Jürgen Klopp (r.) gewann mit Borussia Dortmund in der vergangenen Saison das Double © getty

"Sie spielen ihre eigene Saison", meint der BVB-Coach, der dennoch an seine Siegchance glaubt. Hummels und Götze wollen ran.

Von Martin Hoffmann

München/Dortmund - Jürgen Klopp hat so seine eigene Art, die Dinge auf den Punkt zu bringen.

Das Spitzenspiel bei den sich in Überform befindenden Bayern aus München steht an (Sa., ab 18 Uhr im LIVE-TICKER).

Vor den Augen von Zuschauern in 203 Ländern bietet sich dabei für Borussia Dortmund die vielleicht letzte Chance, Bayern nicht fast hoffnungslos enteilen zu lassen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ein schwieriges Spiel", weiß der BVB-Trainer: "Aber wir haben uns gedacht, wir fahren trotzdem mal hin."

"Alles abverlangen"

Klopps Pointenlust ist also nicht in Mitleidenschaft gezogen - weder vom Elf-Punkte-Rückstand auf Bayern, noch vom jüngsten Stolperer gegen Düsseldorf.

Auf der Pressekonferenz vor dem Bayern-Spiel wollte nicht mehr "die große Keule rausholen", Auswirkungen auf den Gipfel sieht er nicht: "Das sind zwei Paar Schuhe."

Der Coach garantiert dafür, dass die Einstellungsprobleme, die seinem Team gegen die Fortuna im Weg standen, in München kein Thema mehr sein werden: "Wir werden uns alles abverlangen müssen, aber wir haben auch nichts anderes vor."

Hummels und Götze wollen spielen

Klopps Abwehrchef Mats Hummels sekundierte, die Einstellung werde "zu hundert Prozent stimmen".

Er selbst glaubt, dass er mitanpacken kann, auch wenn er wegen Kniebeschwerden Teil des Trainings verpasste: "Ich rechne damit, dass ich spielen werde."

[kaltura id="0_64z3hcfz" class="full_size" title="Klopp Es ist unsere Aufgabe da hinzufahren "]

Bei den anderen Wackelkandidaten Ilkay Gündogan (Schienbein-Prellung) und Mario Götze (Pferdekuss) will Klopp kurzfristig über einen Einsatz entscheiden.

Wobei auch Götze via "Bild" wissen lässt, dass er glaubt, auflaufen zu können. Klopp denkt da ähnlich: "Bei ihm sieht es recht gut aus."

Besser besetzte Bayern-Bank

Der Meister kann seine erste Garde gut brauchen beim Rekordchampion, Klopp selbst gibt unumwunden zu, dass seine Bank nicht so gut besetzt ist wie die des Gegners.

"Die können sechs, sieben, achtmal tauschen und sind immer noch eine europäische Spitzenmannschaft", findet er: "Wir anderen müssen da schon ans Eingemachte."

Beeindruckt vom Umschaltspiel

Klopp teilt die Mehrheitsmeinung, dass die Bayern hungriger geworden sind nach zwei titellosen Jahren - und stärker durch die Zukäufe von Martinez, Shaqiri, Dante, Mandzukic und Co.

Ein "deutlich intensiveres Umschaltspiel in beiden Richtungen" sieht er.

Beim 2:0-Sieg in Freiburg habe er das einmal mehr beobachten können: "Bei einem Konter sind da in kürzester Zeit sechs Bayern in Richtung Tor unterwegs."

Trotz der fünf BVB-Siege in den letzten fünf Liga- und Pokalspielen findet Klopp deshalb: "Die Bayern sind klarer Favorit. Sie spielen ihre eigene Saison."

"Schlagen ist immer möglich"

Der BVB sieht sich also mal wieder als Underdog, wofür es sich diesmal aber nicht belächeln lassen muss.

Und es heißt ja auch nicht, dass sich Klopp deswegen nichts vorgenommen hat: "Jemanden schlagen ist immer möglich", findet er.

Von daher: einfach mal hinfahren.

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