Wiedersehensfreude: Klaus Allofs war 13 Jahre Geschäftsführer bei Werder Bremen © getty

Nach dem erfolgreichen Auftakt mit dem VfL Wolfsburg beschäftigt den neuen Manager schon das anstehende Wiedersehen mit Werder.

Sinsheim - Als Klaus Allofs mit einem Becher Kaffee in der Hand völlig entspannt seinen gelungenen Einstand analysierte, war der neue Manager des VfL Wolfsburg in Gedanken zunächst bei seinem alten Verein.

"Das Ergebnis passt zu meinen Eindrücken der ersten Tage. Und es passt auch, dass Werder Bremen drei Punkte geholt hat. Ich bin sehr zufrieden", sagte der 55-Jährige, der kurz vor dem 3:1 der "Wölfe" bei 1899 Hoffenheim (Bericht) sogar noch Kontakt zu Werder-Coach Thomas Schaaf hatte:

"Ich habe ihm per SMS viel Glück gewünscht, er hat dasselbe getan." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Mit dem Austausch von Nettigkeiten wird es allerdings in dieser Woche vorbei sein. Schließlich sieht es der Spielplan vor, dass sich die alten Weggefährten bereits am Samstag gegenüberstehen.

Keine Versprechen an Werder und Köstner

Die Gerüchte über das angebliche Interesse der Wolfsburger an Schaaf verleihen dem Duell zusätzlich Brisanz.

"Ich werde nichts tun, um Werder Bremen mutwillig oder böswillig zu schaden", sagte Allofs der "Sport Bild" zu diesem Thema: "Aber ich bin auch nicht bereit, nur um Ruhe zu haben, ein Versprechen abzugeben, das ich in ferner Zukunft vielleicht nicht mehr einhalten kann."

Versprechen möchte Allofs aber auch Interimstrainer Lorenz-Günther Köstner nichts - obwohl die Niedersachen unter dem Nachfolger von Ex-Teammanager Felix Magath vier Siege in fünf Pflichtspielen geholt haben.

"Es gibt ständig Fragen zum Kader und zum Trainer. Aber die kann ich nicht beantworten. Das geht nicht per Ferndiagnose. Es wird in der nächsten Zeit keine Entscheidungen beim VfL geben. Jetzt wird erstmal geschaut, dann legen wir gemeinsam unsere Marschroute fest", äußerte der Vize-Weltmeister von 1986, der einen Vertrag bis 2016 beim VfL unterschrieben hat.

Kader muss verkleinert werden

Auch mit Blick auf den mit über 40 Profis aufgeblähten Kader möchte sich Allofs, der sich selbst in der "Beobachterrolle" sieht, nicht festlegen.

"Ich habe den Spielern gesagt, dass ich nicht mit einer vorgefassten Meinung nach Wolfsburg gekommen bin. Ich werde viel reden und Kontakt aufnehmen, um so viele Informationen wie möglich zu bekommen", sagte der 56-malige Nationalspieler:

"Dann werden wir die Entscheidungen treffen, die notwendig sind."

Abwägen bei Personalie Diego

Eine Entscheidung von Allofs ist vor allem bei der Personalie Diego gefragt. Will der VfL seinen umstrittenen Spielmacher gewinnbringend verkaufen, muss er es nach dieser Saison tun. Im Jahr darauf wäre der Brasilianer ablösefrei.

Allofs tendiert allerdings dazu, seinen früheren Schützling aus Bremer Zeiten in der Autostadt zu halten.

"Er ist hoch motiviert, professionell wie immer - und natürlich ein zentraler Spieler", sagte der neue Sportchef: "Wir wollen beim VfL auch Geld verdienen. Aber wir wollen auch sportlichen Erfolg. Das muss man abwägen."

Noch keine Prognosen

Wie der sportliche Erfolg beim deutschen Meister von 2009 in Zukunft konkret aussehen soll, weiß allerdings auch Allofs noch nicht genau.

"Es ist zu früh, um etwas über das Potenzial der Mannschaft zu sagen", äußerte der gebürtige Düsseldorfer, dessen neuer Klub mit 14 Punkten auf dem 13. Tabellenplatz steht.

Aufschlüsse in der Hinsicht lieferte auch der Sieg durch die Tore von Makoto Hasebe (6.), Bas Dost (24.) und Naldo (78.) vor 20.500 Zuschauern kaum. Dafür waren die Hoffenheimer, die durch Eren Derdiyok (88.) nur Ergebniskosmetik betrieben, zu schwach.

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