Axel Bellinghausen (l.) wechselte vor der Saison vom FC Augsburg zu Fortuna Düsseldorf © imago

Düsseldorfs Axel Bellinghausen spricht bei SPORT1 über seine Rückkehr zur Fortuna, Teamwork und das Duell gegen Frankfurt.

Von Thorsten Langenbahn

Düsseldorf - Rückkehrer Axel Bellinghausen und die Düsseldorfer Fortuna befinden sich im Aufwind. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Vier Punkte aus den Spielen gegen Hamburg und Dortmund lassen die Mannschaft von Trainer Norbert Meier optimistisch ins Aufsteigerduell mit Eintracht Frankfurt (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) gehen.

"Unsere Leistung in Dortmund war ein Beleg für gutes Teamwork", sagt Bellinghausen, der beim Deutschen Meister 65 Prozent seiner Duelle gewann und damit zweikampfstärkster Fortune war.

Bereits von 1998 bis 2005 Fortune

Vor Saisonbeginn war der 29-Jährige ablösefrei vom FC Augsburg an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt, wo er schon von 1998 bis 2005 spielte.

14 Einsätze stehen für den Linksfuß in dieser Saison zu Buche, davon acht in der Startelf. Auf seinen ersten Torerfolg wartet er jedoch noch.

In Dortmund leitete der Mittelfeldspieler den Ausgleich mit einem schönen Pass auf Robbie Kruse ein, dessen Flanke Stefan Reisinger zum 1:1 in die Maschen köpfte.

Im SPORT1-Interview spricht Bellinghausen über die Gründe für den Düsseldorfer Aufschwung, Lernprozesse bei der Fortuna und die eigene Erwartungshaltung.

SPORT1: Herr Bellinghausen, was war ausschlaggebend für den Coup unter der Woche, den Punktgewinn beim Deutschen Meister?

Axel Bellinghausen: Wir haben relativ wenig klare Torchancen zugelassen und jederzeit an unsere Chance geglaubt. Da hatten wir schon Spiele, in denen das deutlich anders aussah. Das Unentschieden war aber auch ein bisschen der Abschlussschwäche der Dortmunder geschuldet. Insgesamt haben wir aber ein Riesenspiel gemacht und über 90 Minuten taktisch diszipliniert gearbeitet. Der Punkt war wirklich verdient.

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SPORT1: Ist die Art und Weise des Punktgewinns in Dortmund genau das, was die Fortuna spielen kann?

Bellinghausen: Ich denke, wir sind schon die ganze Saison so unterwegs, dass wir die Räume eng machen und versuchen, wenig zuzulassen. Wir haben auch schon einen Lernprozess hinter uns: In den Spielen, in denen wir nicht erfolgreich waren, haben wir viele einfache Fehler gemacht, die zu Gegentoren geführt haben. Das haben wir ein Stück weit verbessert.

SPORT1: Trotz Notabwehr ohne die Stützen Jens Langeneke und Tobias Levels gab's nur ein Gegentor beim Deutschen Meister. Zeigt das: Die Fortuna ist auch in der Breite bundesligatauglich aufgestellt?

Bellinghausen: Ich denke ja. Die Abwehrkette war komplett neu zusammengestellt. Wer weiß, ob sie jemals wieder so zusammenspielen wird. Nichtsdestotrotz übernimmt jeder Verantwortung. Das ist das Schöne: Dass man nicht nur über Mannschaftssport spricht, sondern auch zeigt, wie er funktioniert. Unsere Leistung in Dortmund war ein Beleg für gutes Teamwork.

SPORT1: Jetzt geht's zu Hause gegen den Mitaufsteiger Eintracht Frankfurt, die überraschend in der Spitzengruppe vertreten sind. Schauen Sie manchmal ein bisschen neidisch vom Rhein in Richtung Main?

Bellinghausen: Nein. Wir haben immer auf uns geguckt. Alles andere bringt uns nichts. Wir müssen immer sehen, dass wir unser Ding machen. Da sind wir auf einem guten Weg. Wir sind keine Mannschaft, die mit 80 oder 85 Prozent auskommt. Wir müssen an die 100 Prozent, anders können wir unsere Punkte nicht holen. Wir haben viel Vertrauen in unsere Nebenmänner - das ist ganz wichtig. Diese mannschaftliche Geschlossenheit ist unser Vorsprung. Das ist es, was wir Woche für Woche in die Waagschale werfen können.

SPORT1: Liegt die Fortuna nach dem ersten Heimsieg und dem Remis in Dortmund auf Kurs?

Bellinghausen: Nach Erfolgserlebnissen ist es immer einfach zu sagen: Wir sind auf einem guten Weg. Aber ich habe auch nach Niederlagen immer wieder betont, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir haben viele Kleinigkeiten abgestellt, wo wir uns zuvor selbst bestraft haben.

SPORT1: Zeichnet sich in der Tabelle schon ab, wer gegen den Abstieg spielen wird?

Bellinghausen: Ich habe letztes Jahr mit Augsburg ein ähnliches Szenario erlebt. Insofern bleibe ich dabei: Es ist egal, wie viel Punkte die anderen haben. Wir müssen sehen, dass wir unsere Punkte hamstern - dann kann uns auch nichts passieren.

SPORT1: Zu Ihnen selbst: Ist die Rückkehr zur Fortuna so verlaufen, wie Sie sich das erhofft haben?

Bellinghausen: Ich bin super aufgenommen worden. Für mich persönlich war es anfangs ein bisschen schwierig, weil ich mir selber im Weg stand. Ich wollte zu viel und habe zu wenig umgesetzt. Da hat mir die Pause, die mir der Trainer gegeben hat, ganz gut getan, um den Kopf wieder freizubekommen. Es ist immer noch nicht alles hundertprozentig, aber ich sehe mich wieder auf dem richtigen Weg.

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