Hiroshi Kiyotake (2.v.l.) wechselte 2012 von Cerezo Osaka zum 1. FC Nürnberg © getty

Durch eine erneute Niederlage wird die Luft für den Coach immer dünner. Mann des Abends ist Doppel-Torschütze Hiroshi Kiyotake

Nürnberg - Markus Babbel gerät immer stärker unter Druck.

Das Team des stark in die Kritik geratenen Trainers von 1899 Hoffenheim verlor auch das Kellerduell beim 1. FC Nürnberg mit 2:4 und rutscht immer tiefer in die Krise. Das Heimspiel am Sonntag gegen Werder Bremen könnte für den 40-Jährigen die letzte Chance sein.

Während die durchaus bemühten, meist aber harmlosen Kraichgauer, die nur eines der letzten neun Spiele gewannen, auf dem Relegationsplatz bleiben, konnte sich der Club durch den zweiten Heimsieg der Saison etwas absetzen und hat nun schon vier Zähler Vorsprung vor Hoffenheim. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Müller: "Markus wird gegen Bremen auf der Bank sitzen"

"In der Kabine ist Riesenfrust! Mit so einfachen Fehlern das Spiel zu verlieren, ist unglaublich ? das hat sich die Mannschaft selbst zuzuschreiben",s agte Manager Andreas Müller.

Zur Trainerdiskussion meinte er: "Markus Babbel wird am Sonntag gegen Bremen auf der Bank sitzen! Da kannst du den erfolgreichsten Trainer der Welt auf die Bank setzen, wenn du so einfache Gegentore bekommst. Da muss sich jeder Spieler an die eigene Nase fassen!"

Babbel wirkte gefasst, als er sagte: "Es ist klar, dass von außen immer wieder Unruhe reingebracht wird. Ich weiß, dass wir hier gute Arbeit machen, auch wenn die Resultate nicht stimmen. Heutzutage wird man bewertet nach Resultaten. Wenn man gewinnt, macht man alles richtig. Wenn man verliert, ist alles falsch."

Babbel: "Wollen unseren Weg weiter gehen!"

Und er fügte an: "Wir wollen trotzdem unseren Weg weiter gehen, weil wir überzeugt sind, dass er richtig ist. Dafür brauchen wir aber Resultate und müssen diese Nuancen, diese unnötigen Fehler abstellen."

Hiroshi Kiyotake brachte Nürnberg in der sechsten Minute in Führung. Der Ausgleich gelang Sven Schipplock (33.), ehe der Ex-Hoffenheimer Per Nilsson per Kopf nach einem Lattenschuss von Timo Gebhart zum 2:1 für den Club traf (43.). ( 644845 DIASHOW: Der 14. Spieltag )

Patzer von Compper

Sebastian Polter sorgte vor 30.397 Zuschauern nach einem Patzer von Marvin Compper in der 69. Minute für die Vorentscheidung.

Nach einem Handspiel von Nilsson verkürzte Sead Salihovic (81.) mit einem verwandelten Elfmeter noch einmal für die Gäste, doch Kiyotake setzte nach einem sehenswerten Solo den Schlusspunkt (86.).

Bessere Chancen für den FCN

Der FCN verdiente sich den ersten Erfolg in der heimischen Arena gegen Hoffenheim angesichts der besseren Chancen. Zudem agierten die Franken, die am Samstag in Leverkusen nachlegen wollen, in den Zweikämpfen entschlossener.

Dabei war der Beginn nicht gerade vielversprechend. Hoffenheim nutzte dies aus und hatte durch Kevin Volland bereits in der fünften Minute die erste richtig gute Chance. Der U21-Nationalspieler verzog jedoch nach schönem Pass von Schipplock freistehend.

Dies sollte sich umgehend rächend. Mit dem ersten Torschuss gelang dem Club das 1:0. Ein Freistoß des Japaners Kiyotake von der linken Seite landete im hinteren Toreck der Hoffenheimer.

1899 lässt sich nicht ermutigen

Da der Ball von Sebastian Rudy leicht abgefälscht war, hatte 1899-Keeper Koen Casteels, der erneut den verletzten Tim Wiese vertrat, kaum eine Abwehrchance.

Die TSG 1899 ließ sich durch den frühen Rückstand nicht entmutigen und hatte im Gegenzug durch Marvin Compper gleich die Möglichkeit zum Ausgleich.

Auch in der Folge hatte Hoffenheim mehr Ballbesitz. Der FCN verlegte sich dagegen früh aufs Kontern - und hätte so fast das 2:0 erzielt.

Kiyotake umspielte bei einem sehenswerten Solo einige Hoffenheimer inklusive Casteels, seinen Schuss aus spitzem Winkel kratzte Fabian Johnson aber in höchster Not von der Linie.

Casteels reagiert glänzend

Glück hatten die Gäste zudem in der 32. Minute, als Gebhart nach Pass von Timothy Chandler aus zehn Metern frei zum Schuss kam, Casteels aber glänzend reagierte.

Die Bemühungen der Hoffenheimer wurden kurz darauf aber belohnt, als Schipplock eine Flanke von Volland unbedrängt einköpfte. Die FCN-Abwehr war dabei überhaupt nicht im Bilde. Die Freude währte aber nur kurz.

Nach dem Wechsel drängte 1899 auf den erneuten Ausgleich. Zunächst parierte FCN-Torwart Raphael Schäfer einen Schuss von Salihovic (49.), kurz darauf verzog Volland, ehe der eingewechselte Joselu erneut Schäfer prüfte (64.).

Nürnberg mit gefährlichen Vorstößen

Nürnberg blieb aber bei seinen Vorstößen gefährlich. So streifte ein Kopfball von Timmy Simmons (55.) nach Freistoß von Kiyotake nur knapp am Posten vorbei. Zudem verfehlte der auffällige Kiyotake das Ziel (63.), ehe Polter den Fehler von Compper eiskalt ausnutzte.

Bei Nürnberg überzeugte vor allem Kiyotake. Auch Schäfer war ein sicherer Rückhalt. Volland war der auffälligste Spieler der Hoffenheimer.

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