Lars Bender (r.) wechselte 2009 vom TSV 1860 München zu Bayer Leverkusen © getty

Nach der Niederlage gegen Leverksuen wird die Luft für den 1899-Chefcoach immer dünner. Manager Andreas Müller hält zum Coach.

Sinsheim - Die Profis von 1899 Hoffenheim haben ihren Trainer Markus Babbel mit einer blutleeren Vorstellung in der ersten Hälfte an den Rand des Rauswurfs gebracht.

Nach dem 1:2 der Kraichgauer gegen Angstgegner Bayer Leverkusen zum Abschluss des 13. Spieltags und dem Absturz auf den Relegationsplatz wird die Luft für Babbel immer dünner. Nur die anstehende "englische Woche" könnte den Coach vorerst retten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Hoffenheims Manager Andreas Müller will von einer Trainerdiskussion allerdings nichts hören, er stärkt Babbel den Rücken: "Nicht der Trainer braucht Punkte, sondern die TSG Hoffenheim. Es geht hier um den Verein, das ist das Wichtigste, erst danach kommen die handelnden Personen. Wir werden gemeinsam mit dem Trainer an Lösungen arbeiten, um der Mannschaft das zu geben, was wir alle hier brauchen."

Babbel meinte nur: "Jeder hat gesehen, dass die Mannschaft unbedingt den Sieg wollte. Die Spieler haben die Köpfe nicht hängen klassen und versucht alles zu drehen. Es ist eine blutjunge Truppe, die sehr viel Potenzial hat."

Babbel: "Die Mannschaft lebt"

Zu seiner Person sagte er: "Was ich sagen kann, dass wir uns auf die nächsten zwei Spiele fokusieren. Was mit meiner Person geschieht, weiß ich nicht. In dem Geschäft ist es so, dass über einen diskutiert wird, on man ein guter oder schlechter Trainer ist. Im Moment bin ich ein schlechter Tariner. Es wird leider sehr schnell über eine geurteilt. Meine mannschaft lebt."

Nationalspieler Lars Bender (15.) und Daniel Carvajal (38.) besiegelten die Pleite der Hoffenheimer, die nur eine der zurückliegenden acht Partien gewinnen konnten.

Zudem hatten die Kraichgauer, für die Fabian Johnson traf (59.), nach 13 Spielen noch nie so wenige Punkte wie derzeit (12) auf dem Konto und stellen die schlechteste Defensive der Liga. ( 642980 DIASHOW: Der 13. Spieltag )

Sonderlich überraschend kam die Niederlage gegen Leverkusen auch aus einem anderen Grund nicht: Die Hoffenheimer holten in neun Ligaspielen ersten einen Punkt gegen die Werkself, die auf dem fünften Platz bleibt - aber nur einen Zähler hinter dem Zweiten Borussia Dortmund liegt.

Zu Beginn wird wenig geboten

Den 22.100 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena wurde zunächst wenig geboten. Das Geschehen spielte sich zumeist im Mittelfeld ab, für Gefahr vor den Toren konnte keine der beiden Mannschaften sorgen.

Die Gastgeber mussten kurzfristig auf Kapitän Tim Wiese verzichten. Der frühere Nationaltorwart erlitt im Abschlusstraining eine Knieverletzung und fällt drei Wochen aus.

Casteels für Wiese

Für den Neuzugang stand der Belgier Koen Casteels, der Wiese wegen einer anderen Verletzung in der laufenden Saison schon viermal vertreten hatte, zwischen den Pfosten der Kraichgauer.

Bei der Führung der Leverkusener durch Bender war Casteels machtlos. Den kollektiven Tiefschlaf seiner Vorderleute nach einem Freistoß konnte der Keeper nicht mehr ausbügeln.

Das Team Babbels, der vor Saisonbeginn zur Verwunderung vieler Beobachter den Einzug in den Europapokal als Ziel ausgegeben hatte, offenbarte auch im Anschluss die gewohnten Schwächen in der Defensive.

Leverkusen ohne Effizienz

Die Leverkusener, die am Donnerstag mit einer B-Elf den Gruppensieg in der Europa League durch ein 0:2 bei Metalist Charkow verpasst hatten, konnten zunächst aber kein weiteres Kapital daraus schlagen.

Die Gäste, die ohne Michal Kadlec, Daniel Schwaab und Sidney Sam auskommen mussten, gaben dennoch weiter den Ton an.

Erst nach einer knappen halben Stunde hatten die Hoffenheimer durch Roberto Firmino eine kleine Chance (29.), nur eine Minute später traf der Brasilianer aus der Distanz die Latte.

In der 34. Minute vergab der französische Abwehrchef Matthieu Delpierre per Kopf die Möglichkeit zum Ausgleich. Nach einem starken Doppelpass mit Andre Schürrle erhöhte Carvajal aus spitzem Winkel auf 2:0 für Bayer, es war das erste Bundesligator des Spaniers.

Jubiläum für Derdiyok

Zu Beginn der zweiten Hälfte brachte Babbel im früheren Leverkusener Eren Derdiyok, der sein 100. Bundesligaspiel absolvierte, und Sven Schipplock zwei neue Stürmer.

Die Hoffenheimer konnten so zwar den Druck erhöhen, große Chancen konnten sie sich aber zunächst nicht erarbeiten.

Erst nach einer knappen Stunde wurden die Bemühungen der Gastgeber durch das dritte Saisontor Johnsons, dessen Schuss abgefälscht wurde, belohnt. In der 64. Minute vergab Schipplock die Chance zum Ausgleich.

Schürrle trifft die Latte

Auf der Gegenseite traf Schürrle zwei Minuten später per Freistoß die Latte. Schipplock vergab kurz darauf erneut (72.). Hoffenheim erhöhte noch einmal den Druck, doch Derdiyok (89. ) vergab kurz vor Schluss eine weitere Chance.

Beste Spieler auf Seiten der Leverkusener, die am Mittwoch bei Werder Bremen antreten müssen, waren Carvajal und Bender. Bei den Hoffenheimern, die am Mittwoch im Kellerduell beim 1. FC Nürnberg auflaufen, konnten Firmino und Kevin Volland mit Abstrichen überzeugen.

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