Max Grün wechselte 2009 aus der Bayern-Reserve zur SpVgg Greuther Fürth © getty

Nach dem zwölften Spiel hintereinander ohne Sieg wächst beim Aufsteiger die Angst: "Langsam gehen uns die Spiele aus."

Hannover - Man darf davon ausgehen, dass Mike Büskens die Metapher nicht leichtfertig verwendet.

Es ist sieben Jahre her, dass er wegen einer Blutvergiftung in Folge einer Darminfektion auf der Intenstivstation eines Oberhausener Krankenhauses im künstlichen Koma lag und um sein Leben rang.

Damit ist das, was der Trainer der SpVgg Greuther Fürth nun erlebt, nicht zu vergleichen.

Aus sportlicher Sicht sieht er sein Team nach der 0:2 (0:1)-Niederlage bei Hannover 96 (Bericht) dennoch "irgendwie schon auf der Intensivstation" ( 644845 DIASHOW: Der 14. Spieltag ) .

"Auch für einen Aufsteiger zu viele Fehler"

Zwölf Spiele ohne Sieg hintereinander lassen die Luft beim Tabellen-Siebzehnten dünner und dünner werden (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle). "Auch für einen Aufsteiger machen wir zu viele Fehler", klagte Abwehrchef Thomas Kleine, Torhüter Max Grün ergänzte, "dass uns langsam die Spiele ausgehen".

Die Hoffnung, die durch zahlreiche Europa-League-Partien hoch belasteten Niedersachsen in deren Stadion mit Kampf und Laufarbeit niederringen zu können, erhielt nach der schnellen 96-Führung durch Mame Diouf (4.) rasch einen Dämpfer.

Büskens: "Wir wussten um das harte Programm der Hannoveraner, aber wir gehen wieder mit leeren Händen nach Hause. Immer nur zu hören, dass man ordentlich gespielt hat, ist frustrierend."

Angst vor dem Intermezzo

Nach den vielen vergeblichen Aufstiegs-Anläufen in den vergangenen Jahren ist bei den Franken die Angst zu spüren, dass das Abenteuer Bundesliga nur als einjähriges Intermezzo in die Klubchronik eingehen könnte.

"Verein und Mannschaft haben viel investiert, es wäre schade, wenn am Saisonende alles schon wieder vorbei wäre", meinte der 44-Jährige. Eine Qualitätsdebatte wolle er nicht führen, "aber es ist klar, dass wir zukünftig weniger brav auftreten müssen".

Bezeichnender fiel der zweite Treffer für die Norddeutschen durch einen Kopfball von Mario Eggimann (69.), der Schweizer hatte sich zuvor robust-rustikal im Luftkampf gegen die Defensive der Gäste den erforderlichen Raum dafür verschafft.

Büskens: "Dabei wussten wir über die Kopfballstärke des Gegners natürlich Bescheid."

Dankbarer Aufbaugegner

Somit waren die "Kleeblätter" ein dankbarer Auftaktgegner für die Platzherren, die im Kampf um die internationalen Plätze drei wichtige Punkte einfuhren.

"Man muss nur einen Blick auf die Tabelle richten, dann sieht man, wie wichtig dieser Sieg für uns war", sagte 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke aufatmend.

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