Tormaschine Alexander Meier (M.) spielt seit 2004 bei Eintracht Frankfurt © getty

Angesichts der Verletzungsmisere stellt Mainz für die Eintracht eine enorme Hürde dar. Sicherheitsbedenken gibt es aber nicht.

Frankfurt/Main - Die Erinnerungen an das letzte Rhein-Main-Derby sind bei den Frankfurtern noch frisch:

Im April 2011 blamierte sich die Eintracht am 32. Spieltag mit 0:3 beim FSV Mainz 05, stürzte nach einer tollen Hinrunde auf den Relegationsplatz ab und musste nur zwei Spieltage später den bitteren Gang in die Zweite Liga antreten.

Vor dem erneuten Duell am Dienstag (ab 19.30 Uhr im LIVE-TICKER) haben sich die Vorzeichen geändert, die Hessen stehen in der Spitzengruppe der Bundesliga.

"Wir haben da einiges auf den Deckel bekommen. Aber das ist weit weg, eine andere Zeit. Am Dienstag wollen wir Vollgas geben. Die Vergangenheit spielt keine große Rolle mehr", sagte Eintracht-Kapitän Pirmin Schwegler dem "kicker".

Mit einem Erfolg gegen die Mainzer könnte sich die Eintracht weiter in der Spitzengruppe der Bundesliga etablieren.

Der Punktgewinn bei den Champions-League-Startern von Schalke 04 (1:1) (Bericht) wird rund um den Main als bestandene Reifeprüfung eingeordnet.

"Haben Leistung bestätigt"

"Dass wir nach 13 Spieltagen so weit oben stehen, ist kein Zufall. Wir haben unsere Leistung über einen langen Zeitraum bestätigt", sagte Trainer Armin Veh nach der Partie in Gelsenkirchen und merkte an, dass seine Mannschaft "von der Anzahl der Torchancen her" hätte gewinnen können. ( 642980 DIASHOW: Der 13. Spieltag )

Auch Vorstandschef Heribert Bruchhagen lobte, dass die Eintracht "sehr reif gespielt" habe.

Personalsorgen bei Frankfurt

Das Derby gegen die Mainzer wird zum nächsten Härtetest. Stürmer Karim Matmour wird nach seiner Gelb-Roten Karten ebenso fehlen wie Verteidiger Anderson, der eine Verletzung der Bauchmuskulatur erlitten hat.

Und auch die ersten Ersatzleute Erwin Hoffer und Vadim Demidov sind angeschlagen. Veh ist möglichweise erstmal mit seinem kleinen Kader zum Improvisieren gezwungen.

Veh bleibt gelassen

"Das bekommen wir schon irgendwie hin", sagte Veh und spielte die Personalsituation herunter.

Möglich, dass Top-Torschütze Alex Meier (neun Treffer) in den Angriff und Rechtsverteidiger Sebastian Jung in die Innenverteidigung rückt.

Verletzung stoppt Kirchhoff

Einen wichtigen Ausfall hat auch der Gegner aus Mainz zu beklagen.

So wird ausgerechnet der Ex-Frankfurter Jan Kirchhoff mit einem Muskelfaserriss im Derby fehlen.

"Jan ist ein Garant für Flexibilität in unserem Spiel. Wir hatten ihn noch nie in der Wettkampfform, in der er zurzeit ist", sagte Mainz-Coach Thomas Tuchel zum Ausfall des 22-Jährigen.

Möglicherweise steht dafür der langzeitverletzte Eric Maxim Choupo-Moting (Meniskusriss am linken Knie) vor einem Comeback.

Derby-Reiz "höher als früher"

Bei der 1:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund haben sich die Mainzer, ähnlich wie Frankfurt auf Schalke, mit einem mutigen Auftritt viel Selbstvertrauen geholt.

In der Tabelle stehen die Rheinhessen auf Platz neun, mit fünf Punkten Vorsprung auf dem Relegationsplatz im gesicherten Mittelfeld.

Auch die Mainzer könnten mit einem Derbysieg an die Europapokalplätze heranrücken. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Für FSV-Präsident Harald Strutz ist so, "der Reiz des Derbys jetzt wesentlich höher als früher".

Keine Feindschaft der Fan-Lager

Große Sicherheitsbedenken gibt es bei beiden Klubs trotz einer erwarteten hitzigen Derby-Atmosphäre nicht.

"Zunächst einmal ist es wohltuend, dass es anders als gegen Kaiserslautern ist. Dort glauben unsere Fans eine Feindschaft mit dem FCK erkannt zu haben. Das ist bei Mainz nicht der Fall", sagte Bruchhagen.

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