Mario Gomez wechselte 2009 vom VfB Stuttgart zum FC Bayern © imago

Mario Gomez spricht nach dem 5:0-Sieg gegen Hannover über seine Verletzungspause, den Konkurrenzkampf und das Titelrennen.

Vom FC Bayern berichten Mathias Frohnapfel und Julian Buhl

München - Mario Gomez hatte seine Mütze fast bis über beide Ohrläppchen gezogen.

Den schelmischen Blick nach seinem ersten Pflichtspieltor in dieser Spielzeit verbarg das aber nicht.

Wie mit einem Turboantrieb versehen hatte Gomez sofort nach seiner Einwechslung das fünfte Tor beim 5:0-Sieg des FC Bayern über Hannover (Bericht) erzielt.

Und danach ging der Deutsch-Spanier nicht in den typischen Torero-Jubel über, sondern breitete die Arme aus, so als ob er alle 71.000 Fans in der Münchner Arena und die ganze Welt dazu umarmen wollte ( 642980 DIASHOW: Der 13. Spieltag ).

Die Sprunggelenksoperation, die Qualen der Reha und das Warten auf das Comeback: All das war in dem Augenblick vergessen.

Der 27-Jährige freut sich, wieder dabei zu sein und sagte auch deshalb auf die SPORT1-Nachfrage, wann er wohl in die Startelf zurückkehre: "Das weiß ich nicht, das ist aber auch nicht so wichtig."

Im Bauch der Arena schilderte er den Reportern zudem seine Emotionen nach dem Tor und die Verfassung des FCB vor den nächsten Aufgaben in Freiburg und gegen Dauerrivalen Dortmund.

Frage: Herr Gomez, Sie haben in Ihrem ersten Bundesliga-Spiel nach Ihrer dreimonatigen Verletzungspause mit dem ersten Ballkontakt getroffen. Besser geht es nicht, oder?

Mario Gomez: Es war für mich eine Gefühlsexplosion nach so wenigen Sekunden gleich ein Tor zu machen. Die Gedanken sind bei meinen Physiotherapeuten und beim Arzt, die immer für mich da waren und denen ich auf den Keks gegangen bin. Ich glaube, die Jungs freuen sich genauso wie ich auch.

Frage: Was schoss Ihnen im Moment des Tores durch den Kopf?

Gomez: Ich kann es gar nicht so beschreiben, da kamen drei Monate Reha irgendwie wieder hoch. Es war ein schöner Moment für mich.

Frage: Von außen hatte man den Eindruck, Sie wollten dieses Tor unbedingt.

Gomez: Ich habe versucht mein Bestes zu geben, es stand aber schon 4:0. Mario (Mandzukic, Anm. d. Red.) hat die Abwehrspieler müde gelaufen, ich habe davon profitiert.

Frage: War es angesichts der klaren Führung der ideale Moment, um ins Spiel reinzukommen?

Gomez: Es war definitiv ein guter Moment dafür. Die Mannschaft hat unglaublich gut gespielt, Hannover war auch nicht schlecht, wir haben aber die Tore unheimlich stark herausgespielt. Wir haben eine gute Antwort auf all das gegeben, was in den letzten Tagen los war. Wir waren ja selbst nicht zufrieden und wollten eine Reaktion zeigen. Nicht nur ich bin deshalb glücklich, sondern die ganze Mannschaft.

Frage: Wann werden Sie wieder von Beginn an spielen?

Gomez: Das weiß ich nicht, das ist aber auch nicht so wichtig.

Frage: Jupp Heynckes hat am Freitag gesagt, es wäre künftig auch mal möglich mit zwei Stürmern zu spielen. Wie haben Sie das aufgenommen?

Gomez: Das könnte eine Möglichkeit sein. Nicht mehr und nicht weniger. Ich will, dass wir in dieser Saison erfolgreich sind, und wenn das im 4-3-3-System ist, dann eben bis zur letzten Sekunde im 4-3-3.

Frage: Denken Sie, dass der Konkurrenzkampf die Stürmer besser macht?

Gomez: Plötzlich ist der Konkurrenzkampf gut, vor zwei Wochen war er noch schlecht. Wir sehen das gar nicht so verkrampft. Mario Mandzukic und Claudio Pizarro machen ihre Sache super, ich war weg, ich versuche jetzt meinen Job auch gut zu machen. Das ist doch schön für die Mannschaft und den Trainer, solche Optionen zu haben. Wir haben jetzt zwei Jahre nichts gewonnen, wir wollen Meister werden und sind auf einem guten Weg dorthin. Wir waren aber auch letztes Jahr auf einem guten Weg und sind davon abgekommen. Das darf und wird nicht wieder passieren.

Frage: Muss man jetzt aufpassen, nicht zu sehr auf das Topspiel gegen Dortmund zu schauen und so die Aufgabe in Freiburg aus den Augen zu verlieren?

Gomez: Nein, es wird ganz wichtig in Freiburg zu gewinnen. Das wird ein ganz schwieriges Spiel, sie haben eine unglaublich kompakte und aggressive Mannschaft, darauf konzentrieren wir uns jetzt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Frage: Warum war es für den FCB in Freiburg zuletzt so schwierig?

Gomez: Da tun sich alle Mannschaften schwer, sie spielen sehr aggressiv und draufgängerisch.

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