Franck Ribery hat in dieser Saison schon vier Tore für den FC Bayern geschossen © getty

Der Superstar stachelt Bayern gegen Dortmund an. Ein Borusse imponiert. Müller verzichtet auf Sticheleien, will aber Revanche.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Wenn es nicht eine Aktion zugunsten des Erzrivalen gewesen wäre, hätte wahrscheinlich auch Franck Ribery darüber schmunzeln können.

Der Franzose gilt ja beim FC Bayern als Oberlausbub und ist kleinen Streichen nie abgeneigt.

Dass Unbekannte also vor einer Weile in einer Loge der Münchner Arena knallgelb das BVB-Logo an ein Fenster gesprayt haben, taugt nicht als Stimmungsanheizer vor dem Gipfeltreffen des FC Bayern mit Borussia Dortmund (ab 18 Uhr im LIVE-TICKER) .

Euro-BVB beeindruckt Ribery

An der Säbener Straße sprechen sie von "Gentleman-Gaunern", denn wenn die Untat nicht auf "Youtube" dokumentiert worden wäre, hätte wohl niemand davon etwas mitbekommen.

Die betroffene Scheibe präsentierte sich danach jedenfalls wieder blitzsauber. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Dortmunder Geniestreiche beeindrucken Ribery vor allem auf dem internationalen Parkett.

"Dortmund hat in der Champions League sehr gut gespielt", erklärte der Franzose auf SPORT1-Nachfrage und schickte zu den Partien gegen Real Madrid und Manchester City ein "Wahnsinn" hinterher.

"Wie ein Champions-League-Spiel"

Und Überflieger Mario Götze nennt er einen "guten Jungen". Für Transferfragen sei aber Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge zuständig, wehrt er zugleich ab.

Die Anerkennung für Schwarz-Gelb ist groß in München, vier Bundesliga-Pleite in Folgen, dazu eine Klatsche im Pokalfinale, haben sich auf der FCB-Festplatte eingebrannt.

"Am Samstag wird das für uns wie ein Champions League-Spiel", kommentiert Ribery.

Die Signalfarben, um sein Team in Alarmzustand zu versetzen, trug der Edeltechniker im Bayern-Mediencenter selbst auf.

Im giftgrünen Jogginganzug berichtete er von seinem Appell in der Pause des Freiburgs-Spiel. (NACHBERICHT: Rekord-Herbstmeister thront über allem)

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Ribery sieht Bayern besser aufgestellt

Beim 2:0-Sieg im Breisgau stachelte der Franzose persönlich die Kollegen an, das Tempo war ihm zu langsam und Freiburg in einigen Szenen zu aufmüpfig. Mon Dieu!

Der schöne elf-Punkte-Vorsprung auf Dortmund hätte mit einem Mal dahin sein können.

So eine Leistung will der Pausen-Rebell nicht wiederholt sehen, denn "dann bekommst du gegen Dortmund viele Probleme".

Aus Riberys Sicht hat Bayern allerdings so oder so längst den Titelträger überflügelt, was er auch mit der Entwicklung seit jenem 2:5 im Pokalfinale zusammenhängt.

"Dortmund hat eine gute Mannschaft, aber wir haben mehr Spieler, eine richtig gute Bank in diesem Jahr", stellte Ribery fest.

"Plus regulee" ("geordneter") rutscht ihm auf Französisch raus, sei das FCB-Team in diesem Jahr.

Müller ist schon auf Betriebstemperatur

Thomas Müller teilt diese Ansicht, vor allem gelingen der Mannschaft anders als in der Vorsaison eben auch mal "dreckige Siege" wie jetzt in Freiburg.

Im Dauerregen erkämpften sich die Bayern den Erfolg, schafften genau jenen Spagat aus Anstrengung und Kräftesparen, an dem der BVB gegen Düsseldorf (1:1) scheiterte.

"Wir sind sehr motiviert", verkündet Müller: "Es wird jetzt mal wieder Zeit gegen Dortmund zu gewinnen."

"Wir haben es nicht nötig zu sticheln"

Dass die Bayern trotz des Siegs im Supercup auf Revanche sinnen, Müller ist so ehrlich, das nicht abzustreiten. "Das vollkommen wegzureden wäre Quatsch", räumt er ein.

Den Tabellendritten zu locken, mit flotten Sprüchen zu reizen, darauf verzichtet Müller.

"Wir haben es nicht nötig zu sticheln, das ist keine Situation, wo man sticheln muss", stellt der 23-Jährige fest und klingt ziemlich selbstbewusst.

Acht Tore hat der Oberbayer schon in dieser Saison geschossen, acht Treffer vorbereitet, ist damit der Topscorer der Liga.

Dortmund-Kopie? Von wegen

An welchen Stellschrauben er gedreht hat, wisse er selbst nicht, berichtet Müller. Wie viel Spaß und wie viel Ernst dabei ist, lässt sich nicht genau interpretieren.

Für die Bayern läuft es derzeit, dass sie dabei spielerisch eine Art Dortmund-Kopie sein sollen, nervt Müller aber dann doch.

Das vielgepriesene Umkehrspiel hätte schließlich auch nicht der BVB erfunden.

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