Sven Bender (r.) wechselte 2009 von 1860 München zu Borussia Dortmund © imago

Dortmunds Sechser Sven Bender spricht bei SPORT1 über seinen Nasenbeinbruch, den Gipfel gegen den FC Bayern und Derby-Gefühle.

Von Thorsten Langenbahn

Dortmund - "Iron Manni" wird Sven Bender von seinen Kollegen auch genannt.

Im Champions-League-Spiel bei Ajax Amsterdam erlitt Borussia Dortmunds kompromissloser Sechser vorige Woche einen Nasenbeinbruch - sein Gegenspieler Eyong Enoh als ungewollter Verursacher musste mit einer Ellenbogenprellung ausgewechselt werden.

"Das sagt eigentlich alles", kommentierte BVB-Trainer Jürgen Klopp lakonisch.

Drei Tage später stand Bender schon wieder auf dem Platz - ohne Maske.

Lauf- und Zweikampfstark

Beim 2:1-Sieg in Mainz war er der Spieler des Spiels, überzeugte mit 12,3 Kilometern als laufstärkster und mit 67 Prozent gewonnen Duellen auch als zweikampfstärkster Akteur auf dem Platz.

Genau wegen dieser leidenschaftlichen Einstellung sprach BVB-Trainer Jürgen Klopp hinterher von seinen Spielern als "Mentalitätsmonster".

Monster-Bender hat sich nach vielen Verletzungen und dem verpassten Saisonstart wegen einer Leistenoperation eisern zurückgekämpft und zu seiner alten Form gefunden.

Nun hofft er, dass das 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf vor dem Spitzenspiel bei den Bayern (Sa., ab 18 Uhr im LIVE-TICKER) nur ein Ausrutscher war. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Im SPORT1-Interview spricht der Nationalspieler über die Fehler gegen Düsseldorf, Vollgasfußball in München und Derbygefühle eines ehemaligen Sechzigers.

[kaltura id="0_64z3hcfz" class="full_size" title="Klopp Es ist unsere Aufgabe da hinzufahren "]

SPORT1: Herr Bender, ist gegen Fortuna Düsseldorf wieder ein altbekanntes Problem des BVB zutage getreten: Viele Torchancen erspielt, aber auch viele nicht verwertet?

Sven Bender: Nein, das würde ich nicht sagen. Wir waren Mitte der zweiten Halbzeit nicht konzentriert genug und haben nicht gut ausgesehen. Die Düsseldorfer haben tief gestanden, aber was sie können, ist kontern. Sie haben uns mit dem Ausgleich knallhart bestraft. Uns ist gegen diesen tief stehenden Gegner dann nicht viel eingefallen. Wir haben es weiter versucht, aber dann muss man halt mal 1:0 gewinnen. Dass wir nur einen Punkt geholt haben, geht klar auf unsere Kappe.

SPORT1: Fehlen diese zwei liegengelassenen Punkte, um den Abstand in der Tabelle nach unten zu vergrößern, oder nach oben, um die Distanz auf die Bayern zu verkleinern?

Bender: Das sind einfach zwei verlorene Punkte. Wir schauen schon, dass wir den Abstand nach unten ein bisschen vergrößern, damit wir uns in der Spitzengruppe festkrallen können.

SPORT1: In der Vergangenheit hat der BVB nach nicht so guten Spielen immer eine positive Reaktion gezeigt. Macht Ihnen das Hoffnung fürs Spitzenspiel beim FC Bayern?

Bender: Es wird ein schweres Spiel, aber wir haben dieses Jahr schon oft bewiesen, dass wir in schweren Spielen da sind und jeden Gegner bezwingen können. Wir werden am Samstag wieder Vollgas geben und dann vielleicht aus München was mitnehmen können.

SPORT1: Sie spielen trotz Nasenbeinbruchs ohne Schutzmaske. Ignorieren Sie das Risiko, wenn Sie auf den Platz gehen?

Bender: Ich habe mich mit der Maske nicht so wohlgefühlt und auch nicht richtig Luft bekommen. Deswegen habe ich gesagt: Spiel' ich halt ohne. Das habe ich mit unserem Mannschaftsarzt auch vorher abgeklärt und gefragt, welches Risiko es gibt. Er hat mir gesagt, ich müsste schon wieder richtig einen drauf kriegen, damit was schiefgeht. Der Vorteil ist, dass ich einen glatten Bruch hatte und die Nase soweit relativ stabil ist. Ich werde auch weiterhin furchtlos zur Sache gehen.

SPORT1: Vor Ihrem Wechsel zu Dortmund 2009 haben Sie sieben Jahre für 1860 München gespielt. Fühlt sich so ein Spiel gegen die Bayern für einen ehemaligen Sechziger wie ein Derby an?

Bender: Nicht mehr so ganz. Mittlerweile sind die Spiele mit meinem jetzigen Verein Borussia Dortmund gegen Bayern brisanter. Das sind natürlich immer Highlightspiele. Mit der Vergangenheit hat das aber nicht mehr viel zu tun.

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