Thomas Berthold schreibt in seiner Kolumne über den Knaller am Samstag. Zudem watscht er Unnerstall und Hoffenheim ab.

Hallo Fußball-Freunde,

Bayern hat seine Aufgabe erfüllt, Dortmund nicht. Der BVB war unaufmerksam und wurde ausgekontert.

Souverän waren die Bayern auch nicht unbedingt. Der Handelfmeter vor dem 1:0 war für mich unberechtigt. Bei Freiburgs Sorg wäre der Ball entweder an den Körper oder ins Gesicht geflogen. Das war eher eine schützende Handlung.

Alle relevanten Entscheidungen wurden gegen Freiburg gepfiffen. Meyer hat sich nicht gerade als Heim-Schiedsrichter erwiesen.

Am Samstag steht der Knaller an. Ich bin der Meinung, dass Dortmund derzeit besser in Schuss als Bayern ist. Sie haben in den letzten Spielen den frischeren Eindruck hinterlassen. Für Bayerns Abwehr wird das ein Härtetest gegen Götze, Reus und Lewandowski.

Eines ist klar: Siegen die Bayern, dann ist die Meisterschaft gelaufen. Auch die derzeit wirklich guten Leverkusener können da nicht mithalten.

Und Schalke derzeit ohnehin nicht. Da herrscht mehr als Krisenstimmung, sie haben den Anschluss verpasst. Den Auftritt beim HSV fand ich äußerst bedenklich.

Das fängt für mich im Tor bei Unnerstall an. Das erste Gegentor war ein Torwartfehler, einen Flatterball konnte ich da nicht erkennen. Und die eine oder andere Reaktion der Abwehrspieler in Richtung des Torhüters war auch bemerkenswert.

Ich war selbst Verteidiger und weiß, wie beruhigend es ist, wenn hinten einer drinsteht, der in guter Form ist und auch mal einen Unhaltbaren hält. Ich habe das Gefühl, dass einige Schalker ihrem Keeper nicht vertrauen. Da liegt Konfliktpotenzial in der Luft. Unnerstall hat bereits in Hoffenheim gepatzt.

Insgesamt macht Schalke von der Körpersprache her keinen guten Eindruck.

Noch viel schlimmer ist es in Hoffenheim. Da fallen mir nur drei Worte ein: Um Gottes Willen! Bei 32 Gegentoren sprechen die Fakten eine eindeutige Sprache. Das ganze Defensiv-Verhalten ist desolat, die Mannschaft lässt jegliche Kompaktheit vermissen.

Da kann man auch nicht um eine Trainerdiskussion herumreden. 14 Spiele, Platz 16 - das ist die Realität. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Babbel noch retten kann.

Ganz abgesehen von den aktuellen Ergebnissen muss man ja auch sehen, wie sich die Mannschaft entwickelt hat. Sie hat sich nämlich gar nicht weiterentwickelt.

Auch das Thema Wiese ist unglaublich. Was sollen sie mit dem denn jetzt machen, nachdem sie ihn so degradiert haben? Den können sie im Winter auf den Transfermarkt setzen.

Bis nächste WocheEuer Thomas Berthold

Thomas Berthold nahm als Spieler an drei Weltmeisterschaften teil und krönte seine Karriere mit dem WM-Titel 1990 in Italien. In der Bundesliga war er für Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und den VfB Stuttgart aktiv. Zudem lief er in der Serie A für Hellas Verona und AS Rom auf. Der ehemalige Manager von Fortuna Düsseldorf ist regelmäßig als LIGA total!-Experte im Einsatz und schreibt wöchentlich die Bundesliga-Kolumne für SPORT1.

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