Klaus Allofs (l.), mit Schaaf) gewann 2004 als Manager mit Werder Bremen das Double © getty

Das Duell des Wölfe-Managers mit Ex-Klub Bremen geht entspannt und ohne Kontroversen über die Bühne. Das Remis passt ins Bild.

Wolfsburg - Mit einem Wolfsburg-Schal um den Hals geht Klaus Allofs zur Bank - versehentlich allerdings zur Bremer.

Diego und Naldo, die anderen beiden Ex-Bremer winken den neuen Wolfsburg-Manager dann aber feixend zum richtigen Platz herbei.

So passiert ist das in der Fantasie des Karikaturisten der Wolfsburger Stadionzeitung.

In Wirklichkeit leistete sich Wolfsburgs neuer Manager beim Duell gegen seine "alte Liebe" keinen protokallarischen Fauxpas, auch wenn ihm die Punkteteilung beim leistungsgerechten 1:1 (0:1) (Bericht) wohl nicht ganz ungelegen kam (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Alles ganz normal

"Für mich war es ganz normal. Viele haben hier Wunderdinge erwartet, aber wir waren alle um Normalität bemüht", sagte Allofs nach seinem nur teilweise geglückten Heimdebüt, das er im Vorfeld noch als "Grausamkeit des Spieltags" bezeichnet hatte.

Zehn Tage nach seinem geräuschvollen Wechsel von der Weser an den Mittellandkanal saß er plötzlich auf der anderen Seite, weit weg von seinem einstigen "Werder-Zwilling" Thomas Schaaf, mit dem er 13 Jahre zusammengearbeitet hatte.

Auch der Bremer Coach konnte die ganze Aufregung nicht verstehen. "Völlig tiefenentspannt" sei er gewesen, brummte der 51-Jährige, den die vielen Nachfragen zu Allofs sichtlich nervten:

"Ich weiß, dass sich drumherum sehr viele Leute darüber Gedanken gemacht haben, ich aber nicht. Ich war total aufs Spiel fokussiert."

Werder-Verteidiger Sebastian Prödl schlug in eine ähnliche Kerbe: "Zu dem Thema ist langsam alles gesagt. Er ist jetzt hier in Wolfsburg. Und jetzt kann man das Thema auch langsam abhaken."

Gemeinsam vor den TV-Mikrofonen

Vor dem Anpfiff hatten beide noch einem TV-Sender ihr erstes gemeinsames Interview seit dem Transfer gegeben, danach gingen sie wieder getrennte Wege.

Während Schaaf zeitweise wie ein Irrwisch an der Seitenlinie herumhüpfte, blieb Allofs fast während der gesamten 90 Minuten in einer blauen Daunenjacke gehüllt auf seinem Platz sitzen.

Auch beim 1:1-Ausgleichstreffer durch den niederländischen Torjäger Bas Dost (64.) sprang der 55-Jährige nur kurz auf ( 642980 DIASHOW: Der 13. Spieltag ).

"Vielleicht ist das ganz gut so"

Nach dem Abpfiff klatschte der ehemalige Nationalspieler Wolfsburger und Bremer Profis ab, unglücklich schien er mit dem Ergebnis nicht zu sein.

"Jetzt haben wir die Punkte geteilt, vielleicht ist das auch ganz gut so", sagte Werder-Kapitän Aaron Hunt.

Auch Stürmer Nils Petersen meinte angesichts der brisanten Vorgeschichte: "Das Ergebnis sorgt dafür, dass auf beiden Seiten am wenigsten Unruhe aufkommt."

Ärger über den Schiri

Die Bremer fühlten sich dennoch um den möglichen Sieg betrogen. Schaaf hatte für den Platzverweis von Linksverteidiger Lukas Schmitz nach einer Gelb-Roten Karte (62.) "überhaupt kein Verständnis".

Auch Petersen behauptete, er habe "aus vier Kilometern gesehen, dass Lukas ganz klar den Ball spielt".

Nur zwei Minuten nach der strittigen Szene nutzte Dost die Unordnung in der Bremer Abwehr und egalisierte das 0:1 durch Marko Arnautovic (35.).

Allofs hat Verständnis

Allofs zeigte Verständnis für die Bremer Proteste. "Wenn ich noch bei Werder wäre, würde ich mich wahrscheinlich auch aufregen. Objektiv betrachtet kann man da aber Gelb zeigen", sagte Allofs und verschwand in die Kabine.

In die der Wolfsburger, wohlgemerkt.

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