Jupp Heynckes ist in seiner zweiten Amtszeit Trainer beim FC Bayern München © getty

Vor dem Gipfel gegen Borussia Dortmund zeigt sich der Bayern-Trainer gelöst wie nie. Und der Coach bringt seine Oma ins Spiel.

Vom FC Bayern berichtet Reinhard Franke

München - Jupp Heynckes wirkt bestens gelaunt. Keine Spur von Anspannung vor einem großen Fußballspiel.

Bei der aktuellen Tabellensituation und der vorzeitig eingefahrenen Herbstmeisterschaft kann man die Lockerheit des Bayern-Coaches duchaus verstehen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Heynckes freut sich auf das Spiel am Samstag gegen Borussia Dortmund.

"Das ist ein absolutes Topspiel in der Liga, da treffen zwei Mannschaften auf hohem Niveau aufeinander", sagt Heynckes beim Pressetalk und fügt entspannt hinzu: "Wir sind in einer privilegierten Tabellen-Situation. Wir waren immer auf den Punkt da, das wird auch am Samstag nicht anders sein. Wir sind hochmotiviert, hochfokussiert."

"Hochprofessionell gelöst"

Auch in Freiburg beim 2:0-Sieg (NACHBERICHT: Rekord-Herbstmeister thront über allem) habe man die Aufgabe "hochprofessionell gelöst", so Heynckes. Gegen Dortmund brauche man aber schon eine "überdurchschnittliche Leistung."

Für den 67-Jährigen werde das Duell mit dem Double-Sieger "ein sehr intensives Spiel, das von Kleinigkeiten geprägt abhängig sei."

Gipfel, Showdown, deutscher Classico: Andere könnten das Spiel nennen, wie sie wollen. Heynckes betont: "Die drei Punkte gegen Freiburg waren genauso wichtig wie gegen den BVB."

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Henyckes bringt seine Oma ins Spiel

Heynckes nimmt das Duell gelassen, und auch mit einer gehörigen Portion Humor.

Als die Frage kam, ob der Coach in der Spielvorbereitung auf die Partie eher auf das verlorene DFB-Pokalfinale (2:5) oder den gewonnenen Supercup (2:1) eingehen werde, sorgt der Coach für Lacher unter den Journalisten.

"Meine Oma hat im letzten Jahr keine Zähne gehabt, in diesem Jahr hat sie wieder ein Gebiss und kann besser zupacken - so verstehe ich die Frage. Wir tun gut daran, die jetzige Situation beider Mannschaften zu analysieren."

Vorsprung ausbauen

Und wie bissig sind die Bayern gegen Dortmund? "Für mich ist das Ziel den Vorsprung in der Tabelle auszubauen", erklärte Heynckes.

Er wisse um das hochklassige Spielermaterial der Schwarz-Gelben, doch er wolle nicht auf einzelne Spieler des Gegners schauen.

"Entscheidend ist das Kollektiv, nicht der einzelne Spieler." Und Heynckes ergänzt: "Eine Mannschaft ist wie ein Symphonie-Orchester, da muss der eine wissen, was der andere macht."

Ohne Robben, mit Schweinsteiger

Gegen den BVB weiter fehlen wird Mittelfeldspieler Arjen Robben. "Er muss sich richtig fit machen." Auf den Hinweis, dass Robben selbst vergangene Woche sagte, er wolle gegen Dortmund wieder dabei sein: "Er war sicher optimistisch."

Dabei sein wird natürlich aber wieder Bayerns Dirigent Bastian Schweinsteiger, der vorbelastet mit vier Gelben Karten in Freiburg geschont wurde. "Bastian ist ganz wichtig für unser Spiel", betont Heynckes.

Gomez braucht Spielpraxis

Und was ist mit Mario Gomez? "Mario hat sehr lange ausgesetzt und braucht jetzt Spielpraxis. Aber für eine Stunde dürfte es reichen. Wenn er gebraucht wird ist er voll da."

Das dürfte nötig sein gegen den BVB, der den FC Bayern in den vergangenen zwei Jahren immer wieder besiegte und auf die Plätze verwies.

Er schaue nicht zurück, sondern lebe im Hier und Jetzt, betonte Heynckes. Und fügte mit Verweis auf die Oma-Metapher hinzu: "Wir haben wieder ein Gebiss." Mit dem man am Samstag kraftvoll zulangen will.

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