Angreifer Mario Gomez (r.) wechselte 2009 vom VfB Stuttgart zum FC Bayern © getty

Jupp Heynckes muss Angreifer Mario Gomez wieder einbauen. Was passiert mit Mario Mandzukic? Heynckes weiß um Gomez' Torriecher.

Vom FC Bayern berichten Mathias Frohnapfel und Christian Ortlepp

Valencia/München - Den Auftritt von Borussia Dortmund gegen Ajax Amsterdam (Bericht) dürfte Jupp Heynckes ganz genau beobachtet haben.

Und was er gesehen hat beim 4:1-Erfolg der Borussia, dürfte auch Heynckes beeindruckt haben.

Anderthalb Wochen vor dem Gipfeltreffen in München präsentierte sich der Meister auf internationalem Niveau in bestechender Form.

Das erhöht die Anspannung bei den Bayern vor der kommende Hammerwoche mit den Partien gegen Hannover, in Freiburg und eben Dortmund wohl noch einmal.

Feinsteuerung Richtung BVB-Spiel

Denn vor allem vom Ausgang des Gigantenduells wird vieles abhängen beim Rekordmeister. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Zwar treffen sich die Top-Klubs erst am 1. Dezember, doch die Feinsteuerung via der Partien zuvor sollte just darauf abzielen.

Eine der wichtigsten Fragen dabei ist, wer die Nummer im Bayern-Sturm sein soll: Mario Mandzukic, Mario Gomez oder doch Claudio Pizarro?

Gomez glücklich über Comeback

Beim 1:1 in Valencia (Bericht) düsten die beiden Super-Marios als Joker Seit' an Seit übers Spielfeld, Pizarro begann, blieb aber blass.

Gomez machte sein erstes Pflichtspiel in dieser Saison, gute 15 Minuten spulte er samt Nachspielzeit ab. Das genügte, um effektiv auf Thomas Müller zum so wichtigen Ausgleich abzulegen.

"Wenn wir geführt hätten, wäre ich - glaube ich - nicht reingekommen. Ich habe gerne gespielt und bin auch glücklich darüber", sagte Gomez im Gespräch mit SPORT1.

So oder so ist die Stürmerdiskussion beim FCB eröffnet.

[kaltura id="0_mlao8xzo" class="full_size" title="Schweinsteiger: Keine Angst vor tristem Herbst"]

Zurückhaltung nach der Kampfansage

Weder der eine noch der andere Mario dürfte alle drei Spiele absolvieren, nur so viel ist gewiss.

Ansprüche formuliert Gomez jedenfalls keine. Angesprochen auf einen möglichen Einsatz gegen Hannover (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) meinte er nur: "Keine Ahnung. Ich mache das, was der Trainer sagt."

Etwas anders hatte sich der großgewachsene Stürmer noch direkt nach seinem Viererpack in einem Testspiel gegen den Landesligisten Markt Schwaben angehört.

"Ich werde wieder treffen, wie ich will", verkündete er damals, ohne freilich einen Zeitrahmen zu setzen.

Heynckes weiß um Torradar

Als ehemaliger Weltklasse-Stürmer weiß Heynckes, dass Gomez noch Anlaufzeit braucht, umgekehrt ist ihm aber auch bewusst, welchen Riecher er hat.

"Er ist immer für ein Tor gut, auch wenn er nicht 100 Prozent fit ist", sagte Heynckes.

Nach Heynckes Sicht muss "Mario nach so einer langen Verletzungspause den Rhythmus" erst noch finden: "Er hat das gut gemacht. Wir werden ihn langsam heranführen - je nach Bedarf."

Kroos sieht "mehr Varianten"

Die Mitspieler betrachten jedenfalls das Comeback von Mario Gomez wie Facharbeiter, die einen lange vermissten Spezialisten zurück in ihrer Abteilung begrüßen.

"Es ist gut für uns, dass Mario wieder fit ist, wir haben noch mehr Varianten vorn", begründet Regisseur Toni Kroos im Gespräch mit SPORT1.

"Er hat viele Tore geschossen letzte Saison, wenn er wieder voll dabei ist und den Rhythmus hat, dann ist er auch wieder eine Verstärkung."

Müller fordert "die richtige Leistung"

Und Torschütze Müller, der im Mestalla von Gomez' Spielverständnis profitierte, denkt bereits an den Spiele-Marathon der kommenden Wochen.

"Wenn wir da versäumen, die richtige Leistung zu bringen, auch wenn die Belastung sehr hoch ist, dann wird es wieder spannender vorne", sagte der Oberbayer mit Blick auf die Bundesliga.

Dass acht Punkte Vorsprung rasch schmelzen können, auch das ist eine Bayern-Erfahrung aus dem vergangenen Jahr.

Mit Gomez' genau justierten Wiederaufbau könnte ein Deja-Vu vermieden werden.

Weiterlesen