Dortmund verzockt sich gegen Düsseldorf, hat aber auch ein Problem mit der Kadertiefe. Schalke geht es noch deutlich schlechter.

Eines muss man Borussia Dortmund zu Gute halten:

Immerhin versuchte keiner der Beteiligten das schwache 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf schönzureden.

Man habe sich verzockt, gestand Verteidiger Neven Subotic ein, Kapitän Sebastian Kehl redete den Kollegen ins Gewissen und verlangte, jeder solle sich fragen, ob er die Fortuna ernstgenommen und alles investiert habe.

Einer ausgesprochenen Antwort darauf bedurfte es aber gar nicht, die hatten die Schwarzgelben zuvor schon auf dem Rasen gegeben: Sie lautete eindeutig Nein.

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Der Meister machte gegen Düsseldorf den Eindruck, angesichts des anstehenden Gipfels beim FC Bayern im Energiesparmodus zum Dreier kommen zu wollen. Trainer Jürgen Klopp, der dieses Problem vorausgeahnt und davor gewarnt hatte, bot ihm mit seiner Aufstellung sogar noch den Nährboden.

Zwar fehlte die Mittelachse Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Mario Götze offiziell angeschlagen. Dass die Blessuren sie auch am Auftritt in München gehindert hätten, darf aber nahezu ausgeschlossen werden.

Klopp hat sich mit seiner umgekrempelten Startelf schlicht und einfach vertan. Wenn er den Energiesparmodus nicht angeordnet hat, so gelang es ihm zumindest nicht, von außen noch korrigierend einzugreifen.

Kein Wunder. Als es eng wurde, waren die personellen Alternativen dünn.

Die eingewechselten Moritz Leitner, Julian Schieber und Ivan Perisic konnten in dieser Saison noch nicht überzeugen. Dass auf der Bank darüber hinaus aber nur Chris Löwe, Oliver Kirch und Koray Günter saßen, zeigt das Dilemma Klopps.

Die Kadertiefe der Bayern dürfte - gemeinsam mit den mindestens acht Punkten Vorsprung, mit denen die Bayern in den Gipfel ziehen - ein entscheidender Faktor dafür sein, dass es für den BVB nahezu unmöglich werden wird, den dritten Titel in Serie einzufahren.

Sorgen sollten sich die Verantwortlichen der Borussia dennoch keine zu großen machen. Wirtschaftlich entscheidend ist, dass der BVB sich direkt für die Champions League qualifiziert - und das sollte in Anbetracht der schwächelnden Konkurrenz dann doch kein Problem sein.

Vor allem der große Revier-Rivale Schalke hat mächtig abgebaut. Hatte die Mannschaft von Coach Huub Stevens das Niveau in drei Wettbewerben über lange Zeit aufrecht erhalten, kommt nun der Herbst-Einbruch.

Bei der klaren Niederlage in Hamburg, bereits die dritte im November, versuchte sich Stevens an der Rotation und gab Chinedu Obasi und Teemu Pukki eine Chance.

Auch Stevens hat sich eindeutig verzockt.

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