Ottmar Hitzfeld trainiert seit 2008 die Schweizer Nationalmannschaft © getty

Trainerlegende Hitzfeld spricht über den Gipfel zwischen Bayern und Dortmund, Schwankungen des BVB und das Machtgefüge beim FCB.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Das Winterwetter hat Ottmar Hitzfelds Terminplan nur ein wenig ins Wanken gebracht, rechtzeitig zum Ligagipfel zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund (ab 18 Uhr im LIVE-TICKER) landete der 63-Jährige in München.

"Ich kann nicht verlieren", scherzte der Schweizer Nationaltrainer vor dem Aufeinandertreffen von Rot und Schwarzgelb, in beiden Klubs gilt er als Ikone.

Sowohl Dortmund als auch Bayern führte er zu Meistertitel und zum ersehnten Triumph in der Champions League, für beide Vereine arbeitete er als Coach beziehungsweise in Dortmund auch als Sportdirektor insgesamt 13 Jahre.

BVB für "Überraschung gut"

Dem Reiz des Duells zwischen Rekordmeister und Meister kommt auch er nicht aus, obwohl derzeit ja elf Punkte zwischen dem Spitzenreiter von der Isar und dem Drittplatzierten liegen.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Ob Dortmund Dritter oder Zehnter ist, mit dieser Mannschaft kann Dortmund immer für eine Überraschung gut sein", kommentierte er bei einem "Sky"-Medientermin.

Allerdings sieht er Bayern aufgrund der aktuellen "Stärkeverhältnisse" leicht in der Favoritenrolle.

Hitzfeld spricht neben den Dortmunder Möglichkeiten auch über die Entwicklung von Schwarzgelb, den Spagat in Champions League und Bundesliga sowie Bayerns Statik und internes Machtgefüge.

SPORT1 fasst die wichtigsten Aussagen zusammen.

Ottmar Hitzelfeld über...

die Ausgangslage im Gigantenduell:

"Nur mit einem Sieg kann Dortmund im Rennen um die Meisterschaft eingreifen, Dortmund hat immer vor großen Spielen wie gegen Real und jetzt gegen Bayern in der Bundesliga zu viele Punkte verloren. Dortmund hat den ganz großen Spagat noch nicht geschafft. Ob Dortmund Dritter oder Zehnter ist, der BVB kann Bayern immer gefährlich werden."

[kaltura id="0_maul69gg" class="full_size" title="Bayern Dortmund Kahn bittet zum Gipfel Duell"]

eine mögliche Vorentscheidung im Meisterrennen:

"Wenn Bayern gewinnt, ist die Meisterschaft entschieden, dann wird es langweilig in Deutschland. Wenn Dortmund gewinnt, kann Bayern aber nochmal einen Knacks bekommen."

die Chancen des BVB in München:

"Dortmund hat die Qualität Bayern zu schlagen, Reus war der Königstransfer, ich finde ihn auch stärker als Kagawa. Dortmund hat aus den vergangenen Spielen gegen Bayern das Selbstvertrauen und weiß, es kann Bayern an einem guten Tag schlagen.

Dortmund gegen Bayern, das ist in der Bundesliga in den letzten drei Jahren ein Klassiker gewesen wie Real gegen Barcelona in Spanien."

den Druck auf Bayern:

"Bayern war noch nie so hungrig wie jetzt, noch nie war auch der Druck so groß. Das Publikum wird auch besonders heiß sein. Jedem ist klar, dass es beim FC Bayern kein drittes Jahr ohne Titel geben wird."

einen möglichen Bayern-Einbruch:

"Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Bayern einbricht, der Klub hat die Lehren gezogen. Hoeneß, Heynckes und Sammer mahnen immer, keiner lehnt sich zurück."

den Grund für Bayerns Stärke:

"Der FC Bayern hat klug investiert, in der letzten Saison war Gomez allein vorn, jetzt sind da noch Claudio Pizarro und Mario Mandzukic. Dante ist ein Stabilisator in der Abwehr, auch Shaqiri belebt das Spiel. Martinez hat noch nicht so eingeschlagen, aber allein die Präsenz von einem 40-Millionen-Euro Mann bringt die anderen Mittelfeld-Spieler zum Laufen."

Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer:

"Er ist ein Antreiber, der nicht locker lässt, der auch mal Druck aufsetzt so wie es früher Uli Hoeneß gemacht hat. Er ist die ideale Ergänzung zu Heynckes. Er ist sehr ehrgeizig, willensstark, das Beste ist für ihn nicht gut genug. Er war als Spieler früher ein Hitzkopf, jetzt hat er sich besser im Griff."

das Verhältnis zwischen Sammer und Trainer Jupp Heynckes:

"Die Fronten mit Jupp Heynckes sind abgesteckt, Jupp ist verantwortlich für die Führung der Mannschaft. Er ist der Trainer, der sich auch durchsetzt und klare Worte findet. Heynckes meldet sich auch, wenn Sammer etwas sagt, was ihm nicht passt. Das finde ich ganz gut. Matthias Sammer kann jetzt von der Erfahrung von Jupp Heynckes, Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß profitieren und wird sich weiterentwickeln"

Weiterlesen