Thomas Berthold spricht in seiner Kolumne über die Aufregung um den BVB-Coach und die immer schwierigere Lage in Hoffenheim.

Hallo Fußball-Freunde,

Am Wochenende sorgten die Vorwürfe von Ex-Schiedsrichter Lutz-Michael Fröhlich gegen Jürgen Klopp für große Aufregung.

Im Vergleich zu früher sind die Trainer viel aktiver an der Außenlinie. Die Zeiten haben sich geändert, der Druck ist vielleicht ein bisschen größer. Die Aufmerksamkeit der Medien sowieso.

Alles wird mit der Lupe beäugt. Aber Jürgen Klopp bewegt sich schon an der Grenze des Zumutbaren.

Es ist klar, dass sich die Schiedsrichter gegenüber ihren Kollegen loyal verhalten. Die Unparteiischen kennen sich untereinander und haben ihre Termine, wo über die Vereine und Personen gesprochen wird.

Man sollte es vermeiden, auf deren schwarze Liste zu kommen. Man muss versuchen, zusammen zu arbeiten und den Ton zu wahren.

Generell sollte man aber die Kirche im Dorf lassen. Emotionen gehören zum Fußball, der eine ist eben so, der andere so.

Zurück zum Sportlichen: Am kommenden Samstag steht der Gipfel zwischen Bayern und Dortmund an.

Beide Mannschaften sind gut in Form, aber Dortmund macht auf mich den noch besseren Eindruck.

Ich traue Dortmund zu, in München zu gewinnen.

Ich habe von Anfang an gesagt, dass Dortmund der einzige wahre Konkurrent für den FC Bayern ist.

Mit einem Sieg würde der BVB die Bundesliga wieder spannend machen.

Sollten jedoch die Bayern gewinnen, wäre eine Vorentscheidung gefallen, denn zwölf Punkte Rückstand könnte der BVB nicht mehr aufholen.

Das Spiel wird sicherlich kein offener Schlagabtausch werden. In solchen Partien muss man hochkonzentriert sein.

Da können manchmal auch Kleinigkeiten eine Rolle spielen, die Tagesform dürfte mitentscheidend sein.

Allerdings müssen beide Klubs erstmal ihre Spiele in der englischen Woche gewinnen. Dortmund spielt gegen Düsseldorf, aber vor allem auf die Bayern wartet in Freiburg eine schwierige Aufgabe.

Wie unangenehm es ist, dort zu spielen, musste der VfB Stuttgart am Sonntagabend erfahren. Die Bayern müssen schon eine starke Leistung abrufen, um in Freiburg als Sieger vom Platz zu gehen.

Immer schwieriger wird die Lage in Hoffenheim. Der Mannschaft ist auch in Leverkusen der Befreiungsschlag nicht gelungen.

Die Verantwortlichen müssen sich fragen, für was Hoffenheim eigentlich stehen will? Was ist der Weg des Vereins? Welche Fußballphilosophie hat 1899?

Natürlich wird die Situation für Markus Babbel jetzt sehr prekär.

Hoffenheim spielt am Mittwoch in Nürnberg und hat am Sonntag Bremen zu Gast. Diese beiden Spiele werden die Verantwortlichen noch abwarten.

Wenn sich dann nichts ändert, dürfte Babbel meiner Meinung nach kaum noch zu halten sein.

Bis nächste WocheEuer Thomas Berthold

Thomas Berthold nahm als Spieler an drei Weltmeisterschaften teil und krönte seine Karriere mit dem WM-Titel 1990 in Italien. In der Bundesliga war er für Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und den VfB Stuttgart aktiv. Zudem lief er in der Serie A für Hellas Verona und AS Rom auf. Der ehemalige Manager von Fortuna Düsseldorf ist regelmäßig als LIGA total!-Experte im Einsatz und schreibt wöchentlich die Bundesliga-Kolumne für SPORT1.

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