Der FC Bayern ist als erste Mannschaft der Liga-Geschichte schon nach 14 Spieltagen Herbstmeister © imago

Nach dem Arbeitssieg in Freiburg hat Bayern Dortmund schon vor dem Gipfel abgehängt. Euphorisch wird man trotzdem nicht.

Aus Freiburg berichtet Christoph Ruf

Freiburg - Klitschnass waren sie, die Spieler des FC Bayern München.

Nach dem 2:0-Erfolg (Spielbericht) waren sie schnell dem Freiburger Dauerregen enteilt und standen nun gut gelaunt vor den Mikrofonen der Journalisten im geheizten Stadioninneren. Zufrieden schauten sie drein, nicht euphorisch.

"Wir sind zur Zeit gut drauf", sagte Mittelfeldmotor Toni Kroos.

Die Herbstmeisterschaft? "Wir freuen uns." Der Erfolg gegen Freiburg? Ein "Arbeitssieg", aber eben ein auch ein souveräner( 644845 DIASHOW: Der 14. Spieltag ) .

An einem Spieltag, an dem die Tabellennachbarn aus Dortmund, Schalke und Frankfurt Federn lassen mussten und lediglich Bayer Leverkusen aufhorchen ließ, ist das nichts, was einem peinlich sein müsste.

Meisterliche Bilanz

Drei Spieltage vor Ende der Hinrunde stehen die Bayern als Herbstmeister fest, so früh wie keine Mannschaft vor ihr.

37 Punkte haben sie in 14 Spielen erreicht - eine ebenso brillante Bilanz wie die Tordifferenz von 40 zu 5 Treffern(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Zum Vergleich: Meister Borussia Dortmund hatte vergangene Saison acht Punkte weniger angesammelt, als er am Ende des 14. Spieltages auf Platz eins thronte.

Zehn Punkte Vorsprung hat der Rekordmeister bereits auf den hartnäckigsten Verfolger Leverkusen, elf Punkte auf die Dortmunder, die schon vor dem Gipfel am Samstag (ab 18 Uhr im LIVE-TICKER) abgeschlagen sind. Und das Ende November.

Heynckes: "Bedeutet mir nicht viel"

Doch während der nach unglücklichen Schiedsrichterentscheidungen abgekämpft wirkende SC-Trainer Christian Streich die frühe Halbserienmeisterschaft "fast nicht glauben konnte", wollte Kollege Jupp Heynckes dem Ganzen nicht allzu viel Bedeutung beimessen.

"Wir haben unser Ziel erreicht, heute zu gewinnen", analysierte er gewohnt sachlich. Auch auf Nachfrage wollte der Überschwang nicht so recht aus ihm herausbrechen:

"Rekorde und diese Dinge interessieren mich überhaupt nicht, die Herbstmeisterschaft bedeutet mir nicht allzu viel."

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Routiniert, nicht glanzvoll

Gegen die wackeren Freiburger hatte der Rekordmeister einen routinierten, aber nicht unbedingt glanzvollen Auftritt hingelegt.

Das war auch gar nicht nötig, weil Thomas Müller (12.) einen von Oliver Sorg verursachten Handelfmeter verwandelt hatte und kurz danach Freiburgs Innenverteidiger Fallou Diagne das Feld verließ.

Dessen Rote Karte nach Notbremse gegen Xherdan Shaqiri war berechtigt.

Ärger über Referee Meyer

Dass Schiedsrichter Florian Meyer allerdings einen Handelfmeter gegen Freiburg pfiff, das aber nicht tat, als Javi Martinez sich beim Versuch eine Flanke zu klären, selbst an den Unterarm schoss (38.), stieß zumindest den Freiburgern übel auf.

"Der Schiedsrichter hat im zweiten Durchgang viele strittige Situationen für uns gepfiffen", wunderte sich Mittelfeldmann Jan Rosenthal: "Wahrscheinlich hatte er ein schlechtes Gewissen."

Doch obwohl zehn Freiburger bis Mitte der zweiten Hälfte alles taten, um dem Spiel vielleicht doch eine Wende zu geben, reichte es nicht zu einem eigenen Treffer.

Stattdessen erzielte Anatoliy Tymoshchuk nach glänzender Vorarbeit von Philipp Lahm (79.) das 0:2.

Duell gegen den Angstgegner

Hinterher drückte der Bayern-Kapitän ebenso wie seine Kollegen auf die Euphoriebremse. Man habe phasenweise nicht souverän agiert, gab er zu Protokoll.

Mit dem bisherigen Saisonverlauf konnte dann aber auch der gestrenge Kapitän zufrieden sein: "Wir stehen im Winter ganz oben. Das ist schon mal sehr wichtig." Nun wolle man den Vorsprung ausbauen.

Gelegenheit dazu besteht bereits am kommenden Samstag, wenn mit dem BVB der Angstgegner der vergangenen Jahre in die Allianz-Arena kommt.

"Das ist ein Gegner, mit dem wir in den letzten Partien große Probleme hatten", betonte dann auch Toni Kroos - eine recht vorsichtige Umschreibung der - vom Supercup abgesehen - zuletzt fünf Niederlagen in fünf Liga- und Pokalpartien: "Am Samstag wollen wir das besser machen."

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