Szene aus der vergangenen Saison: Frankfurts Sebastian Jung (l.) gegen Oliver Fink © getty

Im Duell der Aufsteiger zwischen Düsseldorf und Frankfurt will Fortuna an das 1:1 Dortmund anknüpfen. Veh beklagt Ausfälle.

Düsseldorf - Der große Dichter Heinrich Heine lästerte einst über seine Geburtsstadt: "In der Sprache der Düsseldorfer merkt man schon das Froschgequäke der holländischen Sümpfe."

Zwar sind die Fußballer von Fortuna Düsseldorf größtenteils des Hochdeutschen mächtig, doch wie sich nach dem überraschenden 1:1 bei Meister Borussia Dortmund zeigte, sprechen sie nicht mit jedem ( 644845 DIASHOW: Der 14. Spieltag ) .

Sportvorstand Wolf Werner zehrte seinen Kapitän Andreas Lambertz aus einem "Sky"-Interview vor laufender Kamera weg.

Und überhaupt nicht gut zu sprechen ist man im Rheinland auf Armin Veh, der mit seiner Frankfurter Eintracht am Freitagabend (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) in der Arena gastiert.

Kein leichtes Verhältnis

Veh hatte sich vor, während und nach dem letzten Duell der beiden Aufsteiger im Februar diesen Jahres (1:1) im Ton vergriffen, Düsseldorfer Spielern Schauspielerei vorgeworfen und das Ende der Partie auf der Tribüne erlebt.

Das hat man ihm in der sonst so weltoffenen Stadt am Rhein ebenso wenig vergessen wie dem Pay-TV-Sender Sky dessen Berichterstattung. Mit der Begründung "Die haben uns vorher nur niedergemacht" beendete Werner eigenmächtig das Interview mit Lambertz nach dem BVB-Spiel.

Ausfälle auf beiden Seiten

Für Gesprächsstoff ist also gesorgt vor dem Wiedersehen der beiden Traditionsklubs im deutschen Fußball-Oberhaus.

Wobei sowohl Veh ("Die Fortuna ist im Aufwind") als auch sein Düsseldorfer Kollege Norbert Meier wohl am längsten darüber referieren könnten, wer alles nicht spielen kann, weil er verletzt oder gesperrt ist, und wie schwierig es ist, als Aufsteiger in so einer Situation zu überleben.

Fortuna kämpft leidenschaftlich

Im Gegensatz zur Eintracht, der nach einem furiosen Saisonstart derzeit tatsächlich etwas die Luft ausgeht (nur ein Sieg aus den letzten sechs Spielen), stemmt sich die Fortuna mit aller Macht gegen ihr Schicksal.

Die kämpferisch bewundernswerte Leistung in Dortmund krönte den ersten Bundesliga-Heimsieg der Düsseldorfer nach mehr als 15 Jahren am vergangenen Freitag gegen den Hamburger SV (2:0) (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Und das mit einer Mannschaft der Namenlosen, in der Leon Balogun oder der gegen Frankfurt gesperrte Ivan Paurevic über sich hinaus wuchsen.

"Das war ganz stark, was die Jungs da abgeliefert haben", freute sich Routinier Jens Langeneke, einer von der langen Verletzungsliste der Düsseldorfer. Er wird wohl auch gegen Frankfurt fehlen.

Veh klagt über mangelnde Alternativen

Die Gäste mussten unter der Woche nicht nur die 1:3-Heimpleite im Derby gegen Mainz verkraften, sondern auch die jeweils fünften Gelben Karten gegen Carlos Zambrano und Pirmin Schwegler.

"Wir haben jetzt nicht mehr so wahnsinnig viele Alternativen", klagte Veh, der "ein enges Spiel gegen einen unmittelbaren Konkurrenten" erwartet: "Es ist wichtig, dass wir punkten."

Schüler Kempf muss erneut aushelfen

Mithelfen soll dabei in der Innenverteidigung erneut der erst 17-Jährige Marc-Oliver Kempf, der schon gegen Mainz in der Startformation stand. Der Gymnasiast (12. Klasse) bekam extra zwei Tage schulfrei.

Das eine oder andere Heine-Gedicht zur Vorbereitung auf den Ausflug an der Rhein könnte Kempf ja auf der Busfahrt lesen.

Die Düsseldorfer haben ihrem Dichterfürsten die kleine Lästerei übrigens längst verziehen und sogar ihre Universität nach ihm benannt.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Düsseldorf: Giefer - Balogun, Bodzek, Juanan, J. van den Bergh - O. Fink, Lambertz - Reisinger, Ilsö, Bellinghausen - Kruse. -

Frankfurt: Trapp - Jung, Demidov, Kempf, Oczipka - Lanig, Rode - Aigner, Meier, Inui - Matmour.

Schiedsrichter: Michael Weiner

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