Norbert Meier führte Fortuna in der Relegation gegen Hertha in die Bundesliga © getty

Düsseldorf schwächelt. Vor dem HSV-Spiel sind Coach Norbert Meier und Jens Langeneke bei SPORT1 dennoch zuversichtlich.

Von Reinhard Franke

München - 15 Jahre musste Fortuna Düsseldorf warten, bevor es endlich wieder rauf ging in die Bundesliga.

Kein Wunder, dass bei den Rheinländern im Sommer Karnevalsstimmung aufkam.

Die Euphorie trug die Mannschaft von Trainer Norbert Meier durch die Anfangswochen der Saison, der Aufsteiger holte aus den ersten sieben Partien zehn Punkte.

Doch seitdem geht es bergab. Aus den letzten sechs Spielen holten die Düsseldofer lediglich einen Punkt, böse Heimpleiten gegen die Bayern (0:5) und Wolfsburg (1:4) drückten auf die Stimmung..(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Meier bleibt gelassen

Vor dem Heimspiel gegen den Hamburger SV (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) herrscht bei der Fortuna eine gewisse Ernüchterung. Doch die Verantwortlichen wollen noch nicht in Panik verfallen.

"Ich bin weder das eine, noch das andere", sagt Meier SPORT1 auf die Frage, wie enttäuscht oder überrascht er vom Leistungseinbruch in den letzten Wochen sei.

"Wir haben gewusst, dass wir nicht in die Bundesliga aufsteigen und dann das Feld von hinten aufrollen. In der jüngsten Vergangenheit haben vielfach individuelle Fehler dazu geführt, dass wir uns für unsere Mühe und unser ordentliches Spiel nicht belohnt haben."

"Nötige Abgebrühtheit" fehlt

Das sei alles eine Sache der Konzentration, erklärt Meier und ergänzt: "Hinzu kommt, dass wir auf etliche Stammspieler aus Verletzungsgründen verzichten müssen."

Bei Spielen wie der jüngsten 1:2-Niederlage bei Werder Bremen merke man, das macnhen seiner Spieler "noch die nötige Abgebrühtheit", fehle, analysiert Meier.

Voronin wird zum Problemfall

Einer, der die nötige Erfahrung mitbringen würde, fällt derzeit nur als Störfaktor in der ohnehin schon prekären Situation auf: Andrej Voronin.

Der Ukrainer gehörte nicht zum Kader in Bremen, weil er zu Wochenbeginn wegen einer Grippe krankgeschrieben war. Doch Voronin wurde beim Feiern in einer Düsseldorfer Diskothek gesichtet.

Meier will den Fall Voronin nicht zu hoch hängen, wirkt aber dennoch genervt: "Er hat eine Geldstrafe bekommen und weiter werden wir uns dazu nicht äußern, sondern intern sprechen. Außerdem kann es nicht immer nur um Andrej Voronin gehen, denn es sind noch 27 andere Spieler im Kader, die ebenso ihre Beachtung und Anerkennung verdient haben."

"Haben es schon bewiesen"

Die anderen Spieler im Kader müssen dringend an ihrer Cleverness arbeiten. Gegen den HSV soll ein Erfolgserlebnis her.

"Wir werden weiterhin unsere Chance suchen, denn wir haben doch schon bewiesen, dass wir Fußball spielen und gegen große Gegner bestehen können", sagt Meier und verspricht, aus der ESPRIT arena wieder "ein schwer einzunehmendes Bollwerk" zu machen.

Langeneke "immer emotional dabei"

Ein ganz wichtiger Faktor dafür ist Verteidiger Jens Langeneke. Trotz der Negativserie glaubt er nicht, "dass sich bei mir derzeit eine andere Gemütslage darstellt als beispielsweise noch vor einem Jahr", sagt er SPORT1.

Bei der Pleite gegen Bremen sorgte sein Scharmützel mit Marko Arnautovic für Aufsehen. Ein Konflikt, den Langeneke aber nur im Dienste der Sache verstanden wissen will:

"Wer mich kennt, der weiß, dass ich auf dem Platz immer sehr engagiert und emotional dabei bin. Ich will die anderen mit antreiben und ereifere mich auch zuweilen."

"Keinen schlechten Ball"

Langeneke sieht die hohe Fehlerquote als Grundübel für die momentane Situation: "Wir spielen keinen schlechten Ball, wie man zuletzt in Bremen und auch gegen andere Teams sehen konnte. Dennoch unterlaufen uns immer wieder Fehler, die in der Bundesliga nun einmal umgehend brutal bestraft werden."

Das Team müsse noch lernen mehr Geschlossenheit auf dem Platz zu zeigen, sagt der 35-Jährige, am besten schon gegen den HSV:

"Es ist doch klar, dass wir unbedingt ein echtes Erfolgserlebnis erleben wollen. Wir werden alles daran setzen, als Sieger vom Platz zu gehen."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Düsseldorf: Giefer - Levels, Langeneke, Juanan, Johannes van den Bergh - Bodzek, Lambertz - Kruse, Ilsö, Bellinghausen - Rafael

Hamburg: Adler - Diekmeier, Mancienne, Westermann, Aogo - Badelj, Arslan - Son, van der Vaart, Beister - Rudnevs

Schiedsrichter: Peter Gagelmann

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