Stevens (l.) hat mit Schalke ebenso wie Veh mit Frankfurt 24 Punkte gesammelt © imago

Nach dem Remis zwischen den Verfolgern S04 und Frankfurt fallen die Reaktionen unterschiedlich aus. Jones warnt vor Träumerei.

Gelsenkirchen - Armin Veh schmunzelte amüsiert, neben ihm setzte Huub Stevens seine finsterste Knurrer-Miene auf.

"Die Frage kann nur einem Trainer gelten", sagte Eintracht Frankfurts Coach Veh nach dem 1:1 (1:1) bei Schalke 04 (Bericht) und blickte erwartungsvoll in Richtung seines Kollegen Stevens, der grimmig entgegnete: "... und das kannst nur Du sein, Armin."

Danach herrschte Schweigen.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

In der Frage ging es um Spitzenreiter Bayern München, der in der Tabelle den beiden Verfolgern auf zehn Punkte enteilt ist, und um Meister Borussia Dortmund, der an dem Duo auf Platz zwei vorbeizog.

Während beide schwiegen - Veh mit einem Lächeln, Stevens mit blitzenden Augen - erweckten beide Trainer durchaus glaubhaft den Eindruck, als sei ihnen nach dem rassigen Spitzenspiel der Blick auf die Tabelle tatsächlich völlig egal gewesen.( 642980 DIASHOW: Der 13. Spieltag )

Veh: Klassenerhalt bleibt Ziel

Veh, dessen Mannschaft eine beeindruckende erste Halbzeit hingelegt hatte, ließ sich zumindest entlocken, auch nach dem Punktgewinn beim Champions-League-Teilnehmer und mit 24 Zählern nach 13 Spieltagen auf dem Konto am Saisonziel Klassenerhalt nicht rütteln zu wollen.

"Das Ziel bleibt so, weil es vernünftig ist. Wenn die Mannschaft das schafft, hat sie richtig was geleistet."

Jones: "Wir sollten nicht träumen"

Die Schalker Ansprüche sind andere, doch die Meisterschaft, die ohnehin für die Königsblauen allenfalls intern ein Thema gewesen ist, wurde spätestens am Samstag endgültig abgehakt.

"Wir werden immer als Bayernjäger tituliert, aber das kann man nur sein, wenn mal alles Spiel gewinnt. Wir sollten nicht träumen", sagte Mittelfeldspieler Jermaine Jones: "Wir sollten uns auf unser Ziel konzentrieren, und das bedeutet internationales Geschäft."

Sportdirektor Horst Heldt verwies zaghaft darauf, dass Dortmund und Bayern ja am kommenden Samstag aufeinanderträfen, zur Tabellensituation wollte auch er sich nicht äußern: "Dazu wurde schon alles gesagt."

Man denke perspektivisch, ergänzte Heldt, und lasse sich an guten Tagen "auf keinen Hype ein" und begehe an schlechten "keinen Trauertag".

Heldt verteidigt die Mannschaft

Heldt gab sich viel Mühe, dem Eindruck entgegenzuwirken, sein Team durchschreite angesichts von nur vier Punkten aus den letzten vier Ligaspielen eine Talsohle.

"Das ist mir egal", sagte Heldt ungewohnt giftig, "ich weiß, was die Mannschaft geleistet hat, und ich lasse es mir nicht gefallen, dass sie schlecht wegkommt. Sie hat es verdient, dass man sie verteidigt."

In der Tat gab es die Möglichkeit, das 1:1 gegen den starken Aufsteiger aus Hessen positiv zu sehen. Vor der Pause hielt man trotz Überlegenheit einer bärenstarken Eintracht nach Treffern von Klaas-Jan Huntelaar (11.), der nach 590 Minuten seine Torflaute in der Liga beendete, und Stefan Aigner (13.) ein Unentschieden.

Trapp rettet gegen Pukki

In der zweiten Halbzeit hatten die Königsblauen, die erst am Mittwoch beim 1:0 gegen Olympiakos Piräus in der Champions League noch voll gefordert waren, die Eintracht im Griff und drängten auf den Siegtreffer.

Doch Frankfurts Torwart Kevin Trapp, der kurz vor Schluss mit einer Glanzparade einen Schuss von Teemu Pukki entschärfte, hielt den Punkt für die Gäste nach einer Gelb-Roten Karte gegen Stürmer Karim Matmour (87.) in Unterzahl fest.

"Ich bin immer froh, wenn ich treffe", sagte Huntelaar zu SPORT1: "Es ist egal, ob in der Bundesliga oder in der Champions League. Wichtig ist, dass wir die Spiel gewinnnen."

Letztlich habe man zu Hause zwei Punkte liegenlassen, erklärte der "Hunter": "Aber Frankfurt hat das gut gemacht."

S04-Ultras zünden Pyros

Es war beiden Teams und dem phasenweise hochklassigen Spiel zu verdanken, dass ein von langer Hand vorbereitetes Feuerwerk in der Halbzeitpause das Duell nicht überschattete.

Schalker Ultras hatten in ihrem Fanblock etwa zwei Dutzend Bengalos gezündet, die Abdeckung zu einem Ausgang geriet dabei in Brand.

"Das war eine traurige Angelegenheit. Wir haben von etwa 60 Personen die Personalien festgestellt und werden gegen diese auch Strafverfahren einleiten", sagte Polizeisprecher Konrad Kordts: "Wir haben die Aktion videografiert und die Personen identifiziert. Dann haben wir sie nach dem Spiel abgefangen."

Fans pfeifen Zündler aus

"So etwas ist absolut zu verurteilen. Ich denke, unsere Fans haben die richtige Anwort gegeben", sagte Schalkes Sportdirektor Horst Heldt.

Er lobte damit das ohrenbetäubende Pfeifkonzert und die Sprechchöre ("Wir sind Schalker, und ihr nicht"), die die paar Dutzend zündelnder Ultras als das brandmarkten, was sie in der mit 61.673 Zuschauern ausverkauften Arena waren: Außenseiter.

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