Klaus Allofs bestritt 56 Länderspiele für Deutschland © imago

Nach Wolfsburgs Erfolg in Hoffenheim fällt beim neuen Manager eine Last ab. Den Trainer stärkt er. 1899 ist im Abstiegskampf.

Von Benjamin Bauer

München/Sinsheim - 13 Jahre prangte ein W an der Jacke von Klaus Allofs. W wie Werder.

Seit dieser Woche hat das W auf der Garderobe von Klaus Allofs eine andere Bedeutung - es steht für Wolfsburg.

Im ersten Spiel als Manager der Niedersachsen könnte das W aber auch für Win stehen. Mit 3:1 siegte der VfL bei 1899 Hoffenheim und bescherte dem 55-Jährigen einen Einstand nach Maß. (SPIELBERICHT: Naldo-Hammer versüßt Allofs-Premiere)

"Wenn man gewinnt und zwischenzeitlich sogar 3:0 führt, dann ist es etwas entspannter. Wir waren auf der Bank alle ziemlich angespannt", offenbarte Allofs bei "LIGA total!".

Naldo erlöst Verantwortliche

Zeit saß Allofs leicht verkrampft neben Trainer Lorenz-Günther Köstner auf der Trainerbank - bis ausgerechnet ein alter Weggefährte aus Bremer Zeiten den Druck vom neuen Manager nahm. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Naldo hämmerte aus 28 Metern einen Freistoß mit 107 km/h in die Maschen von Hoffenheims Torwart Tim Wiese und sorgte für den 3:0-Zwischenstand und entspannte Mienen beim VfL.

Zuvor hatten Makoto Hasebe (6.) und Bas Dost (28.) für die Niedersachen getroffen. Dem eingewechselten Eren Derdiyok gelang in der 89. Minute nur noch Ergebniskosmetik für die Kraichgauer.

Einfach "schön"

Nach dem Spiel reduzierte Allofs seine Premiere auf ein Wort. Als "schön" betitelte er seinen Einstand.

In den kommenden Tagen und Wochen steht für Allofs nun viel Arbeit ins Haus. "Für mich gilt es zunächst, viel zu beobachten, viele Gespräche zu führen, um dann Entscheidungen zu treffen", erklärte Allofs. ( 640535 DIASHOW: Der 12. Spieltag )

Allofs pro Köstner

Einen Punkt strich er bereits vor der Partie in Hoffenheim von seiner Agenda und stärkte Magath-Nachfolger Lorenz-Günther Köstner den Rücken. "Wir sind nicht auf Trainersuche. Ich habe Trainingseinheiten miterlebt und das Trainerthema gibt es nicht", stellte Allofs klar.

Dafür wartet die Baustelle Kader auf den gebürtigen Düsseldorfer. Mit 48 Spielern wird der Personaletat bei den Niedersachsen arg belastet und eine der ersten Aufgaben wird es sein, den Kader auszumisten.

VfL überholt 1899

Sportlich kann der VfL erst mal kurz durchatmen. Mit dem Dreier gegen das Babbel-Team überholte er die Kraichgauer und kletterte auf Platz 13. Hoffenheim liegt nur einen Punkt vor Fortuna Düsseldorf, die den Relegationsplatz belegen.

Erschreckend bei den Hoffenheimer liest sich die Statistik der Gegentreffer. Mit 26 Toren kassierten die Hoffenheimer die meisten der Liga und stehen mit zwölf Punkten so schlecht wie noch nie in ihrer Bundesliga-Geschichte nach dem 12. Spieltag da.

"Wir haben die erste Halbzeit komplett verschlafen, sind nicht in die Zweikämpfe gekommen. Für uns heißt es: Wir müssen weiter hart arbeiten", sagte der sichtlich frustrierte 1899-Torhüter Tim Wiese.

Jener Wiese, den Allofs als Werder-Manager in Richtung Hoffenheim ziehen ließ.

Erste Chance, erstes Tor

Bereits nach der ersten Chance der Gäste musste der Hoffenheimer Schlussmann hinter sich greifen. Ivica Olic tanzte Pelle Jensen auf der linken Seite aus, flankte scharf in die Mitte und fand am zweiten Pfosten Makoto Hasebe, der unbedrängt aus sechs Metern einnickte.

Das 2:0 der Wolfsburger resultierte aus einem schweren Fehler Firminos, der in der Vorwärtsbewegung 20 Meter vor dem eigenen Tor den Ball verlor. Josue schaltete blitzschnell und fand Bas Dost, der Wiese aus elf Metern überwand. Mit dem dritten Tor per Freistoßhammer sorgte der ehemalige Bremer Naldo dann für die Entscheidung.

Bereits am nächsten Spieltag gibt es für Naldo und Allofs ein Wiedersehen mit Bremen als Gegner. Und mit den Jacken mit W für Werder.

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