Markus Babbel begann seine Karriere als Trainer 2007 in Stuttgart © getty

Die Krise bei Hoffenheim spitzt sich zu. Vor dem Spiel in Nürnberg gibt sich Markus Babbel bei SPORT1 aber zuversichtlich.

Von Reinhard Franke

München - Die Bilanz von 1899 Hoffenheim nach 13 Spielen ist ernüchternd.

Der Herbstmeister von 2008 hat nur eine der zurückliegenden acht Partien gewonnen.

Zudem hatte der Klub nach 13 Spielen noch nie so wenige Punkte wie derzeit (12) auf dem Konto und stellt die schlechteste Defensive (28 Gegentore) der Liga. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Trainer Markus Babbel steht im Kraichgau nach der jüngsten 1:2-Niederlage gegen Leverkusen also gehörig unter Druck.

Babbel kämpferisch

"Auch wenn die Resultate zuletzt nicht gestimmt haben und wir nicht konstant genug sind: Ich glaube nach wie vor an diese Mannschaft und ich habe nicht den Eindruck, dass es der Truppe mit mir anders geht", gibt sich Babbel im Gespräch mit SPORT1 weiterhin kämpferisch.

Nach dem Leverkusen-Spiel bezeichnete er sich allerdings als einen "schlechten Trainer". (BABBEL: Bin im Moment ein schlechter Trainer)

Das erklärt er nun: "Ich habe gesagt, dass wir zu wenig Punkte haben. Und wenn du zu wenige Punkte hast, bist du halt ein schlechter Trainer. Alles andere zählt dann nicht. So funktioniert nun mal der Sport und ich beklage mich nicht darüber."

Selbstvertrauen gefragt

Er wisse aber auch, "wie schnell man wieder auf der Sonnenseite ist, sobald sich der Erfolg einstellt. Wir brauchen jetzt einfach mal ein, zwei gute Resultate, die der Mannschaft Selbstvertrauen zurückgeben".

Schon am Mittwoch haben die Hoffenheimer in Nürnberg (ab 20.30 Uhr im LIVE-TICKER) die Gelegenheit dazu.

"Da haben wir nicht viel Zeit, um über alles nachzudenken. Ich sehe durchaus eine realistische Chance, die Trendwende einleiten zu können."

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Hopp im Urlaub, Babbel noch nicht

Auch am Samstag gegen Bremen dürfte Babbel noch auf der Bank sitzen. Selbst wenn das Nürnberg-Spiel verloren werden sollte.

Franz Beckenbauer, ein bekennender Freund von Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp, verriet dazu bei "Sky": "Dietmar Hopp ist jetzt einige Wochen in Florida. So lange er dort ist, wird keine Entscheidung getroffen. Danach könnte es für Markus gefährlich werden."

Wende zum Guten

Babbel braucht dringend Ergebnisse als Bestätigung für seine Arbeit. Und der 1899-Coach ist weiterhin von der Wende zum Guten überzeugt.

Man müsse in der Defensive konzentrierter zu Werke gehen, wacher und aggressiver sein, fordert er.

Die Mannschaft wisse das, "jetzt muss sie es nur auch mal umsetzen", von Beginn an.

"Hinzu kommt, dass wir aus einer Vielzahl hochkarätiger Chancen in den vergangenen Partien zu wenig Kapital geschlagen haben. Wir haben enormes Potenzial in der Offensive, aber wir machen zurzeit zu wenig daraus. Wenn wir in Nürnberg und gegen Bremen das zeigen, was wir draufhaben, werden wir uns freischwimmen, da bin ich sicher."

Wiese fällt aus

Ein Spieler ist dabei erstmal raus aus der Verantwortung: Tim Wiese wird in den kommenden Wochen wegen einer Knieverletzung fehlen.

Für Babbel hat das immerhin den Vorteil, dass er aktuell nicht über die Torwartfrage grübeln muss.

Der 40-Jährige gestand nach dem Leverkusen-Spiel, dass er gegen die Werkself ohnehin Koen Casteels den Vorzug gegeben hätte.

Dabei war es Babbel, der sich im Sommer für die Verpflichtung des Bremer Torwarts stark gemacht hatte. Bisher gab Wiese im Kraichgau aber eine unglückliche Figur ab.

Wiese bleibt in Hoffenheim

Doch Babbel ist sich sicher, "dass auch andere Vereine Tim mit seiner Vita gerne genommen hätten. Ich war überzeugt von meiner Entscheidung, da ich ihn als unerschütterlichen, hoch motivierten und sehr guten Torhüter wahrgenommen hatte."

Babbel betont aber auch: "Tim konnte diese tragende Rolle hier in Hoffenheim bislang leider nicht untermauern, dafür hatte er zu viel mit sich selbst zu tun."

Und er fügte an: "Ich denke, es ist nur ehrlich und richtig, wenn ich dann nicht eine zufällige Verletzung, sondern sportliche Gründe für den Wechsel im Tor angebe. Das heißt ja nicht, dass dies eine Entscheidung für die Ewigkeit sein muss."

Unterdessen stellte Manager Andreas Müller klar, dass Wiese Hoffenheim nicht verlassen wird: "Die Frage stellt sich für mich überhaupt nicht. Tim Wiese ist ein hervorragender Torhüter, der seine Leistung nur noch nicht hat bringen können."

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