Thorsten Fink (r., mit Frank Arnesen) ist seit dem 17.11.2011 Trainer beim Hamburger SV © getty

Nach der Pleite gegen Fortuna Düsseldorf ist die Stimmung bei den Rothosen gereizt. Für das Duo muss gegen Schalke die Wende her

Hamburg - Der Trainer enttäuscht, der Sportdirektor genervt und der Superstar verletzt: Knapp drei Monate nach der Verpflichtung von Rafael van der Vaart ist beim Hamburger SV die Euphorie verflogen.

Der Bundesliga-Dino ist im Liga-Mittelmaß angekommen, steht nach einer desillusionierenden Leistung in Düsseldorf (0:2) (Bericht) auf Tabellenplatz zehn und muss bis zur Winterpause auf seinen Regisseur verzichten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ohne van der Vaart, den ein Muskelfaserriss stoppt, holte der HSV in dieser Saison noch keinen Punkt - doch Thorsten Fink und Frank Arnesen fordern vor dem Duell am Dienstag mit Schalke 04 (ab 19.30 Uhr im LIVE-TICKER) eine klare Reaktion ihrer Mannschaft ein. ( 642980 DIASHOW: Der 13. Spieltag )

Fink: "Wir müssen Schalke wehtun"

"Wir müssen nicht jammern, sondern mit der Mannschaft, die wir haben, Schalke wehtun", sagte Fink am Montag: "Das allererste ist, dass wir Vollgas geben und Schalke unter Druck setzen. Ich erwarte keinen technisch hochwertigen Fußball, es muss gefightet werden."

Auch Arnesen forderte ein anderes Auftreten der Hamburger als in Düsseldorf.

Arnesen will Leidenschaft sehen

"Ich will sehen, dass jeder mit dem Herzen dabei ist", meinte der Sportdirektor in der "Hamburger Morgenpost": "Ich erwarte, dass sie schon gegen Schalke zeigen, dass sie verstanden haben, worum es geht."

Vor dem Aufeinandertreffen mit dem Tabellendritten ist die Stimmung gereizt. Und dazu muss der HSV gegen die Königsblauen auch noch auf seinen besten Angreifer verzichten.

Son fehlt wegen einer Zerrung

Denn Heung-Min Son, der in dieser Saison sechs der zwölf HSV-Treffer erzielte, fehlt wegen einer Zerrung.

Doch Ausreden lassen weder Trainer noch Sportchef gelten. Beide hatten ihre Mannschaft schon viel weiter gewähnt, sprachen nach dem Sieg in der Vorwoche gegen den FSV Mainz 05 von einem Reifeprozess.

"Jetzt müssen wir einen Schritt mehr machen"

Doch von "Erwachsenen-Fußball" (O-Ton Arnesen) war in Düsseldorf keine Spur. "Vielleicht haben wir gedacht, wir wären schon wer. Aber wir haben gesehen, dass wir noch keiner sind", sagte Fink enttäuscht.

Laufen, grätschen, kämpfen: Der Trainer und sein Sportchef verlangen von ihrem Team gegen den Ruhrpott-Klub keine Wunderdinge, sie wollen das kleine Einmaleins des Fußballs sehen. "Jetzt müssen wir einen Schritt mehr machen", sagte Arnesen wohl wissend, wie schwer der Ausfall seines Superstars wiegt.

Van der Vaarts Ausfall wiegt schwer

Denn van der Vaart steht beim HSV nicht nur für eine herausragende Ballbehandlung und die entscheidenden Pässe, er verkörpert in erster Linie das Selbstvertrauen auf dem Rasen.

Steht der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler auf dem Platz, dann sind auch seine Nebenmänner besser. Als van der Vaart in Düsseldorf nach 32 Minuten vom Feld musste, enttäuschten Milan Badelj, Tomas Rincon und Tolgay Arslan im Zentrum.

Jungspund bekommt erneute Chance

Gegen Schalke bekommt U-21-Nationalspieler Arslan nun die nächste Gelegenheit zu beweisen, dass er sich von seinem Lehrmeister schon etwas abgeschaut hat.

Kein einfaches Vorhaben gegen den FC Schalke. Die Mannschaft von Trainer Huub Stevens weist in der Champions League regelmäßig ihr Potenzial nach und verfolgt große Ziele.

"Keiner soll auf Schalke den Anspruch verlieren, Titel zu gewinnen", sagte Sportdirektor Horst Heldt "Sport Bild Plus": "Der Wunsch, Meister zu werden, darf nicht ad acta gelegt werden."

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