln kommen", wie der defensive Mittelfspieler weiß.

Prominentes Trio im Hintertreffen

Trainer Jupp Heynckes vertraute in den beiden bisherigen Rückrundenspielen der gleichen Elf und sieht derzeit keinen Anlass, Veränderungen vorzunehmen.

Stars wie Arjen Robben oder Mario Gomez sind im Moment nur Reservisten und müssen sich, wenn überhaupt, mit Kurzeinsätzen zufrieden geben, Jerome Boateng hat seinen Platz vorerst an Daniel van Buyten verloren.

Schweinsteiger fordert Zusammenhalt

Schweinsteiger sieht dennoch keine Gefahr, dass deshalb Unruhe aufkommen könnte:

"Wenn man so große Ziele hat wie wir, kann man kann auch Stärke daraus ziehen, wenn Harmonie entsteht und der Mannschaftsgeist stimmt."

Falls man mal unentschieden spielen oder ein Spiel verlieren würde, sei bekanntlich "hier immer ein bisschen der Zirkus los".

Gerade dann müsse die Mannschaft Ruhe bewahren und intern zusammenhalten.

[kaltura id="0_f6y6vs6t" class="full_size" title="Van Buyten hofft auf Belohnung"]

"Nicht der Beichtstuhl der Mannschaft"

Auch deshalb führt Schweinsteiger, wie er verriet, "nicht nur auf dem Platz, sondern auch in zum Beispiel in der Kabine" viele Gespräche mit seinen Mitspielern - wenngleich er "nicht der Beichtstuhl der Mannschaft" sei.

Schweinsteigers Rat dürfte in naher Zukunft dennoch weiter gefragt sein.

Denn Heynckes machte seinen momentanen Reservisten zuletzt wenig Hoffnung auf einen baldigen Einsatz: "Die Mannschaft muss sich einspielen und wir müssen Erfolg haben. Da gehe ich überhaupt kein Risiko ein."

Zusammenspiel mit Martinez funktioniert

Auch am Zusammenspiel von Schweinsteiger und dessen Stammpartner im defensiven Mittelfeld, Javi Martinez, soll weiter gefeilt werden.

"Es wird immer besser. Wir stimmen uns immer mehr ab. Manchmal gibt es noch etwas sprachliche Probleme", sagte Schweinsteiger auf SPORT1-Nachfrage und erklärte grinsend: "Letztens hat er im Spiel rechts und links verwechselt. Das war ein bisschen unglücklich, aber da stand es Gott sei Dank schon 2:0."

Der 28-Jährige lässt keinen Zweifel daran, wer die Kommandos gibt und wer der Chef im Bayern-Mittelfeld ist.

Parallelen zu Luiz Gustavo

Schweinsteiger verwies auch darauf, dass der 40-Millionen-Euro-Einkauf eine ähnliche Entwicklung wie sein Konkurrent Luiz Gustavo durchmachen würde, der ebenfalls zuvor in einer Mannschaft als einziger Sechser gespielt hat:

"Martinez hat jetzt eine ganze Vorbereitung mitgemacht. Man merkt schon, dass er immer besser wird und sich noch wohler fühlt."

Vor allem vom guten Kopfballspiel des Spaniers könne der FC Bayern zukünftig nach Schweinsteigers Einschätzung profitieren: "Das ist seine absolute Stärke."

Hohe Hürden in Pokal und Königsklasse

Die soll den Bayern zugute kommen, wenn in naher Zukunft neben dem Liga-Alltag noch die Champions League und der Pokal-Kracher gegen Dortmund (27. Februar) auf dem Programm steht.

Bastian Schweinsteiger muss sich dann nicht mehr überlegen, wie er unter der Woche seine Zeit verbringen will.

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