Markus Weinzierl kam vor der Saison aus Regensburg zum FC Augsburg © getty

Nach sieben Partien ohne Sieg neigt Augsburg zur Verzweiflung. Für den Trainer wird es eng, es hilft wohl nur ein Dreier.

Stuttgart - Auf dem Weg aus dem Presseraum des VfB Stuttgart ließ Markus Weinzierl noch schnell eine Cola aus dem Kühlschrank mitgehen.

Ob der Trainer von Schlusslicht FC Augsburg auch zukünftig seinen Erfolgs-Durst in den Stadien der Bundesliga stillen darf, wird sich schon am Samstag entscheiden.

Nach dem unglücklichen 1:2 (1:1) am 14. Spieltag im Duell beim VfB (Spielbericht) scheint sicher, dass Weinzierl seinen Arbeitsplatz nur durch einen Sieg gegen den SC Freiburg retten kann. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Bis zum Samstag darf der Coach, der erst vor Saisonbeginn die Nachfolge von Jos Luhukay angetreten hat, trotz seiner niederschmetternden Bilanz auf die Jobgarantie von Manager Jürgen Rollmann bauen.

Wink mit dem Zaunpfahl

"Jetzt ist der völlig falsche Zeitpunkt für solche Fragen", antwortete Rollmann auf eben jene Frage nach der Zukunft Weinzierls: "Wir werden selbstverständlich mit Markus Weinzierl in die kommende Aufgabe gehen." ( 644845 DIASHOW: Der 14. Spieltag ).

Der Manager ließ allerdings auch durchblicken, dass die Geduld der Chefetage mit dem erfolglosen Trainer nicht unendlich sein wird.

"Die Denkprozesse im Management und bei den Vereinsverantwortlichen können nicht immer offengelegt werden", sagte Rollmann zwar ein wenig verklausuliert - ein verbaler Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Weinzierl, der in der vergangenen Saison Außenseiter Jahn Regensburg in die 2. Liga geführt hatte, war dies aber dennoch.

Ein Sieg in 14 Spielen

Beim Blick auf die bisherige Bilanz des FCA in der zweiten Bundesligasaison wäre es den Klubverantwortlichen nicht einmal zu verdenken, wenn sie ihr Heil in einem Trainerwechsel suchen würden.

Die Augsburger haben bisher erst einen Sieg in 14 Spielen gefeiert und warten seit sieben Partien auf einen Erfolg.

Zudem verlieren die bayrischen Schwaben mit lediglich sieben Punkten auf dem Konto das rettende Ufer immer mehr aus den Augen.

"Man darf nicht verzweifeln"

"Man neigt zur Verzweiflung, aber man darf nicht verzweifeln. Die Stunden der Enttäuschung gehören eben dazu. Aber bis zum Samstag müssen professionelle Fußballspieler das abhaken", kommentierte Rollmann die prekäre Lage seines Klubs, bevor er eine wenig originelle Durchhalteparole ausgab:

"So lange die Orgel noch spielt, ist die Kirche nicht aus."

Göttlichen Beistand bräuchte der FCA vor allem in der Offensive. Denn obwohl die Augsburger vor 38.940 Zuschauern in der Stuttgarter Arena in der zweiten Hälfte das bessere Team waren, verhinderte die Abschlussschwäche den eigentlich verdienten Punktgewinn.

Traore tut Ex-Kollegen weh

Zu allem Überfluss war ausgerechnet ein Ex-Augsburger maßgeblich für die Niederlage verantwortlich.

Offensivspieler Ibrahima Traore, der von 2009 bis 2011 beim FCA unter Vertrag stand, erzielte zunächst die Stuttgarter Führung (11. ).

Dann bereitete der Nationalspieler aus Guinea den Siegtreffer durch Torjäger Vedad Ibisevic per Freistoß vor (69.).

Das Traumtor des Südkoreaners Ja-Cheol Koo traf (44.) brachte den Augsburgern am Ende nichts ein.

Gegner ist egal

Dass es am Samstag gegen Freiburg anders ausgehen muss, weiß auch Weinzierl.

"Wir müssen das Spiel in den kommenden Tagen aufarbeiten und dann rasch positiv nach vorne schauen. Eigentlich ist der Gegner egal, wir müssen etwas holen. Ich hoffe, die Mannschaft verschafft sich das Erfolgserlebnis, dass sie auch braucht", sagte der Coach:

"Man hat gesehen, dass wir uns mit allem wehren, was wir haben. Das werden wir auch weiter tun."

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