Huub Stevens (r., mit Lars Unnerstall) trainierte Schalke 04 bereits von 1996 - 2002 © getty

Schalke 04 strauchelte zuletzt. Im Duell mit Gladbach sollen die Knappen nun eine Trendwende herbeiführen. Muss Unnerstall raus?

Gelsenkirchen - Zum ersten Advent bekommen die Königsblauen Feuer.

"Wir müssen den Bock wieder umstoßen", fordert Manager Horst Heldt von Schalke 04 nach zuletzt drei Spielen in Serie ohne Sieg für das richtungsweisende Heimspiel am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) gegen Borussia Mönchengladbach unmissverständlich eine Trendwende. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Auch Trainer Huub Stevens hat seinen Spielern die dritte Auswärtspleite in Folge zuletzt mit 1:3 beim Hamburger SV (Bericht) noch nicht verziehen und nahm die Profis in Sippenhaft: "Elf Spieler haben ihre Leistung nicht gebracht. Der eine hat den anderen im Stich gelassen." ( 644845 DIASHOW: Der 14. Spieltag )

Unfreiwillige Torwartdiskussion

Durch den Kollektivvorwurf wollte Stevens zwar in erster Linie seinen immer umstritteneren Schlussmann Lars Unnerstall in der Debatte über Hamburgs vielen haltbar erscheinendes Führungstor aus der Schusslinie nehmen.

Ganz unfreiwillig trat der Niederländer damit aber die Diskussion über eine Rückkehr von Ex-Nationaltorwart Timo Hildebrand ins Knappen-Gehäuse erst richtig los.

Zumal Stevens der Frage zu Unnerstalls Nervenkostüm und Mentalkraft vor dem Duell mit Gladbach auswich: "Ich weiß es nicht, ich habe mit ihm noch nicht darüber gesprochen."

Demnach dürfte die öffentliche Kritik an Schalkes Nummer eins auch intern ein Thema sein, doch für Heldt kommen die Spekulationen über Unnerstalls Status zur Unzeit.

"Wir sind eine Einheit und stellen keine einzelnen Spieler an den Pranger. Sonst können wir einpacken", sagte der Ex-Profi, spürbar um Ruhe bemüht, zur Torwart-Frage.

Nur vier Punkte aus fünf Spielen

Aber auch Heldt ist sich der Bedeutung des Spiels gegen die Fohlen nach der mageren Ausbeute von sogar nur vier Punkten aus den vergangenen fünf Spielen bewusst.

Schließlich lügt die Tabelle nicht - und darin ist Schalke inzwischen nur noch Vierter und nicht mehr erster Verfolger von Herbstmeister Bayern München.

"Gemeinsam einen Weg finden"

"Wir haben unsere gute Ausgangsposition verspielt. Die Mannschaft, der Trainer und ich als Manager müssen gemeinsam einen Weg finden, wie wir wieder zu Erfolgen kommen können."

Stevens versucht dabei zunächst noch weitgehend die sanfte Tour und redet die Misere klein: "Wir machen uns Gedanken, aber ob wir in einer Krise sind, weiß ich nicht."

Vorrangig mit Streicheleinheiten will der seit Donnerstag 59-Jährige seine Mannschaft wieder aufbauen. "Wenn es nicht gut läuft, musst Du den Spielern Vertrauen schenken."

Zeit für ein klares Zeichen

Ob sein Vertrauen in Unnerstall noch reicht oder Stevens doch schon die Zeit für ein klares Zeichen gekommen sieht, wird sich gegen Gladbach zeigen.

Auf anderen Positionen indes muss der Coach seinen Profis mitunter einen Vorschuss gewähren. Auch aus Mangel an Alternativen, denn die Rekonvaleszenten Ibrahim Afellay, Marco Höger und Christoph Moritz scheinen trotz Fortschritten im Aufbautraining noch nicht nicht wieder 100-prozentig fit.

"Ich weiß nicht, ob sie uns schon helfen können", meinte Stevens zur Situation auf Schalkes Krankenstation.

Demonstrative Zuversicht schöpft der Trainer deswegen alleine schon aus dem Heimvorteil: "Glücklicherweise haben wir kein Auswärtsspiel."

Papadopoulos wird fehlen

Definitiv fehlen wird Innenverteidiger Kyriakos Papadopoulos.Der Grieche konnte wegen Kniebeschwerden auch am Freitag am Abschlusstraining nicht teilnehmen.

Demonstrative Zuversicht schöpft der Trainer deswegen alleine schon aus dem Heimvorteil: "Glücklicherweise haben wir kein Auswärtsspiel."

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