Frustriert: Pirmin Schwegler (l.) und Sebastian Jung © getty

Eintracht Frankfurt erlebt mit der ersten Heimpleite gegen Mainz seinen bislang größten Dämpfer. Die Personalnot verschärft sich.

Frankfurt/Main - Die Bilder glichen sich, auch wenn die Voraussetzungen andere sind.

Mit erstarrten Mienen schlichen die Spieler von Eintracht Frankfurt nach der 1:3 (0:2)-Heimpleite gegen den FSV Mainz (Spielbericht) vom Platz - ganz wie bei der letzten Begegnung der beiden Teams ( 644845 DIASHOW: Der 14. Spieltag ) .

Im April 2011 hatte sich die Eintracht mit 0:3 blamiert, zwei Spiele später war sie Zweitligist - trotz herausragender Hinrunde.

Ernsthafte Parallelen muss man da zum jetzigen Zeitpunkt nicht ziehen bei einem Aufsteiger, der immer noch auf Tabellenplatz vier rangiert: Aber die erste Heimniederlage der Saison ist doch der bislang größte Dämpfer für die Überraschungsmannschaft der Saison (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Stoßen an die Grenzen

"Wir haben uns bei den Gegentoren ganz dumm angestellt, waren eigentlich zweimal in Überzahl. Mainz hat die vergangenen Spiele sogar besser gespielt als heute, aber keine Punkte geholt", sagte Eintracht-Trainer Armin Veh.

Zu keiner Zeit konnten die Frankfurter ihr gewohntes Offensivspiel aufziehen. Können die derzeit ersatzgeschwächten Hessen nicht mit der ersten Elf antreten, scheint der kleine Kader inzwischen doch an seine Grenzen zu stoßen.

Vor allem die immer größer werdenden Personalsorgen dürften Frankfurt Sorgen bereiten. Gegen Mainz verschärfte sich die angespannnte Situaton noch weiter.

Ärgerliche Sperren

Eintracht-Kapitän Pirmin Schwegler und Innenverteidiger Carlos Zambrano sahen jeweils ihre fünfte Gelbe Karte, beide Stammspieler werden den Frankfurtern in der kommenden Partie bei Fortuna Düsseldorf am Freitag fehlen.

"Die Gelben Karten gegen Zambrano und Schwegler wiegen fast schwerer als die Niederlage. Wir haben jetzt nicht mehr so wahnsinnig viele Alternativen", sagte Veh.

Für den Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen waren die Verwarnungen hingegen schlicht "tragisch". Denn vor allem in der Defensive gehen den Frankfurtern damit langsam die Spieler aus.

Not-Abwehr mit 17-Jährigen

Schon gegen Mainz hatte in der Innenverteidigung notgedrungen der erst 17-Jährige Marc-Oliver Kempf auflaufen müssen.

Ob Abwehrkollege Vadim Demidov (Leistenbeschwerden) am Freitag wieder eingesetzt werden kann, ist noch unklar - Bamba Anderson fällt mit einer Bauchmuskelverletzung für restlichen Spiele des Jahres aus.

In Schwegler wird in Düsseldorf zudem auch der Taktgeber im defensiven Mittelfeld fehlen. Der Schweizer nahm es gelassen: "Wir wussten, dass Sperren und Verletzungen kommen werden, aber auch das werden wir hinkriegen."

Kevin Trapp nahm hingegen die Ersatzspieler in die Pflicht. "Wir haben genug Spieler im Kader, die auch auflaufen wollen. Jetzt haben sie die Chance, sich zu zeigen", sagte der Eintracht-Keeper.

Defensiv nicht sattelfest

Doch schon gegen Mainz hatte sich die dünne Personaldecke der Hessen bemerkbar gemacht.

Bei den Toren von Andreas Ivanschitz (18. ), Shawn Parker (42.) und Nikolce Noveski (52.) sah die Defensive der Frankfurter vor 47.800 Zuschauern alles andere als sattelfest aus.

Und auch im Angriff musste nach dem Fehlen von Stürmer Karim Matmour (Gelb-Rot-Sperre) der Mainzer Adam Szalai mit einem Eigentor (52.) aushelfen. Die Gelb-Rote Karte für FSV-Mittelfeldspieler Julian Baumgartlinger (88.) änderte nichts mehr.

"Endlich Effektivität"

Ganz anders als bei der Eintracht war die Gefühlslage bei den Mainzern.

Nachdem zuletzt die Chancenverwertung Überraschungs-Erfolge in Hamburg und gegen Dortmund verhindert hatte, zeigten sich die Rheinhessen in der Main-Metropole vor dem gegnerischen Tor eiskalt.

"Wir hatten heute endlich auch die nötige Effektivität, um auswärts gewinnen zu können", äußerte Trainer Thomas Tuchel.

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