Markus Babbel trainiert die TSG 1899 Hoffenheim bereits seit Februar 2012 © getty

Hoffenheims Trainer merkt vor dem Leverkusen-Spiel, dass die Luft dünner wird. Trotz Garantie droht angeblich die Entlassung.

Von Raphael Weber

München - Die Luft in Hoffenheim wird dünner, das weiß Trainer Markus Babbel selbst.

"Noch ein, zwei schlechte Ergebnisse, dann wird es ungemütlich für mich", gibt er vor dem Sonntagsspiel gegen Bayer Leverkusen (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) im "kicker" zu.

Platz 14 und nur ein Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz lassen die zu Saisonbeginn geäußerten Europa-League-Träume als absurd erscheinen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Sollte Hoffenheim nach der englischen Woche mit drei Bundesliga-Spielen sogar auf einem Abstiegsplatz stehen, ist Babbel seinen Job wohl sogar los. Von diesem angeblichen Ultimatum berichtet zumindest die "Bild".

Babbel vor Woche der Wahrheit

"Die Tabelle lügt nicht, wir haben zu wenig Punkte", gesteht Babbel selbst ein.

Der Trainer stellt zudem klar, dass entscheidende Spiele anstehen: "In der englischen Woche können wir viel erreichen, aber auch ganz viel kaputt machen. Ich habe keine Angst, bin auch nicht depressiv. Aber ich brauche jetzt natürlich Erfolge."

Sonst könnte es eng werden, obwohl es zuletzt noch eine Job-Garantie von Manager Andreas Müller und Rückendeckung von Mäzen Dietmar Hopp gegeben hatte.

Risse in der Rückendeckung?

Nach dem 1:3 gegen den VfL Wolfsburg hatte Müller noch versichert: "Über den Trainer brauchen wir nicht zu reden. Wir reden untereinander mit ihm."

Trotz der schwierigen Lage und des anhaltenden Zuschauerschwundes stellte sich auch Hopp demonstrativ vor seinen Trainer und verteidigte dessen Europa-League-Aussage von vor der Saison.

"Wer sich keine Ziele setzt, erreicht auch nichts, deshalb unterstütze ich diese Strategie von Markus", sagte Hopp vergangene Woche der "Rhein-Neckar-Zeitung".

Hohe Ambitionen zu haben und diese auch offensiv zu formulieren halte er nicht für falsch, "sondern eher für mutig", erklärte der 72-Jährige.

Er kenne keinen TSG-Verantwortlichen, "der kein Vertrauen in Markus Babbel hat, unabhängig vom Tabellenstand", versicherte Hopp.

Schlechteste Defensive der Liga

Trotzdem macht nun das Gerücht über eine mögliche Entlassung die Runde. Die Ergebnisse bringen Babbel mehr und mehr in Bedrängnis: Nur eine der letzten sieben Partien hat Hoffenheim gewonnen.

Auch das Abwehr-Problem haben die Kraichgauer über die gesamte Saison nicht in den Griff bekommen und stellen mit 26 Gegentoren die schlechteste Defensive der Liga.

An fünf von zwölf Spieltagen kassierte das Team des Europameisters von 1996 sogar drei oder mehr Tore - eine Bilanz, die dem ehemaligen Weltklasse-Verteidiger nicht gefallen kann.

Mit nur 1,12 Punkten pro Spiel weist Babbel zudem die zweitschlechtesten Quote aller Hoffenheim-Trainer auf. Während nur Marco Pezzaiuoli (1,06) hinter Babbel rangiert, haben der 2011 entlassene Holger Stanislawski (1,20) und der 2010 zurückgetretene Ralf Rangnick hier die Nase vorn.

Angstgegner Leverkusen

Dass nun ausgerechnet Leverkusen zu den gebeutelten Hoffenheimern kommt, dürfte Babbel und Co. nur bedingt Hoffnung machen.

Aus acht Bundesligaspielen gegen Bayer holte die TSG nur einen Punkt - gegen keinen anderen Klub ist die Bilanz schlechter.

Gleichzeitig kassierte Hoffenheim gegen niemanden mehr Tore (20) als gegen Leverkusen, ohne Gegentor blieb man noch nie.

Weiterlesen