Verteidiger Javier Pinola (l.) spielt bereits seit 2005 für den 1. FC Nürnberg © imago

Nach dem Unentschieden im Frankenderby ist weder der Club noch die SpVgg zufrieden. Büskens moniert die fehlende Konsequenz.

Fürth - Nein, zufrieden sah am Ende keiner aus.

Am ehesten vielleicht noch die Spieler des 1. FC Nürnberg, immerhin hatten sie wenigstens ein bisschen was gewonnen. Einen Punkt. Irgendwie.

Stolz waren sie freilich nicht.

"Wir waren überhaupt nicht im Spiel, wir haben in 90 Minuten keine einzige Torchance gehabt", sagte "Pelle" Nilsson nach dem 0:0 bei der SpVgg Greuther Fürth (Bericht), deshalb betonte der Schwede auch: "Wir können mit dem Punkt leben." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Büskens geknickt

So kann man es sehen. Oder so: "Wir müssen mit dem Punkt leben. Wir hätten den Sieg verdient gehabt", sagte Mike Büskens, erkennbar geknickter Trainer der Fürther.

Damit lag er ziemlich gut nach dem 255. Frankenderby, das ja vieles war, nur "kein gutes Fußballspiel", wie Dieter Hecking, Trainer der Nürnberger, richtig anmerkte.

In der Tat war Fürth überlegen, zumindest eine Stunde lang, hatte auch die beste Chance des Spiels. Zum Sieg aber reichte es wieder nicht.

Weiter ohne Heimsieg

Warum es nicht reichte, warum es wieder nicht klappte mit dem ersten Heimsieg in der Bundesliga, warum der Aufsteiger weiter auf einem Abstiegsplatz steht, treibt die Beteiligten so langsam zur Verzweiflung.

"Wir haben die ein oder andere Torgelegenheit leider nicht mit der richtigen Konsequenz zu Ende gespielt", sagte Büskens. "Uns fehlt", argumentierte der ehemalige Nationalspieler Gerald Asamoah, "die Erfahrung, das entscheidende Ding zu machen."

Asamoah vergibt

Die Chance war allerdings da, das entscheidende Ding zu machen, und ausgerechnet der erfahrene Asamoah vergab sie in der 35. Minute, als er alleine vor dem Nürnberger Torhüter Raphael Schäfer zögerte, nachdachte ... und dann klärte Timm Klose. ( 642980 DIASHOW: Der 13. Spieltag )

"Das sind die Momente in so einem Spiel, in denen du so einem Spiel die Wende gibst", sagte Büskens. "Wenn ich das Ding mache, bin ich der Held", sagte Asamoah.

Feulner-Rot "berechtigt"

Fürth erhielt nur eine Minute später noch einen Schub, weil der Nürnberger Markus Feulner, eine Woche zuvor als Schütze des Tores gegen den FC Bayern (1:1) seinerseits ein Held, die Rote Karte sah von Schiedsrichter Felix Brych (36.).

"Berechtigt", stellte Hecking fest. Nur, nicht mal eine halbe Stunde Spielzeit später waren auch die Fürther einer weniger: Gelb-Rot für Sercan Sararer (61.). "Wir schlagen uns selbst", klagte Asamoah.

Allerdings, der Platzverweis für den gebürtigen Nürnberger Sararer war fragwürdig. Als "Konzessionsentscheidung" bezeichnete der Fürther Kapitän Mergin Mavraj das Handeln von Brych, "ich glaube", argumentierte er, "der war sich nicht so sicher, was er da in der ersten Halbzeit gemacht hat".

Dafür war das Spiel nach dem zweiten Platzverweis ausgeglichen, ohne deswegen ein rassiges, gutes Derby zu sein. Es sah eher nach Not gegen Elend aus.

Beide verpassen wichtiges Zeichen

Beide Vereine hatten ja irgendwie gehofft, mit einem Sieg gegen den Erzrivalen ein Zeichen setzen zu können für den weiteren Verlauf der Saison - der Derbysieg sollte gewissermaßen als Aufputschmittel dienen. Das ging beiderseits ziemlich schief.

Fürth hat jetzt acht Punkte und wirkt ein wenig ratlos. Der Club hat jetzt 13 Punkte und hat immer noch nicht zu sich gefunden.

Immerhin: "Punkt gewonnen", sagte Hecking. Mit gequältem Blick.

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