Marco Reus (l.) und Robert Lewandowsk (r.) waren in Mainz die BVB-Matchwinner © getty

Nach dem Arbeitssieg in Mainz freut sich Dortmunds Trainer über den Auftritt seines Teams. Die Kritk an seiner Person trifft ihn.

Mainz - Nach dem Arbeitssieg zum Abschluss einer Traumwoche begann für Robert Lewandowski der härteste Kampf - der um seinen vierten Doppelpack in Serie.

"Es war mein Tor", sagte der Stürmerstar von Borussia Dortmund im Brustton der Überzeugung und verschwand nach dem 2:1 (2:1)-Erfolg des Deutschen Meisters beim

FSV Mainz 05 völlig siegessicher in der Kabine (SPIELBERICHT: Arbeitssieg für BVB).

Die Diskussion über den Schützen des Ausgleichstreffers der Gäste (11.) beschäftigte Matchwinner Lewandowski weitaus mehr, als den offiziellen Torschützen Marco Reus.

"Ich habe keine Ahnung, und es ist mir auch scheißegal", sagte der zuletzt überragende Nationalspieler.

Lewandowski unterstreicht seine Klasse

Ob Lewandowski bei der scharfen Hereingabe von Reus noch am Ball war, ließ sich letztlich auch mit Hilfe der TV-Bilder nicht klären.

Trösten durfte den Polen Lewandowski die Tatsache, dass er mit einem sehenswerten Lupfer zum Endstand (43.) nach tollem Pass von Mario Götze seine Qualitäten eindrucksvoll unterstrich. Egal, ob mit nun acht oder neun Bundesliga-Saisontreffern auf dem Konto (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Spieler haben Unglaubliches geleistet"

Keinen Zweifel gab es indes an der Bewertung des Dortmunder Auftritts - drei Tage nach der Gala in der Champions League bei Ajax Amsterdam (4:1).

"Meine Jungs sind Mentalitäts-Monster! Die Spieler haben Unglaubliches geleistet", lobte Klopp seine Spieler bei LIGA total!.

"Wir waren von Anfang an nicht da: Der Körper wollte Fußball spielen, aber der Geist war noch nicht so richtig dabei. Das hat Mainz direkt ausnutzen können. Aber was wir dann hier über 80 Minuten abgerissen haben, ist außergewöhnlich und absolut nicht selbstverständlich."

Deshalb sei er "total glücklich über die Art und Weise wie wir gespielt haben."

BVB schleicht sich auf Platz zwei

Nach zuletzt vier Siegen in fünf Ligapartien hat sich der Pokalsieger still und leise auf Platz zwei der Tabelle geschlichen und unter anderem den Erzrivalen Schalke 04 überflügelt.

Auch Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke war beeindruckt, wie aus den Zauberern von Amsterdam die Malocher von Mainz wurden.

"Man kann gar nicht so viele Hüte haben, wie man vor dieser Mannschaft ziehen müsste. Das war eine unglaubliche Energieleistung", sagte Watzke über die zwei Erfolgs-Gesichter der Schwarz-Gelben, die sich vom frühen Rückstand durch ein Traumtor von Marco Caligiuri (4.) nicht schocken ließen.

Eisenharter Bender freut sich über Arbeitssieg

Bestes Beispiel für die Borussen-Moral war vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw der überzeugende Sven Bender. Der Nationalspieler lief trotz eines Nasenbeinbruchs auf - ohne Maske.

"Solche Arbeitssiege machen richtig Spaß", erklärte Bender und meinte es ernst. Abwehrspieler Neven Subotic glaubte sogar, sich trotz schwerer Beine für die Art und Weise des Sieges entschuldigen zu müssen. "Wir können", sagte Subotic, "ja nicht immer die Sterne vom Himmel spielen."

Gündogan droht auszufallen

Einziger Wermutsstropfen für Klopp an seiner alten Wirkungsstätte: Ilkay Gündogan musste wegen einer Knöchelverletzung nach einem Zweikampf mit dem Mainzer Nikolce Noveski in der 32. Minute ausgewechselt werden.

Der Nationalspieler droht für das Spiel am Dienstag gegen Düsseldorf auszufallen.

"Ich hoffe, dass es nicht ganz so schlimm ist. Immerhin ist der Knöchel nicht komplett dick geworden. Bis zum Düsseldorf-Spiel wird es aber auf jeden Fall sehr eng", sagte Klopp.

Klopp geschockt von Fröhlichs Kritik

Auf die Kritik von Lutz Michael Fröhlich, dem Abteilungsleiter Schiedsrichter beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), am emotionalen Verhalten des Coaches an der Seitenlinie ("aggressives Potenzial" reagierte Klopp mit Unverständnis (BERICHT: Klopp geschockt von Aggressor-Vorwurf).

"Es ist sehr unangenehm, wenn der eigene Name mit so was in Verbindung gebracht wird. Ich war einigermaßen geschockt darüber", sagte Klopp bei LIGA total!.

"Herr Fröhlich müsste mir das vielleicht etwas genauer erklären. Ich weiß, wie ich bin. Damit bin ich bisher relativ gut klar gekommen. So ein großes Ding daraus zu machen, finde ich unangenehm."

Fröhlich hatte dem Meistertrainer vorgeworfen, ein schlechtes Vorbild abzugeben und Respektlosigkeiten gegen Schiedsrichter im Amateurbereich zu fördern. Am Samstag allerdings verstand sich Klopp nach eigener Aussage "gut" mit der vierten Offiziellen Bibiana Steinhaus.

Unterstützung von Tuchel

Ebenso wie sein Mainzer Kollege Thomas Tuchel, der auch immer mal wieder mit den Unparteiischen hadert. Auf die Frage, ob die Aussagen von Fröhlich über Klopp zu weit gehen würden, sagte er bei LIGA total!: "Ja - mit Ausrufezeichen!"

Auf harsche Kritik an seiner Mannschaft nach deren erster Heimpleite seit dem 2. Spieltag verzichtete der Mainzer Coach.

"Es hat zu vielen Torchancen, aber nur zu einem Tor gereicht. Trotzdem war ich mit der Leistung einverstanden", sagte Tuchel, während Dortmunds Mats Hummels in den Katakomben den Tor-Streit auf seine Weise löste: "Dann schreibt mir doch den Treffer zu."

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