Rafael van der Vaart kehrte im August 2012 von Tottenham Hotspur zum HSV zurück © imago

Die Hamburger erleiden in Düssledorf einen Rückfall und bangen um van der Vaart. Die Fortuna feiert den ersten Heimsieg.

Düsseldorf - Aufsteiger Fortuna Düsseldorf hat mit dem ersten Heimsieg in der Bundesliga seit mehr als 15 Jahren den Befreiungsschlag geschafft - und dem Hamburger SV eine bittere Pleite zugefügt.

Zum Auftakt des 13. Spieltags feierten die Gastgeber einen 2:0 (1:0)-Sieg und schoben sich mit 14 Punkten vom Relegationsplatz vorerst bis auf den 13. Rang vor. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der HSV bleibt nach einer ganz schwachen Partie als Neunter im Tabellenmittelfeld hängen und muss dazu um Superstar Rafael van der Vaart bangen, der wohl bis zur Winterpause ausfällt.

Der niederländische Nationalspieler hat sich voraussichtlich einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zugezogen.

"Wird schwer, dieses Jahr nochmal zu spielen"

"Es fühlt sich an wie ein Faserriss. Es ist keine Verletzung, mit der man in einer Woche wieder spielen kann", sagte der 29-Jährige: "Es wird schwer, dieses Jahr nochmal zu spielen. Die Verletzung schmerzt mich mehr als die Niederlage."

Robbie Kruse (45.+2) und Stefan Reisinger (64.) sorgten für den ersten Düsseldorfer Sieg im Oberhaus seit dem 2:0 gegen den FC St. Pauli am 5. April 1997. Hamburg hat bei der Fortuna zuletzt im Meisterjahr 1983 gewonnen.

"Pomadig gespielt"

"Ich habe eine sehr leidenschaftliche Fortuna gesehen, die das Spiel immer besser angenommen hat. Natürlich waren wir auch nicht fehlerfrei. Die Tore haben uns Auftrieb gegeben", sagte Düsseldorfs-Trainer Norbert Meier.

Sein Gegenüber Thorsten Fink war enttäuscht: "Wir haben viel zu pomadig gespielt. Wir müssen noch viel arbeiten. Was wir heute gezeigt haben, war viel zu wenig. 80 oder 90 Prozent reichen einfach nicht aus, um so einen Gegner zu schlagen."

Pyrotechnik verzögert Beginn

Das Spiel im mit 54.000 Zuschauern ausverkauften Stadion begann verspätet, nachdem im HSV-Fanblock Pyrotechnik gezündet worden war. ( 642980 DIASHOW: Der 13. Spieltag )

Dazu ging ein Plakat in Flammen auf. Erst als sich der Rauch nach fünf Minuten etwas verzogen hatte, wurde die Partie angepfiffen.

Die Anfangsphase im Freitagsspiel gehörte Hamburg. Der zuvor seit vier Spielen auswärts ungeschlagene HSV setzte die Fortuna unter Druck, konnte sich dabei aber keine Torchancen herausspielen.

Düsseldorf fand erst nach gut zehn Minuten richtig in die Partie und zeigte viel Laufbereitschaft, vermied aber jedes Risiko.

Hohe Fehlerqote

Mit zunehmender Spieldauer häufte sich die Fehlerquote auf beiden Seiten, die beiden Torhüter hatten in der ereignisarmen ersten Hälfte kaum etwas zu tun.

Die erste echte Torgelegenheit hatte Rückkehrer Maximilian Beister. Der Offensivspieler der Hamburger, der in den vergangenen beiden Spielzeiten an die Fortuna ausgeliehen war, schoss knapp am Tor vorbei (44.).

Vor dem Anpfiff war Beister von den Fortuna-Fans mit Applaus begrüßt worden.

Giefer erwischt van der Vaart

Van der Vaart war zu diesem Zeitpunkt schon aus dem Spiel gegangen. Er bekam bei einem Zweikampf mit Keeper Giefer einen Tritt ab und musste kurze Zeit später nach einem erneuten Foul ausgewechselt werden.

Bei der Fortuna musste Abwehrchef Jens Langeneke vor dem Seitenwechsel ebenfalls angeschlagen vom Feld, er hatte sich das Knie verdreht.

Als niemand mehr mit einem Treffer vor der Pause rechnete, schlug Kruse zu. Nach einem katastrophalen Fehlpass von Heung-Min Son bediente Andreas Lambertz den Australier, dessen Schuss wurde von HSV-Abwehrspieler Michael Mancienne unhaltbar abgefälscht.

Adler Sieger gegen Garbuschewski

Kurz nach Beginn des zweiten Durchgangs hatte Ronny Garbuschewski die Chance (48.) zu erhöhen, HSV-Schlussmann Rene Adler hatte mit dem unplatzierten Schuss des Neuzugangs aber keine Mühe.

Auf der Gegenseite klärte Torhüter Fabian Giefer einen Schuss von Marcus Berg gerade noch zur Ecke (50.). Der schwedische Stürmer hatte den Vorzug vor Artjoms Rudnevs erhalten.

Garbuschewski machte nach einer guten Stunde Platz für Reisinger, und der brauchte wenig Anlaufzeit.

Reisinger nutzt Blackout

Der Angreifer nutze einen kollektiven Blackout in Hamburgs Abwehr, ließ HSV-Kapitän Heiko Westermann stehen, ging auch noch an Mancienne vorbei und ließ Adler mit einem Schuss unter die Latte keine Chance.

Hamburg tat sich auf dem vom Regen durchweichten Boden nach dem 0:2 schwer und brachte Düsseldorf nur selten in Verlegenheit. Ein Schuss von Beister knapp am Tor vorbei (71.) war noch die beste Gegenheit zum Anschlusstreffer.

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