Jupp Heynckes ist seit Juli 2011 Trainer des FC Bayern © getty

Schon vor dem Spiel gegen Freiburg haben die Bayern das Dortmund-Duell im Kopf - zum Leidwesen des Trainers. Robben fehlt.

München - Als Jupp Heynckes nach Borussia Dortmund gefragt wird, unterbricht er die Frage sofort.

"Nein! Nix Borussia Dortmund, sondern SC Freiburg. Das ist unser Highlight und sonst keines", sagt der Trainer des FC Bayern mit Nachdruck vor dem Spiel im Breisgau (Mi., ab 19.30 Uhr im LIVE-TICKER).

Der 67-Jährige steckt in einem Dilemma: Schon jetzt dreht sich beim deutschen Rekordmeister fast alles um den brisanten Schlager am Samstag gegen den Doublegewinner aus Dortmund.

Auch wenn Heynckes mit aller Macht bemüht ist, den Fokus "nur auf Freiburg" zu legen: "Wir wollen weiter im Fluss bleiben und das Spiel gewinnen. Darauf konzentrieren wir uns."

Keine Rotation gegen Freiburg

Auch eine Rotation, um für das Dortmund-Spiel Kräfte zu schonen, schließt er aus. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Doch Nationalspieler Thomas Müller räumt bereits offen ein, dass man "nicht um das Dortmund-Spiel herumkommt".

Auch Uli Hoeneß hat das große Duell um die nationale Vormachtstellung gegen den BVB längst im Kopf.

Auch Hoeneß denkt schon an BVB

Der FC Bayern stehe vor einer "sehr entscheidenden Woche" und vor einem "ganz wichtigen Spiel" gegen Dortmund, sagte der Präsident im "kicker".

Man wolle zwar erst einmal in Freiburg gewinnen, aber dann "freuen wir uns auf das Spiel der Giganten".

Für Heynckes wird es die wichtigste und wohl auch schwierigste Aufgabe sein, das Spiel gegen Dortmund irgendwie aus den Köpfen seiner Stars herauszubekommen.

[kaltura id="0_axfwjq2e" class="full_size" title="Strunz Die Bayern sind wieder in Topform "]

Lahm ist gewarnt

Auch wenn Kapitän Philipp Lahm im "Bild"-Interview behauptet, dass dies "zum Glück gar nicht schwierig" sei, "weil wir gewarnt sind durch die letzten Jahre. Wir haben uns in Freiburg immer so schwer getan".

Doch auch Lahm kommt nicht am BVB vorbei: "Wir müssen in Freiburg gewinnen, um dann voller Zuversicht und mit mindestens neun Punkten Vorsprung in den Knaller gegen Dortmund zu gehen."

Für Torwart Manuel Neuer ist es "das A und O, in Freiburg drei Punkte mitzunehmen. Mit einem guten Ergebnis wird es sich am Samstag auch leichter spielen lassen. Es ist an der Zeit, gegen Dortmund zu gewinnen. Die Borussia ist unser größter Konkurrent."

Martinez: Wie der Clasico

Selbst Rekordmann Javi Martinez kann sich nicht von Dortmund freimachen.

"Ich habe das Duell schon in Spanien verfolgt, das ist so ein bisschen wie der Clasico. Es gab zuletzt gegen Dortmund ein bisschen Probleme, das müssen wir ändern", meinte der 24-Jährige.

Um dann aber wenigstens pflichtbewusst anzufügen: "Aber erst denken wir an Freiburg, dann an Dortmund."

Heynckes lobt Sreich

Geht es nach Heynckes, ist das auch dringend nötig, um keine unliebsame Überraschung zu erleben.

"Es ist angebracht, sich mit Freiburg zu beschäftigen. Die sind kämpferisch und läuferisch unheimlich stark, sie spielen sehr gut nach vorne. Wir müssen eine sehr gute Einstellung zeigen", mahnte der Bayern-Coach.

Seinen Freiburger Kollegen Christian Streich lobt er in diesem Zusammenhang über die Maßen: "Der beste Mann in Freiburg sitzt auf der Bank. Er hat nicht nur an der Baiss gearbeitet, er hat den Umschwung bewirkt in Freiburg. Das wird ein schwieriges Spiel für uns."

Schweinsteiger spielt, Robben fehlt

Große Rücksicht werde er deshalb auch personell nicht nehmen.

Selbst der mit vier Gelben Karten vorbelastete Bastian Schweinsteiger wird spielen.

"Wir wollen unseren Vorsprung behalten und mit der Mannschaft auflaufen, mit der wir am ehesten die Garantie haben zu gewinnen", unterstreicht Heynckes, der nach wie vor auf Superstar Arjen Robben (Faserriss) verzichten muss.

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